Bemerkenswerte Rennbahnen in Europa


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Was ist eine bemerkenswerte Rennbahn? Eine, die eine besondere Aura hat. Diese kann optisch, historisch oder sportlich begründet sein. In diesem Artikel stellen wir einige europäische Bahnen vor, die wir für bemerkenswert halten, selbstverständlich ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit. Auf andere Kontinente blicken wir in Artikeln, die nach und nach erscheinen.

Ascot: die königliche Rennbahn

Am 11. August 1711 wurden auf Initiative der damaligen Queen Anne die ersten Rennen in Ascot gelaufen. Die Kursführung der Rennbahn ist dreieckig. Der Zuschauerbereich „Royal Enclosure“ geht in seiner heutigen Form auf König George IV zurück. Nach einem Beschluss aus dem Jahr 1813 muss auf diesem Gelände Pferdesport übrigens stattfinden. Die Verbindungen zur Monarchie sind eng, ein Repräsentant sitzt im Vorstand und bei Royal Ascot im Juni ist die königliche Familie zu Gast. Es ist die Zeit des berühmten Dresscodes mit großen Hüten bei den Damen und Frack sowie Zylinder bei den Herren.

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Cheltenham: Hindernis Mekka

Der Cheltenham Racecourse liegt im Prestbury Park. Die prestigeträchtigste Veranstaltung ist das Cheltenham Festival, das alljährlich im März stattfindet. Die Rennbahn liegt landschaftlich reizvoll in einem natürlichen Amphitheater, direkt unterhalb des Steilhangs der Cotswold Hills bei Cleeve Hill. Sie hat eine Kapazität von 67.500 Zuschauern. Die Hauptrennbahn bietet zwei separate Kurse nebeneinander, den Old Course und den New Course. Der New Course hat einen längeren Abschnitt für Steeplechases als der Old Course. Hürdenrennen über zwei Meilen auf dem New Course haben außerdem die Besonderheit, dass die meisten Hürden schon früh im Rennen gesprungen werden und nur zwei Hürden auf den letzten 1400 Metern. Der Old Course ist die Rennbahn, die für The Showcase, das November Meeting und die ersten beiden Tage des Cheltenham Festivals genutzt wird. Es gibt auch einen Cross-Country-Kurs, der innerhalb der Hauptrennbahn angelegt ist und für Cross-Country-Steeplechases genutzt wird.

Curragh: Irlands Paraderennbahn


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Der Curragh ist eine der wichtigsten Rennbahnen Irlands. Sie befindet sich in der Grafschaft Kildare, zwischen den Städten Newbridge und Kildare. Der Name „Curragh“ kommt vom irischen Wort Cuirreach, was so viel wie „Ort des laufenden Pferdes“ bedeutet. Das erste aufgezeichnete Rennen fand im Jahr 1727 statt, doch das Gelände wurde schon vorher für Rennen genutzt. Das erste Derby wurde 1866 entschieden, aber erst im Jahr1868 wurde der Curragh durch einen Parlamentsbeschluss offiziell zur Pferderenn- und Trainingsanlage erklärt. The Curragh ist ein Rechtskurs, hufeisenförmig, mit einem anspruchsvollen Bergauf-Zieleinlauf. Hier werden alle fünf irischen Klassiker entschieden.

The Curragh, Foto: TT
The Curragh, Foto: TT

Deauville: an der Atlantikküste

Die Galopprennbahn von Deauville, die im Jahr 1864 eröffnet wurde, gehört zu den angesehensten in ganz Frankreich. Sie liegt an der Atlantikküste, heißt eigentlich Deauville-La Touques und ist 75 Hektar groß mit allen Nebenbereichen. Zu ihr gehören auch diverse Polo-Plätze. Es gibt auf der Anlage vier Jahreszeiten mit Rennen. Nebenbei bemerkt befindet sich nur wenige Kilometer entfernt eine weitere Rennbahn: Clairefontaine.

Leopardstown: beide Disziplinen

Der Leopardstown Racecourse befindet sich 8 Kilometer südlich von Dublin. Es finden hier sowohl National Hunt- als auch Flach-Rennen statt. Der Kurs wurde von einem gewissen Captain George Quin gebaut, der sich an der englischen Bahn von Sandown orientierte. Die Fertigstellung erfolgte im Jahr 1888. Eine Besonderheit ist die Leopardstown Hall of Fame. Sie ehrt berühmte irische Trainer, Jockeys und Pferde. Ein Golfplatz und ein Clubhaus sind weitere Besonderheiten. Die Anlage bietet aber auch Designerläden, ein Fitnesscenter, den Leopardstown Pavilion, die eine Bar, ein Restaurant, die Paddock Food Hall, einen Nachtclub, ein Pub sowie zahlreiche Bars und Snackangebote. An jedem Freitag findet ein Bauernmarkt statt.

Leopardstown, Foto: TT
Leopardstown, Foto: TT

Newmarket: Das Galoppsportzentrum in England

Newmarket liegt in der Grafschaft Suffolk und bietet zwei Rennbahnen: die Rowley Mile und den July Course. Hier befinden sich gefühlt hunderte von Trainingsställen, das Auktionshaus Tattersalls, das National Horseracing Museum und das National Stud. Auf der Bahn werden zwei der fünf klassischen Rennen des Landes entschieden – die 1.000 Guineas und 2.000 Guineas – sowie zahlreiche weitere Gruppe-Rennen.

Die Rennbahn selbst wurde 1636 gegründet. Um 1665 weihte Charles II. die Newmarket Town Plate ein und wurde im Jahr 1671 der erste und einzige regierende Monarch, der einen Sieger in einem offiziellen Pferderennen ritt. Das erste aufgezeichnete Rennen war übrigens ein Kampf um 100 Pfund zwischen Pferden im Besitz von Lord Salisbury und Marquess of Buckingham im Jahr 1622.

Bis 1744 waren die beiden wertvollsten Rennen in Newmarket die King’s Plate und die Town Plate. In jenem Jahr kamen zwei weitere Plate-Rennen hinzu, die von lokalen Händlern bezahlt wurden und beide 50 Guineas wert waren – eines war ein Rennen für Fünfjährige, eines war ein offenes Altersgewichtsrennen. Beide führten über vier Meilen. Zu dieser Zeit fanden die offiziellen Veranstaltungen in Newmarket nur zweimal im Jahr statt – einmal im April und einmal im Oktober. Ein zweites Frühjahrsmeeting wurde 1753 eingeführt.

Es gibt wie erwähnt zwei Bahnen: den Rowley Mile Course (benannt nach Old Rowley, dem Lieblingsrennpferd von König Charles II) und den July Course. Beides sind breite Bahnen, die nur für Flachrennen genutzt werden und jeweils ein Fassungsvermögen von knapp über 20.000 Besuchern haben.

Rowley Mile Course, Foto: TT
Rowley Mile Course, Foto: TT

Der Rowley Mile Course hat eine zwei Kilometer lange Gerade mit kleinen Wellen. Das vorletzte Furlong (200 Meter) führt bergab und der letzte bergauf und bildet „The Dip“. Rennen, die über die Distanz von 2000 Meter hinausgehen, starten auf dem ‚Cesarewitch‘ oder ‚Beacon‘ Kurs, der rechtsherum in die Gerade einbiegt.

Der July Course, manchmal auch Summer Course genannt, hat eine 1600 Meter lange Gerade, bekannt als ‚The Bunbury Mile‘. Nach 400 Metern geht es ein langes Stück bergab, bevor es bergauf zum Ziel geht. Dieser Kurs nutzt ebenfalls den ‚Cesarewitch/Beacon‘-Kurs für längere Distanzen und biegt wiederum rechts in die Gerade ein.

Technisch gesehen gibt es in Newmarket einen dritten Kurs, den Round Course, aber dieser wird nur einmal im Jahr für die Newmarket Town Plate genutzt, ein Rennen von großer historischer Bedeutung, aber kein Spitzenrennen.

Pardubitz: Heimat des schwersten Jagdrennens

Die Pardubitzer Steeplechase (Rennen) Velká Pardubická gilt als das schwierigste Hindernisrennen in Kontinentaleropa. Es findet seit dem Jahr 1874 jeden Herbst auf der Bahn von Pardubitz statt. Erster Gewinner des Pardubitzer Steeplechase war der Hengst Fantome. Die Bahn misst 6.900 Meter und zählt 31 Hindernisse. Die Pferde schaffen das Rennen innerhalb von 10 Minuten. Es gibt vom Frühjahr an Vorbereitungsrennen. Eine Besonderheit präsentiert sich Spaziergängern auf dem Kurs: Grabsteine.

128. Velka Pardubicka, Foto: TT
128. Velka Pardubicka, Foto: TT

Vincennes: Das Traber Mekka Das Hippodrome de Vincennes ist eine Trabrennbahn in Vincennes bei Paris. Wir wollen sie an dieser Stelle erwähnen, da es sich ebenfalls um eine besondere Rennbahn handelt und weil es nicht ausschließlich um Galopprennen gehen soll. Die Anlage wurde zunächst im Jahr 1863 erbaut. Nach der Zerstörung des Geländes während des Deutsch-Französischen Krieges – so steht es auf Wikipedia – wurde die Bahn im Jahr 1879 neu aufgebaut. Veranstaltungen finden das ganze Jahr über statt, Highlight ist der Prix d’Amerique Ende Januar. Platz haben auf der Anlage 90.000 Menschen. Somit handelt es sich um eine der größten Rennbahnen in Europa.

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