Marco Klein: „Torquator Tasso sticht heraus“

Marco Kleins Rennanalyse
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Es wird noch einmal ein spannendes Wochenende im deutschen Galopprennsport, auch wenn nur eine Rennveranstaltung ansteht. Denn der Sonntag in München hat es ganz besonders in sich. Mit dem Allianz – Großer Preis von Bayern lockt das letzte Gruppe I-Rennen des Jahres 2020 in Deutschland, ein Hochkaräter der ganz besonderen Art. Aber auch das Rahmenprogramm weiß zu gefallen, unter anderem mit dem BBAG Auktionsrennen und weiteren spannenden Wettrennen.

Natürlich hat sich auch unser RaceBets-Botschafter Marco Klein schon früh in der Woche mit den Prüfungen beschäftigt. Wir haben ihn am Dienstag gefragt, welche drei Rennen für ihn am interessantesten sind und ihn um seine Analyse gebeten. Außerdem ging er der Frage nach, weshalb diese Prüfungen für normale Rennsportfans besonders attraktiv sind. Hier seine Einschätzung zu drei Rennen am Sonntag, 8. November, in München, die auf den Informationen vor der Starter- und Vorstarterangabe beruht (Stand: 03.11.). Es könnte also sein, dass das ein oder andere Pferd noch gestrichen oder zusätzlich ins Rennen kommt.

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München, 8. November: Allianz – Großer Preis von Bayern (Gruppe I):

Verrückte Zeiten – Verrücktes versuchen

„Natürlich ist der Große Preis von Bayern der Dreh- und Angelpunkt in dieser Woche. Es könnte sein, dass wir unseren INDIAN SOLDIER für dieses Gruppe I-Rennen nachnennen, doch hängt das noch davon ab, ob die Gäste aus dem Ausland kommen oder nicht. Von seiner Handicap-Marke (75 Kilo) ist das natürlich etwas verwegen, aber er hat ja nicht auf Sand überlegen seine Rennen gewonnen, wo so etwas häufiger vorkommt, sondern zuletzt hat er einen Ausgleich II auf dieser Bahn mit 19 Längen hochüberlegen auf schweren Boden gewonnen. Er hat dabei den Elften aus dem Derby, Anatello, hinter sich gelassen, das war also eine vielversprechende Leistung. Wir befinden uns in verrückten Zeiten, da kann man auch mal verrückt sein und so etwas versuchen.

Indian Soldier siegt unter Tomaso Scardino
Indian Soldier siegt unter Tomaso Scardino am 23.05.2020 in Baden-Baden

München ist seine Lieblingsbahn, und einem Pferd ist es ja egal, gegen wen es läuft oder ob es sich um ein schweres Rennen handelt. Wir haben nichts zu verlieren und können nur einen Schritt nach vorne machen. Seine Marke ist realistisch. Oft haben Pferde ja eine hohe Marke, die aus schwach besetzten Listenrennen resultiert.

Der logische Favorit

Wer letztlich aus dem Ausland kommt, wird man sehen. Natürlich steht in diesem Feld TORQUATOR TASSO von den deutschen Pferden etwas heraus und dürfte Favorit werden. Er hat seine tollen Leistungen auf guter bis weicher Bahn gezeigt, ob ihm auch der weiche Boden liegt, muss man sehen. Aber er dürfte, auch aufgrund seiner Marke, schwer zu schlagen sein und ist der logische Favorit. Wenn er gewinnt, wäre der Sieg auch etwas ganz Besonderes für seinen Jockey Bauyrzhan Murzabayev, der bei allen Erfolgen noch auf seinen ersten Gruppe I-Sieg wartet und auch am vergangenen Wochenende in Überform agierte.

Schafft Dicaprio die Formumkehr?

Man darf allerdings nicht übersehen, dass DICAPRIO im Großen Preis von Berlin nur ganz knapp hinter ihm war und in München schon ein Listenrennen auf schwerem Boden für sich entschieden hat. Sein Quartier hatte stets gute Form, nur am letzten Wochenende ging es etwas ruhiger zu. Eine Formumkehr gegenüber TORQUATOR TASSO kann man nicht ausschließen, zumal DICAPRIO den Vorteil der Bahnkenntnis hat.

Tabera-Taktik wieder von Erfolg gekrönt?

Ebenfalls sehr gefährlich scheint TABERA. Ich denke, man wird es mit der Stute wieder von der Spitze aus versuchen, denn mit dieser Taktik hat sie zuletzt den Preis der Deutschen Einheit in Hoppegaren gewonnen. Sie war auch auf einem Linkskurs schon vorne, was ja sonst stets ein Fragezeichen ist. TORQUATOR TASSO, DICAPRIO und TABERA sind von den deutschen Pferden schon die drei gegebenen Kandidaten.

München, 8. November: BBAG Auktionsrennen München:

Principe ist der Siegkandidat

Im Auktionsrennen dürfte der Weg zum Sieg über PRINCIPE führen. Er hat das Ferdinand Leisten-Memorial in Baden-Baden mit fünf Längen Vorsprung gewonnen und ist auch nach Rechnung der Favorit. Und auch ihn reitet Bauyrzhan Murzabayev.

Principe siegt unter Bauryzhan Murzabayev im Ferd. Leisten-Mem. BBAG-Auktionsrennen
Principe siegt unter Bauryzhan Murzabayev im Ferd. Leisten-Mem. BBAG-Auktionsrennen am 18.10.2020 in Baden-Baden

Dahinter scheint in meinen Augen alles offen zu sein. Von den gelaufenen Pferden halte ich SURIN BEACH für interessant, auch wenn sich Andrasch Starke für NIGHT OCEAN entschieden hat, der sein erstes Rennen gewonnen hat und dort noch etwas unreif agierte. Auch er wird gesteigert sein. Gerade in den großen Zweijährigen-Prüfungen sind die Pferde von Henk Grewe ja fast immer vorne dabei. Bahnkenntnis hat ansonsten NEW WIZARD, der hier Zweiter war und vielleicht in die Platzierung laufen könnte.

München, 8. November: Mega-Wettchance (Ausgleich III, 1.400 m):

Boy Charlton, Enissey, Star Gypsy und High Flight in der Viererwette?

Die letzte Viererwette der Wetten, dass?!? 2.0-Aktion erscheint mir noch einmal sehr offen zu sein. BOY CHARLTON sticht mir ein wenig ins Auge, da er in diesem Jahr schon viele gute Formen abgeliefert hat, auch wenn zuletzt weniger ging. Ich traue ihm nun wieder etwas zu.

Boy Charlton siegt unter Andre Best
Boy Charlton siegt unter Andre Best am 11.07.2020 in Hamburg

ENISSEY gibt eigentlich immer sein Bestes. Bei ihm stört nur ein wenig das hohe Gewicht von 63 Kilo. Aber das ist bei ihm das einzige Fragezeichen. In die Viererwette gehört sicherlich STAR GYPSY, der auf schwerem Boden schon vorne war und nun unter einer Briefmarke von 50 Kilo ins Rennen gehen wird. In Baden-Baden war er mit 63 Kilo bereits Zweiter. Solch ein niedriges Gewicht ist auf dem zu erwartenden Boden schon ein großer Vorteil. Ich sehe in ihm auf jeden Fall ein Pferd, das nach vorne läuft.

Erwähnen möchte ich ferner noch HIGH FLIGHT, der sich dreimal in diesem Jahr in München auf weicher Bahn in Szene setzte. Zuletzt war er Dritter mit einem Gewicht von 66 Kilo. Er lief stets über 1.300 Meter, aber die 1.400 Meter hier sollten keinen großen Unterschied machen. Auch er könnte es in die Viererwette schaffen.“

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