Insider-Talk mit Dani Starck: „Wir alle sind „Rennsport“, und das muss bleiben!“

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Daniela Starck mit Prime Aspiration
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Sie betreibt in Weilerswist eine eigene Reitanlage mit Pferdetherapie und bildet Pferdewirte aus – Dani Starck ist seit vielen Jahren mit dem vollen Herzen im Galopprennsport in den verschiedensten Funktionen aktiv. Exklusiv im Inside-Interview auf dem RaceBets-Blog gibt Dani Starck einen ausführlichen Einblick in ihr spannendes Leben im Turf.

Daniela Starck im Portrait.

Welche Rolle spielt Sport in Ihrem Leben?

Dani Starck: Ich bin 1976 in Berlin geboren und aufgewachsen. Bereits meine Kindheit war geprägt von Sport: Leichtathletik, Schwimmen und Handball. Im Sommer 1988 fuhr ich dann mit einer Freundin mit der S-Bahn nach Berlin-Hoppegarten, und da stand er vor seinem Stall, mitten im Wald, mein „Trainerchen“ Udo Fritzenwanker. Von da an ließ mich der Rennsport nie wieder los. Nach der Schule, an den Wochenenden und in den Ferien, immer war ich im Stall und half, lernte auf der Bollensdorfer Trainierbahn reiten und fuhr später auch auf Reisen.

Aber es gab auch einen schweren Rückschlag?

Starck: Nach einem schweren Reitunfall mit 14 Jahren im Koma liegend und Intensivstation gab es nur eine Frage: Wann darf ich zurück in den Sattel?! Das ging natürlich schneller als ich eigentlich gedurft hätte. Die erste Reise war noch für unseren damaligen Nachbarn, Trainer Schäfke, nach Leipzig mit einer Übernachtung, damals sehr aufregend!

Was hat Ihre Jugend geprägt?

Starck: Die Umstrukturierung in der Wendezeit, die Privatisierung der „volkseigenen“ Rennpferde, das sich Selbstständig-machen der angestellten Trainer, der erste Deutsch-Deutsche Renntag in Hoppegarten, um nur einiges zu nennen, prägten meine frühe Jugend. Das Führen der Stute Girlfriend mit Lester Piggott im Sattel auf meiner Heimatbahn war nur eines der Highlights, wie mir später erst bewusst wurde.

Woran erinnern Sie sich sonst gerne?

Starck: Auch unvergessen war der Sieg im Großen Hoppegartener Jagdrennen mit der Stute Girlfriend, als große Aussenseiterin, im Sattel Renè Fritzenwanker, der im Laufe des Rennens an dritter Position als Einziger die richtige Strecke kannte und somit zu Ehre kam. Kiki Trybuhl, einer der beiden fehlgerittenen Jockeys erinnert sich sicherlich nicht gerne daran zurück. Trainer Udo Fritzenwanker aber dafür umso mehr, da er mehr feiern konnte, zu seinem 50. Geburtstag!

Udo Fritzenwanker im Portrait.

Welche Auslandserfahrungen haben Sie gesammelt?

Starck: Nach dem Abitur ging ich für ein Jahr nach Amerika, genauer gesagt nach Cincinnati in Ohio, direkt an der Grenze zu Kentucky, wo ich unter anderem auch 1996 das Kentucky Derby live und vor Ort miterleben durfte.

Wie ging es in Deutschland weiter?

Starck: Nach meiner Rückkehr arbeitete ich bis zum Beginn des Studiums für den Rennstall Darboven und Trainer Kieron Page in Hoppegarten. Studiert habe ich anfangs Sport und Englisch in Düsseldorf und bin dann zur BWL nach Köln gewechselt. Mit dem Umzug nach Krefeld und Studium in Düsseldorf, später in Köln, ritt ich erst bei Mario Hofer, bis ich dann bei Erika Mäder erst als Amateur begann und daraufhin auch in Anstellung als Arbeitsreiterin und Reisefuttermeisterin kam und später auch zusätzlich fürs Büro zuständig war. Eine schöne Zeit, auf die ich gern zurück blicke. Es war bei Erika und Lutz immer wie nach Hause kommen.

Erika MŠder im Portrait am 25.08.2018 Renntag in Baden-Baden.

Wie haben Sie sich beruflich weiterqualifiziert?

Starck: Da ich lernen und mich weiterentwickeln wollte, legte ich 2009 die Prüfung zum Besitzertrainer erfolgreich ab. Am 01.01.2010 kam dann der Startschuss für die erste eigene Anlage mit ca. 100 Boxen. Ich gründete die STARCK Reitanlage & Pferdetherapie. Eine Herausforderung, die sich schon früh als eine sehr große herausstellte. Es gab viele Hürden zu überwinden, da ich als „ Rennsportler“ in der Welt der Freizeit- und Turnierreiter in vielerlei Hinsicht umdenken musste. Dennoch gründete ich einen eigenen kleinen Rennstall mit dem Namen STARCK Racing und versuchte mein Glück mit dem Wallach Picture Post, einem 2007 geborenen Mr Greeley-Sohn. Dieser kam nur dreimal unter meiner Regie an den Ablauf, da er dann in die wohlverdiente Rente wollte. Er ist heute bei lieben Freunden im Taunus ein tolles Freizeitpferd und wird Western geritten. Da ich immer studiert und gearbeitet habe, wollte ich nun doch noch einmal die Schulbank drücken, und so absolvierte ich 2014/2015 meinen ersten Meisterlehrgang in Niedersachsen und legte erfolgreich den Titel als Pferdewirtschaftsmeisterin für Zucht und Haltung ab. Ein Jahr später folgte der zweite Lehrgang durch die Landwirtschaftskammer NRW, den ich ebenfalls erfolgreich als Pferdewirtschaftsmeisterin Galopprennsport beendete.

Die Ausbildung von Pferdewirten ist zu Ihrem Steckenpferd geworden. Wie kam es dazu?

Starck: Seit 2016 bilde ich Pferdewirte mit Schwerpunkt Haltung & Service aus. Im Laufe der Jahre bekam ich viele Einblicke in die unterschiedlichsten Reit- und Denkweisen, ja sogar in die der Polo-Welt. 2013 gründete ich mit einer Handvoll begeisterter Spieler und Reiter den Reit- und Poloclub Cologne e.V., dem ich heute noch als Präsidentin angehöre. Da im Polo heute meist nur noch, neben Criollos, mit englischen Vollblütern, teilweise von der Bahn und gelaufen, gespielt wird, habe ich mich auf das Wintertraining der Pferde spezialisiert.

Daniela Starck mit Viper.

Gibt es weitere Spezialbereiche Ihrer Tätigkeit?

Starck: Ein weiteres Steckenpferd meiner Unternehmungen ist die Trainingstherapie von Rekonvaleszenten. Nach Verletzungen und OP´s ist hier das kontrollierte Wiederantrainieren mit Hilfe des Aquatrainers, gezielter Boden- und Longenarbeit bis hin zu Beritt, von höchster Wichtigkeit. Wir arbeiten dabei mit renommierten Pferdekliniken eng zusammen und haben über die Jahre viele schöne Momente erlebt. Für mich gibt es nichts Schöneres, als wenn ein Pferd an seine alten Leistungen wieder anknüpfen kann und sich darüber hinaus noch zu steigern vermag.

Des Weiteren beherbergen wir auch „Urlaubspferde“, meist Renn- und Sportpferde, die sich nach einer anstrengenden Saison erholen sollen. Nicht zu guter Letzt ist die Pre-School für Rennpferde ein besonderes Herzensanliegen meinerseits. Besonders aufgrund tierschutzrechtlicher Debatten ist es hier besonders wichtig, für ein langlebiges und gesundes Leben unserer Pferde dafür zu sorgen, dass diese individuell und entsprechend ihrer Entwicklung und Möglichkeiten auf ihren Einsatz vorbereitet und darüber hinaus entsprechend ausgebildet werden, um auch nach ihrer Rennkarriere als großartige Freizeit- und Sportpartner als Familienmitglieder einen wunderschönen Platz finden zu können.

Wie sehen die Zukunft des Rennsports?

Starck: Der Rennsport begleitet mein Leben und umso beunruhigender sehe ich die Entwicklung der letzten Jahre. Es ist an UNS dafür zu sorgen, dass dieser wunderschöne Sport wieder mehr Akzeptanz und Liebhaber findet. Wir müssen aufklären, müssen diskutieren, uns kritischen Fragen stellen und in den eigenen Reihen vor allem konstruktiv hinterfragen, Meinungen zulassen und uns damit auseinander setzen, müssen Engagement schätzen und Kräfte bündeln. Wir alle sind „Rennsport“, und das muss bleiben!“

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