Galopp+Insider Marion Weber: „Mit Pferden zu arbeiten, war immer mein Traum“

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131 Rennen gewann sie als Trainerin in Neuss, doch inzwischen ist sie als Futtermeistern ein wichtiger Teil des hocherfolgreichen Teams von Champion Markus Klug im Gestüt Röttgen: Marion Weber, die am 7. Juni ihren 40. Geburtstag feierte, war früher aber auch eine hocherfolgreiche Springreiterin.

Exklusiv im Galopp+Insider auf dem RaceBets-Blog berichtet Marion Weber über ihre vielfältige Laufbahn mit den Pferden.

Little Millenium siegt unter Marion Weber am 01.07.2011 Renntag in Hamburg.

„Von klein an träumte ich davon, mit Pferden zu arbeiten. Meine Eltern unternahmen recht viele Versuche, um mich in eine andere Richtung zu lenken. Alles vergebens. Egal ob Tennis, Schwimmen, Pfadfinder oder Trompete spielen, die Pferde waren immer stärker. Mit acht Jahren bekam ich dann mein erstes Pony zu Weihnachten. Er trug den Namen Speedy. Speedy war ein Welshpony-Mix ohne Papiere, nicht allzu groß. Mehrere hundert Kinder lernten das Reiten auf ihm. Er war nahezu einmalig, hörte auf mich wie ein Hund. Mein Sohn Robin Weber konnte ihn alleine reiten, da war er noch keine zwei Jahre alt. Erst vor viereinhalb Jahren ist Speedy in meinen Armen friedlich eingeschlafen.

Mit ungefähr 15 Jahren habe ich angefangen, Springturniere zu reiten. Kreismeisterschaften, Jugendmeisterschaften, Jugendchampionate, Nissan-Cup und auch Salut Festival in Aachen. Sogar international in Österreich konnte ich mich platzieren. Als ich 19 war, kam sogar ein Brief vom Bundestrainer mit der Einladung zum Bundeskader. Das musste ich absagen, denn zu dem Zeitpunkt war ich im fünften Monat schwanger. Mit 18 habe ich die Leitung der Reitschule übernommen, habe am Tag ca. 40-50 Schüler unterrichtet. Robin war vier Wochen alt, da habe ich schon wieder Turnier geritten.

Irgendwann stand Simone Zimmermann bei mir in der Reitschule und wollte einen Gutschein für eine Zehnerkarte für ihren Mann kaufen. Bis dahin war ich noch nie auf einer Rennbahn. Ihr damaliger Mann, Gerd Zimmermann (Stall Jenny), war Eigner von Rennpferden. So kam der Kontakt zur Rennbahn. Erst waren es die beiden ausrangierten Galopper San Rafael und Anono, die als Schulpferde eingesetzt wurden, dann folgte im Oktober der erste Besuch in Gelsenkirchen. Von nun an ging es ganz schnell, ich meldete mich noch nur Besitzertrainerprüfung im Dezember 1999 an. Als ich anfangs in dem Kurs saß, hatte ich überhaupt keine Ahnung, wovon gesprochen wurde. Ausgleich, Handicap oder Debütant hatte ich vorher noch nie gehört. In den drei Wochen gelang es mir aber, alles zu verstehen, dass ich die Prüfung auch bestand.

Siberienne siegt unter Frau Marion Weber am 04.07.2008 in Hamburg-Horn.

Die nächste Hürde war geschafft, am 15.1.2000 hatte ich meinen ersten Starter in Neuss, Gunners mit Sandor Nehmeth. Er war unplaziert. Ab Sommer haben Jiri Palik und seine damalige Frau Vicki mit mir in der Arbeit geritten. Jiri hat dann alle Pferde im Rennen gesteuert, wenn er da war. Am 26.12.2000 feierten wir dann unseren ersten Sieger zusammen, Corda in Neuss. Der Toto zahlte damals 856:10 Euro.

Von nun ab lief es ganz gut. Im Oktober 2002 habe ich dann den Amateurschein gemacht. Im November dann der erste Ritt. Beim vierten Versuch konnte ich ein Amateurrennen in Dortmund überlegen mit 15 Längen gewinnen. Mein erfolgreichstes Pferd war Marksman, er kostete damals nur 250 DM. Mit ihm siegte ich fünfmal, sogar in einem Ausgleich II mit Höchstgewicht. Marksman spielt mittlerweile in Belgien erfolgreich Horseball.

2004 und 2005 wurde ich Championesse der Besitzertrainer, 2005 holte ich auch noch das Vizechampionat bei den Amateurreiterinnen. Auch die Perlenkette konnte ich gewinnen. Parallel zum Rennstall lief die Reitschule, das hieß jeden Tag ca. 14-16 Stunden Arbeit. 2007 habe ich dann die Meisterprüfung absolviert, natürlich musste alles andere auch noch weiter laufen. Da blieb zum Lernen keine Zeit, aber es ging alles gut, so dass ich die Meisterprüfung am 14.12.2007 bestand. Ab dem 01.01.2008 machte ich mich selbständig in Neuss. Mit sechs Pferden ging es los, nach und nach füllten sich die Boxen. Auch Robins Ponys standen im Rennstall und wurden für die Rennen vorbereitet.

Little Millenium siegt unter Marion Weber am 01.07.2011 Renntag in Hamburg.

Mit Il Ticino wurde der 100. Deutschland-Treffer perfekt. Es folgten auch Erfolge im Ausland. Für das Gestüt Ohlerweiherhof kam unter anderem die Stute Seduisant in den Rennstall. Sie platzierte sich in Le Croise-Laroche und gewann beim Folgestart in Maisons-Laffitte in einem Verkaufsrennen mit 20 Pferden unter Johan Victore. Seduisant siegte Start -Ziel mit fünf Längen Vorsprung. Sie gewann auch noch ein Rennen in Vittel. Mit Red Cat gelang ein Erfolg in Maisons-Laffitte. Im Sattel saß Antony Crastus. Der für Nastasja Volz laufende Ustilago gewann beim ersten Start unter meiner Regie in Belgien. Danach setzte er sich auch in Nancy und sogar in Italien durch.

Auch einige Araber zogen ein. Für Huub Otermans siegte ich mit Phraseur Kossak in Hoppegarten. Außerdem gewann dieser noch ein großes Rennen in Duindigt/Niederlande und platzierte sich auf Listenebene in Ostende. Leider hatte er dort viel Pech mit dem Rennverlauf, im ersten Bogen stürzte ein Pferd vor ihm, und er kam aus dem Rhythmus. Er kam von letzter Stelle angeflogen und war nur knapp geschlagen Dritter. Speed Kossak gewann ebenfalls 2 Rennen für mich. Da ich in diesem Jahr die erfolgreichste Trainerin von Arabern war, folgte eine Einladung nach Beverly Hills. Leider konnte ich das nicht wahrnehmen, denn im Stall musste es weiter gehen. Besonders toll waren auch meine beiden Erfolge im Trainerreiten mit Siberienne und Little Millennium.

Rennpferde bei der Morgenarbeit im Rennstall Marion Weber am 25.05.2013. Trainingsimpressionen in Neuss.

Letztes Jahr im März habe ich die Selbständigkeit aufgeben. Für einen kleinen Stall ist es enorm schwierig, wenn keine jungen Pferde nachkommen. Der Aufwand, einen kleinen Stall halbwegs wirtschaftlich zu betreiben, ist eine große Belastung, denn es bedeutet 365 Tage im Jahr rund um die Uhr anwesend zu sein. Ich war in 25 Jahren genau 2 mal 8 Tage im Urlaub, und auch da immer erreichbar. Ich habe es aus Leidenschaft mit viel Herzblut gemacht, dann aber irgendwann überlegt, ob es noch was anderes gibt, außer Pferde und Arbeit. Dann habe ich Ende März 2017 den Schlussstrich für den eigenen Betrieb gezogen und bin nach Warendorf umgezogen. Meine Stute habe ich mitgenommen, die weiteren Pferde sind zu anderen Trainern gegangen.

Von nun an hatte ich auch Freizeit und habe mich auch anderen Dingen zugewendet. Ich wollte immer schon tanzen, hatte dafür nie Zeit. In Warendorf habe ich mit Zumba angefangen, mache es jetzt in Köln weiter. Es ist ein perfekter Ausgleich für mich und macht mir großen Spaß. Ich erweitere das demnächst und fange mit Salsa an.

Jetzt habe ich einen perfekten Job als Futtermeisterin bei Markus Klug in Köln. Ich reite zwei Lots und bin für die Fütterung zuständig. Ansonsten alles, was anfällt. Das Team ist super, ich fühle mich sehr wohl und mache meine Arbeit gerne.“

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