Ungewöhnliche Regeln im weltweiten Galopprennsport

Ungewöhnliche Regeln im weltweiten Galopprennsport
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Galopprennen gelten allgemein als eine der beliebtesten Sportarten der Welt, aber es gibt Regeln und Vorschriften, die selbst die größten Anhänger überraschen werden. Andererseits: wer sich auskennt, wird sich vermutlich nicht zu sehr wundern. In diesem Artikel stellen wir einige seltsame und ungewöhnliche Regeln im Zusammenhang mit Pferderennen vor, die vermutlich viele Leser nicht kennen.

Stichwort: Pferde benennen

Die Namensgebung von Pferden ist erst nach dem Einhalten vieler Regeln möglich, darunter die Vorgaben, dass maximal 18 Zeichen, keine Leerzeichen oder Satzzeichen und nicht mehr als sieben Silben gestattet sind. Das ist eigentlich in jedem wichtigen Rennsportland der Fall. Eigentümer müssen auch politische Namen wie man so sagt sein lassen und dürfen die Tiere nicht nach berühmten Personen benennen ohne deren Einwilligung oder ohne die Einwilligung der Nachlassverwalter. Nur in Deutschland gibt es die Vorgabe, dass der Name des Pferdes mit dem gleichen Buchstaben beginnt, wie der Name der Mutter.

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Die Startzeiten

Die Pferde und Jockeys beim Start
Die Pferde und Jockeys beim Start

Die Zeit, zu der ein Rennen beginnen soll, wird als „Post Time“ bezeichnet, übrigens nicht nur in englischsprachigen Ländern. Der Begriff bezieht sich auf die Zeit, zu der alle Pferde am Pfosten oder an der Startmaschine ankommen und Wetten abgeschlossen werden müssen, da die Pferde starten. Es werden, aus welchen Gründen auch immer, viele schräge Startzeiten vorgegeben. Also zum Beispiel 13:42 Uhr, 15:07 Uhr, 17:27 Uhr und so weiter. Weshalb dies so ist – niemand weiß es. Pünktlichkeit ist, vorsichtig formuliert, im Galopp- und Trabrennsport nicht gerade garantiert.

Wetten auf mehrere Pferde desselben Besitzers

Lange galt, vor allem in Frankreich: Wenn ein Besitzer mehr als ein Pferd im Rennen hat, konnte eine Stallwette gesetzt werden. Diese Regel wurde in vielen Ländern abgeschafft (in Deutschland gab es sie angeblich bis in die 70er), aber erst im Jahr 2019 in Frankreich. Sie wirkte wie aus einer anderen Zeit stammend – und genau das war sie ja auch. Pferde wurden de facto seltener gekoppelt, um mehr Wettinteressen zu schaffen, die Zeiten hatten sich geändert. Für Generationen gab es in einigen Ländern unterschiedliche Regeln, nach denen alle Pferde des Besitzers disqualifizieren werden konnten, obwohl nur eines zum Beispiel einen Gegner behindert hatte.

Die Nutzung der Startflagge in Flachrennen

Die neue Startmaschine
Die neue Startmaschine

Unter außergewöhnlichen und dringenden Umständen darf jedes Rennen, unabhängig vom Typ, mit einer Flagge gestartet werden, sofern der Starter dies entscheidet oder zuvor die Erlaubnis des Stewards (also von der Rennleitung) eingeholt wurde. Außergewöhnlich kann ganz einfach bedeuten, dass die Maschine defekt ist oder dass der Traktor zum Ziehen nicht mehr fährt. So etwas kam vor. Das ist vielleicht keine ungewöhnliche Regel, aber für viele Zuschauer ein seltsamer Anblick. Zumindest für Flachrennen. Hindernisrennen werden immer mit der Flagge gestartet, außer in Australien und Neuseeland, wenn die vorliegenden Infos stimmen. Dort gibt es spezielle Startboxen.

Jockeys müssen auf dem Pferd sein

Obwohl die Wetter ihre Wetten auf das Pferd und nicht auf den Jockey platzieren, muss ein Reiter die Ziellinie auf seinem Pferd überqueren, damit es als Abschluss des Rennens gilt. Auch das ist nicht ungewöhnlich, wenn man ein wenig nachdenkt, aber man spricht ja von Pferderennen. Uninformierte Rennbahnbesucher fragen im Falle eines reiterlosen Pferdes, das als erstes die Ziellinie überquerte, häufig, ob sie dennoch gewonnen haben.

Disqualifikationen und Sanktionen

Eine der Regeln des Pferderennens ist, dass Reiter versuchen müssen, ihre Pferde nach besten Kräften zu reiten, um zu gewinnen. Wenn die Rennleitung glaubt, dass ein Reiter dies nicht getan hat, können Sanktionen verhängt und das betreffende Pferd und der betreffende Jockey sogar disqualifiziert werden. Ungewöhnlich ist, dass die Regeln von Land zu Land unterschiedlich sein können. Das betrifft vor allem die Nutzung der Peitsche. Und den Fakt, dass ein Pferd, das in Frankreich disqualifiziert wird, aus der Wertung genommen werden kann, während es zum Beispiel in Deutschland nur einen Platz zurückgestuft wird.

Die Rennzeiten können aus ungewöhnlichen Gründen geändert werden

Die Uhr
Die Uhr

Die Rennleitung kann in England die Startzeit eines Rennens aufgrund spezieller Pferde tatsächlich ändern. Bei den Prince of Wales Stakes führte die Teilnahme des japanischen Starters Deirdre kürzlich zu dem ungewöhnlichen Schritt, die Rennzeit nach hinten zu setzen, damit die Rennsportfans aus Japan den Start des Pferdes live verfolgen konnten. Man entschied sich für 15.40 Uhr, was 23.40 Uhr in Japan bedeutete.

Reiterlose Pferde

Die Rennleitung hat die Befugnis, jedes Pferd vom Start zurückzuziehen, wenn es zum Zeitpunkt des Starts ohne Reiter ist. Ungewöhnlich wird diese Regel, wenn das Pferd den Reiter immer wieder abwirft, also nicht geritten werden will.

Das Thema Gewicht

Im Dezember, Januar und Februar darf das Wiegen für ein Flachrennen automatisch 4 Pfund weniger betragen als auf der Waage angegeben, um das Tragen einer Sicherheitsweste und zusätzlicher Kleidung zu ermöglichen. Das ist aber von Land zu Land anders. In Corona Zeiten konnten ebenfalls etwas höhere Gewichte in den Sattel gebracht werden. In Frankreich gibt es eine Gewichtserlaubnis für Reiterinnen, die 2020 auf 1,5 Kilo herab gesetzt wurde. In Deutschland konnte man sich nicht auf eine vergleichbare Regelung einigen. Nachwuchsreiter dürfen immer weniger Gewicht in den Sattel bringen, jedenfalls bis zu einer je nach Land unterschiedlichen Siegzahl. Das soll die Unerfahrenheit gegenüber den erfahrenen Jockeys ausgleichen.

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