Galopp+Insider Waldemar Hickst: „Wir wollen mehr Gruppe-Rennen gewinnen“

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632 Siege feierte Waldemar Hickst als Jockey, doch zur Elite seiner Zunft gehört der gebürtige Kirgise seit dem Wechsel ins Trainer-Metier im Jahr 2003. Mit 650 Treffern hat er die frühere Erfolgsziffer übertroffen. Auch viele der allergrößten Rennen  des Landes sowie wichtige Prüfungen im Ausland stehen auf dem Konto des Wahl-Kölners. Stets findet er einen Platz in den Top 5, Jahr für Jahr zeichnet sich der inzwischen 53-jährige durch seine Konstanz aus.

2016 war zwar sicher nicht das absolute Über-Jahr, aber mit 52 Siegen und einer Gewinnsumme von 948.018 Euro im In- und Ausland  konnte sich die Bilanz dennoch sehen lassen, zumal mit Articus und Parvaneh auch insgesamt drei Gruppe-Treffer eingefahren wurden. Wie ein Uhrwerk geht es bei Hickst immer vorwärts, der schon im Alter von elf Jahren erstmals mit Rennpferden in Kontakt kam, sich selbst als strengen Trainer bezeichnet, bei dem Ordnung herrschen muss und dessen bevorzugte Farbe Rot ist, wie man an seinem Stall auf Anhieb sehen kann.

Exklusiv im RaceBets Blog berichtet Waldemar Hickst über seine bisherigen Erfolgsstationen und seine Ambitionen für die neue Saison 2017:

„In meiner Heimat habe ich viele große Rennen, wie das Derby oder die Oaks gewonnen. In Deutschland war die Arbeit für Harro Remmert für mich richtungsweisend. Besonders gerne erinnere ich mich an die tollen Erfolge und großen Platzierungen mit Dictum, White Rose oder Midnight Angel, auch in klassischen Rennen.

Als Harro Remmert seine Trainer-Karriere beendet hat, habe ich erst noch ein Jahr für Andy Trybuhl geritten und danach mit 20 Boxen selbst als Trainer angefangen. Das war am 1. Januar 2003. Die Tendenz ging schnell nach oben.  Als Trainer war der Erfolg mit Almerita 2006 im Preis der Diana das absolute Highlight. Aber auch Precious Boy, der unter anderem den Preis des Winterfavoriten und das Mehl-Mülhens-Rennen gewann, war ein Ausnahmepferd. Oder ich denke an Zazou und Wiesenpfad, Pferde mit richtig großem Potenzial.

Almerita unter Darryll Holland mit Trainer Waldemar Hickst nach dem Sieg im Henkel Preis der Diana 2006

Veranlagte Pferde geben jedem Trainer den Erfolg. Wenn man keine guten Pferde hat, dann stellen sich auch die Siege nicht ein. 2016 war nach Siegen mein schwächstes Jahr nach Anzahl der Siege, nun wollen wir 2017 mehr Rennen und natürlich ein paar Gruppe-Rennen gewinnen. Frankreich ist wie immer ein großes Ziel. Die Verdienst- und Einsatzmöglichkeiten sind dort einfach besonders groß.

Bei den älteren Pferden ist die Auswahl nicht ganz so groß, zumal Articus und Parvaneh verkauft worden sind. Ich denke, dass Shadow Chaser kein Handicapper ist, Atreju ist am Montag in Hannover im Ausgleich I am Ablauf, und Fast Lightning sich normalerweise auch hocharbeiten kann. Er startet am Ostersamstag im Listenrennen in Berlin (Zum Wettmarkt).

Zur Zeit haben wir 80 Pferde, darunter sind ein paar richtig schnelle Dreijährige und keine schlechten Zweijährigen. Parviz, im Besitz von Darius Racing, hat noch eine Derby-Nennung, man muss abwarten, wie weit er kommt. (Zum Derby-Wettmarkt)

Das Kölner Schwarzgold-Rennen am Ostermontag steuert Peace in Motion an, der ich bei den Stuten im Derby-Jahrgang einiges zutraue. (Zum Wettmarkt)

Besonders gerne bin ich in Baden-Baden und Hannover. Herr Baum hat auf der Neuen Bult wirklich viel investiert. Dort gefällt es mir ganz gut. In Deutschland reise ich gerne und viel, da kommen sicher 30.000 bis 40.000 Kilometer im Jahr mit dem Auto zusammen. Nach Frankreich fahre ich aber nicht so oft, da die Rennen oft unter der Woche sind, und wenn man ein oder zwei Tage am Stall fehlt, dann ist das nicht gut für das Geschäft.

In meiner Freizeit angle ich mit Vorliebe, und zwar überall. Das ist eine perfekte Entspannung zur Arbeit.“

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