Die ersten Nachkommen

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Ich bin ja immer ganz gespannt auf erste Jahrgänge von diesem oder jenem Hengst. Gerade, wenn man ein beeindruckendes, oder besonders außergewöhnliches Exemplar hat. Aber eben auch die Fohlen von Ausnahmestuten sind spannend. Was bekommt man? Etwas noch Größeres? Etwas noch Besseres? Oder eine laufende Seegurke, die mit Ach und Krach über die Bahn scheppert, ganz egal wie nobel gezogen? Das ist ja eine Wissenschaft für sich, um die sich viele Mythen und Legenden ranken. Tesio war zum Beispiel der Meinung, dass Stuten auf der Bahn ihre „nervliche“ Energie dafür verpulvert haben und deswegen in der Zucht floppen. So ganz ist das scheinbar nicht von der Hand zu weisen, denn es gibt viele Stuten, die nichts von Belang produzieren, obwohl sie selbst die wichtigsten Rennen ihrer Zeit gewannen.

Auch ist er der Meinung, dass die Natur sich eine Generation ausruhen muss, da durch seine Untersuchungen zur damaligen Zeit die Bestätigung kam: Drei Derby-Sieger können aus einer Linie ununterbrochen kommen, aber die vierte Generation wird von einem anderen Hengst überholt. Seine Untersuchungen basieren natürlich auf den Fakten, die er damals untersuchen konnte – interessant finde ich sie dennoch, weil sie zu dem Zeitpunkt stimmt. Ob es tatsächlich weiterhin so ist, habe ich nicht nachgeprüft, ich kann mir aber vorstellen, dass es so geblieben ist. In der dritten Generation bricht es ab. Sind also die Hengstnachkommen dann oft die berühmte dritte Generation, wo es aufhört, wenn sie nichts von „Belang“ produzieren? Ne. Da ist noch ein Frankel, der Tesios Theorie ad absurdum führt. Auch wenn er sie natürlich für Derbysieger aufgestellt hat, so ist es doch unbestritten, dass diese Linie einfach nicht abreißt, großartige Pferde zu produzieren. Wenngleich nicht alles Derbysieger. Angefangen mit Tesios eigenem Pferd Nearco, der Nearctic brachte, wonach Northern Dancer kam… und den Rest kennt ihr ja. Kombiniert mit der ursprünglichen Schlenderhaner A Linie, was kann man sich Besseres wünschen?

Als Rennsportbegeisterter ist man ja meistens sehr traurig, wenn ein besonders gutes Pferd in die Zucht geht. Da heißt es Warten. Warten darauf, dass etwas Historisches passiert. Der neue Beschäler geht aufs Gestüt, die Stute ebenfalls und nun wird eben gewartet. Bei Stuten probiert man es ja auch nicht gleich mit dem teuersten Hengst. Denn, vielleicht verfohlt sie, nimmt generell nicht gut auf, ist eine Rabenmutter… kann ja alles passieren. Man möchte erst Mal gucken, was sie alles vererbt, bevor man es wirklich wagen kann. Zarkavas erste Fohlen sind zum Beispiel nicht auf die Bahn gekommen, die Stute direkt in die Zucht, die Hengste… keine Ahnung wohin. Der nächste gewann aber Gruppe I und steht jetzt selbst den Stuten zur Verfügung. Und dann ist da die Kombination, die Krönung… eigentlich. Und man bangt bei solchen Kombinationen ja immer besonders mit: Frankel + Zarkava. Zwei Ungeschlagene. Was bringen die nun für ein Fohlen? Ungeschlagene, bis jetzt. Zarkamiya ist ungeschlagen. Perfektion.

Tja… MUSS ja wohl, sagt jetzt der Laie. Toll und toll muss doch ein tolles Fohlen bringen. Aber wo kommen dann die Pferde her, die nicht so toll gezogen sind, aber einschlagen wie eine Bombe? Oder gar: leidlich ihre Rennen gewinnen, ihren Deckhengststatus noch so irgendwie bekommen, aber dann diverse Sieger produzieren? Tja, das ist das Geheimnis der Natur. Tesio mochte dem seinerzeit recht gut auf die Schliche gekommen sein, aber natürlich hatte auch er nie eine Garantie, dass das nächste Fohlen der große Wurf wird. Man kann das nie voraussehen. Es ist schlichtweg unmöglich. Die Vollblutzucht ist voll von diesen Pferden. Das klassische Beispiel: Signorinetta. Das moderne Beispiel: Overdose. Aus dem Nichts. Ist nur die Frage, ob sich diese Linien halten. Wer weiß das schon? Gerade fiebere ich nämlich auf die ersten Starts der Overdose Fohlen aus Deutschland hin. Leider ja nicht sonderlich viele.

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