Insider-Talk mit Rolf Moser: „Wir haben unseren Traum verwirklicht“

Rolf Moser
RaceBets Million

Die Lüneburger Heide ist nicht nur ein besonderes tolles Naturschutzgebiet, sondern auch eine idyllische Landschaft, in der schon viele prominente Pferde aufgewachsen sind. Rolf Moser betreibt die Zuchtstätte in Schneverdingen gemeinsam mit seiner Ehefrau Susanne, während der Sohn Dominik erfolgreicher Trainer von Galoppern, vor allem für das Gestüt Brümmerhof, in Hannover ist.

Gegründet wurde Trona im Jahr 2000. Im Gestüt vereinen sich Zucht-, Deck- und Pensionsbetrieb. Es wird Pferdevorbereitung für Auktionen im In- und Ausland geboten. Erfolgreiche Pferde des Gestüts sind unter anderem: Prince Flori, Prince Nico, Collow, Kitara, Torlus, Avenir Rubra, Expensive Dream, One little David, Amateis, Amy Storm, Romanoff, King Georg, Mr. President, Millenio, Suta, Ripley, Adela, Adorata, Contat, Conanga, Letalus, Omando und Another time (Quelle: Stallionbook).

Einst erfolgreicher Jockey bei Hein Bollow

Es handelt sich um einen echten Familienbetrieb, in dem sich jeder auf den anderen verlassen kann. Rolf Moser war aber früher selbst auch erfolgreicher Jockey, unter anderem für die lebende Legende Hein Bollow.

Zwei Deckhengste im Gestüt

Verantwortlich ist die Familie Moser auch für zwei hier beheimatete Deckhengste – Electric Beat und Wiesenpfad. Letztgenannter ist ein Sohn des auf höchster Ebene erfolgreichen Waky Nao und vertritt die Hengstlinie von Northern Dancer. Sechs Gruppesiege sprechen für den To-Meiler. Er repräsentiert eine deutsche Erfolgslinie mit viel Potenzial, aus der drei Derbysieger kommen (Waldpark, Waidwerk und Wilderer). Sein erster Gruppesieger in der Zucht war Abendwind.

Electric Beat
Deckhengst Electric Beat im Portrait am 06.08.2014 im Gestüt Trona.

Bereits 2003 geboren ist Electric Beat, der in seiner Rennlaufbahn in jedem Jahr auf ein GAG von über 92 Kilo kam. Seine Gruppe-Treffer kamen zustande in der Lotto Trophy in Hamburg und in der Goldenen Peitsche in Baden-Baden. Er war ein Flieger von hohen Graden, der vor allem sehr frühreife und typvolle Nachkommen vererbt, die ihm also sehr ähneln.

Aber auch rund um das Gestütsgeschehen gibt es wahrlich sehr viel zu erzählen.

Exklusiv im Insider-Talk auf dem RaceBets-Blog berichtet Rolf Moser über die Vorzüge des Gestüts Trona, seine Anfänge im Turf und seine großen Hoffnungen in der Zucht.

Was waren Ihre ersten Schritte im Rennsport? Sie waren ja einst Jockey bei Hein Bollow und Adolf Wöhler und auch als früherer Gestütsmann in Rietberg tätig.

Rolf Moser: Durch meine Ausbildung zum Vollblut-Gestütswärter (heute Pferdewirt), die ich bei Walter Heitmann, dem großen Traber Trainer-machte , lernte ich, da Walter Heitmann und Hein Bollow befreundet waren, Herrn Bollow kennen. So begann ich nach meinem Abschluss eine zweite Ausbildung zum Rennreiter in Köln bei Hein Bollow. Nach dem erfolgreichen  Abschluss blieb ich noch drei Jahre dort.

Rolf Moser mit Hein Bollow
Rolf Moser im Gespräch mit Hein Bollow am 01.07.2017 in Hamburg.

Anschließend bekam ich ein Angebot als zweiter Stalljockey von  Adolf Wöhler in Bremen, welches ich annahm. Dort blieb ich, bis ich zunehmend Gewichtsprobleme bekam, damals ritt ich noch 50 Kilo. Ich wechselte dann wieder in die Zucht in das Gestüt Rietberg, auf dem sich zu der Zeit noch eine Trakkehner Zucht befand. Ich beriet Herrn Tenge- Rietberg dann, doch auch in die Vollblutzucht einzusteigen. Wir kauften daraufhin die ersten Vollblutstuten auf der Auktion. Nach dfeieinhalb Jahren erfolgreicher Zucht bekam ich ein lukratives Angebot vom Gestüt Ostenhof bei Dortmund. Weitere Stationen in der Zucht folgten, bis ich mich 1997 selbständig machte. Zuerst mit einem Pachthof in Bremen.

Trona steht für Mutterpferd

Im Jahr 2000 haben Sie das Gestüt Trona gegründet. Was bedeutet der Name? Wieso haben Sie sich für den Standort Schneverdingen entschieden? Was sind die Vorzüge?

Moser: Im Jahr 2000 verwirklichten wir unseren Traum von einem eigenen Gestüt in der Lüneburger Heide. Nach langer Überlegung für einen Namen für unser Gestüt stießen wir auf die sehr alte Ortsbezeichnung Trona ,das bedeutete das Mutterpferd. Hier fanden wir die sehr guten Voraussetzungen: saubere Luft, keine Industrie, große Weiden und einen bezahlbaren Landwirtschaftlichen Betrieb. Zudem die sehr gute Anbindung zu den Städten Bremen 50 Kilometer, Hamburg 50 Kilometer und Hannover 50 Kilometer.

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Trona
Morgenarbeit am 02.08.2011 im Rennstall Gestüt Trona.

Lange Erfolgsliste

Im Gestüt vereinigen Sie Zucht-, Deck- und Pensionsbetrieb. Worauf liegen aktuell die Schwerpunkte? Was waren die bislang erfolgreichsten Pferde, die bei Ihnen aufgewachsen sind?

Moser: Der Schwerpunkt liegt zur Zeit auf den Pensionspferden, der Aufzucht, der Vorbereitung und der Begleitung zu den Auktionen oder den Rekonvaleszenten über das Jahr oder in den Wintermonaten. Daneben natürlich immer noch unsere kleine Zucht. Die Liste ist zu lang um alle aufzuführen, die wichtigsten sind: Prince Flori (Galopper des Jahres, Champion dreijährig und Gruppe I-Sieger), Abendwind (Sieger im Zukunftsrennen), Jan Maat (Gruppe III-Sieger in Irland), Prince Niko (Gruppe I-Sieger über die Hürden), Indian Sun (Champion-Hindernis-Stute in Deutschland), Gracia Directa (Gruppe III-Siegerin in England) und viele andere.

Erfolgreiche Deckhengste

Mit Electric Beat und Wiesenpfad haben Sie zwei Deckhengste auf Trona. Was zeichnet jeden der Hengste aus?  Auf welche Nachkommen freuen Sie sich am meisten?

Moser: Zur Zeit stehen Wiesenpfad und Electric Beat in Trona. Electric Beat bringt Spritzigkeit und Frühreife. Wiesenpfad ist Champion-Meiler aus einer der besten Stutenlinien für mich in Deutschland. Beide Hengste stellten, trotz geringer Nachkommen-Anzahl, sehr gute Rennpferde und Gruppesieger,  Fortsetzung folgt sicherlich. Wir freuen uns auf jedes gesunde Fohlen, das bei uns zur Welt kommt.

Wiesenpfad
Deckhengst Wiesenpfad im Portrait am 06.08.2014 im Gestüt Trona.

Was sind Ihre Erfolgsgeheimnisse? Welche Pferde laufen derzeit in Ihren eigenen Rennfarben?

Moser: Harte Aufzucht, gepaart mit Liebe und artgerechter Haltung. Wir haben zur Zeit keine eigenen Starter.

Ihr Sohn Dominik ist erfolgreicher Trainer in Hannover. Er gewann auch schon etliche Grupperennen im In- und Ausland. Wie begleiten Sie seine Karriere?

Moser: Wir verfolgen jeden seiner Starter mit Daumendrücken und Hufeisen-Bildern.

Was sind die größten Probleme, mit denen ein Gestütsbesitzer heutzutage zu kämpfen hat?

Moser: Das rückläufige Interesse an den deutschen Rennpferden aus kleineren Gestüten ist ein großes Problem.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Moser: Man muss abwarten, wie sich der deutsche Rennsport weiter entwickelt. Davon hängt alles Weitere ab.

Rolf Moser und Heide Harzheim
Rolf Moser und Heide Harzheim am 28.08.2013 in Baden-Baden.

Was fasziniert Sie besonders an Pferden und der Zucht?

Moser: Das große Fragezeichen bei jedem neuen Fohlen, wenn eines wieder auf die Welt kommt und das Erstaunen, wenn sich dann alles wie gewünscht entwickelt. Das ist schon eine ganz tolle Sache.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Moser: Mit meiner Chopper durch die wunderschöne Lüneburger Heide fahren. Das macht mir wirklich sehr viel Freude, denn man kann dabei bestens abschalten und zudem die Natur so richtig genießen.

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