Endlich Grasbahn

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Nichts wandelt radikaler sein Gesicht als die Rennbahn, wenn es um Jahreszeiten geht. Steht man in Neuss zitternd in der Kälte ohne Tribüne und ist erschrocken, wenn jemand was zu einem sagt, weil das impliziert, dass man gar nicht mehr allein auf der Bahn ist. Da bekommt man ja immer einen Schreck, vor allem, wenn man waschechter Zuschauer ist, dort nicht arbeitet und auch kein Pferd besitzt, irgendwas abholen will, oder jemanden kennt, der nur nicht alleine hinfahren wollte, wenn er drölf Stunden herumsitzt, bis er sein Pferd wieder mitnehmen kann.
Sobald die Grasbahnsaison losgeht, dauert es ein wenig. Jedenfalls war das früher so, jetzt fallen ja immer mehr Renntage aus, aber ich kenne noch relativ besuchsarme Renntage auf den großen Bahnen, weil das Wetter eben noch so richtig mies ist – und wenn dann niemand einen Fußballclub eingeladen hat, kommen eben auch nur die Harten.

Da hat man also noch Zeit, sich zu akklimatisieren. Meist geht das zu Ostern mit den ersten Grupperennen dann richtig los. Plötzlich wird die Bahn voll. Ich bin immer ganz erstaunt, wo die ganzen Menschen herkommen, und wieso dann manchmal so wenig Geld umgesetzt wird. Fakt ist leider, dass wenige Leute wegen der Pferde kommen, sondern mehr so nach dem Motto: Naja, die Kinder müssen ja mal bei schönem Wetter raus und da isses grün und weit fahren braucht man auch nicht. Schwupp – ab auf die Rennbahn. Immerhin kostet die mittlerweile so ziemlich überall Eintritt, sodass der Rennverein was davon hat.

Die Mehrheit sind zum Glück trotzdem Rennsportfreunde, das merkt man daran, wenn das erste Grupperennen gelaufen wird. Das ist ein wichtiger Unterschied und den merkt man nur, wenn man auf der Bahn ist. Vorher ist alles voll, jeder drängelt, alle wollen Plätze, die Leute wetten irgendwas, wuseln hin und her, aber sie sind nicht wirklich gebannt dabei. Nicht 100% aufmerksam. Wenn das Grupperennen anfängt, dann passiert da etwas. Ich kann das nicht mal genauer beschreiben, weil dafür definitiv ein Wort im Deutschen fehlt. Im Führring ist das noch nicht so ganz ersichtlich, aber sobald die Pferde rausgehen, kommt da irgendwie eine feierliche Stimmung auf. Selbst, wenn der gesamte Renntag eher nicht so feierlich ist, sondern runtergespult wird. Die Menschen dort, die Zuschauer, machen den Moment feierlich.

Plätze werden gesucht und es herrscht Spannung. Die kann man beinahe fühlen. Sobald die Startboxen aufgehen, wird höflich applaudiert, aber die Spannung steigt trotzdem. Es brummt auf den Tribünen, noch scherzen die Leute und sind immer noch nicht so ganz dabei. Das ändert sich dann irgendwann im letzten Bogen vor der Zielgeraden. Und da erst entfaltet sich die Faszination Galopprennen. Wer nie beim Finish auf der Tribüne gesessen und eine Gänsehaut bekommen hat, der muss ein Herz aus Stein haben. Denn das, was jetzt passiert ist einfach unglaublich. Mit einem Mal hat jemand die Lautstärke um einige Dezibel aufgedreht. Es ist unnatürlich laut. Die Menschen, die Pferde, deren donnernde Hufe man plötzlich bis unters Dach hört. Die Energie, die auf der Bahn freigesetzt wird, ist enorm. Es wird noch lauter. Menschen springen auf und fangen an zu brüllen. Biedere alte Herren, die 50 Cent gewettet haben. Es ist wie Magie. Magie, die an einem einzigen Wort klebt: „Gruppe“ Rennen.

Ist das nicht kurios? Selbst Nichtrennsportler sind davon dann doch irgendwie fasziniert, wenn sie zum ersten Mal ein Grupperennen sehen. Was vorher ist, ist dagegen oft sehr langweilig für den Zuschauer, der noch keinen Überblick hat. Aber der Magie kann er sich am Ende nicht entziehen. Deswegen nehme ich auch immer meine Nichtrennsportler mit zu Grupperennen. Einmal gesehen, lässt einen das nämlich nicht unbedingt wieder los. Und was will man da mehr?

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