Galopp+Insider Robin Weber: „Bei Obi machte es mir keinen Spaß, ich wollte lieber reiten“

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Rashiba siegt unter Robin Weber am 25.07.2018 Renntag in Hoppegarten
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Vor wenigen Wochen war ein ganz besonderer Tag für Robin Weber. Im Casino Baden-Baden wurde er für sein Nachwuchschampionat 2017 geehrt. Was für eine tolle Auszeichnung für den gebürtigen Neusser. Der Sohn der früheren Trainerin Marion Weber stand mit 23 Treffern im Vorjahr an der Spitze der jungen Sattelkünstler. Nur seine Größe und folglich das Gewicht sind ein Handicap.

Exklusiv im RaceBets-Galopp+Insider auf unserem Blog berichtet der 19-jährige über seine bisherige Laufbahn.

Kai Schiermann und Robin Weber – Feierliche Ehrung der Champions 2017 am 02.06.2018 in Baden-Baden.

„Manchmal glaube ich, dass ich im Stall geboren bin. Ohne Pferde kenne ich es überhaupt nicht, aber es war für mich früher ein Paradies. Im Reitstall kamen jeden Tag eine Menge Kinder, mit denen ich dann spielen und reiten konnte. Es war nie langweilig für mich. Die ersten Stallturniere habe ich mit 4 Jahren geritten, mit 6 Jahren bin ich das erste Mal auf der Rennbahn in Neuss in den Sattel gestiegen. Damals war es mir zu schnell, und ich hatte einige Zeit, in der ich die Pferde nicht sonderlich beachtete. Spielen war schöner. Als ich 8 Jahre alt war, haben zwei Schüler von unserer Reitschule an Ponyrennen teilgenommen. Ich bin immer mitgefahren. Dann kam das Ponyderby in Mannheim und ein Fernseh-Team begleitete die beiden. Auch ich wurde befragt. Da sagte ich anschließend zu meiner Mutter: „Wann ist das nächste Ponyrennen, da möchte ich mitreiten!“

Meine Mutter war ein bisschen skeptisch und antwortete, dass ich nächsten Samstag erstmal noch einen Galopp auf der Rennbahn in Neuss machen sollte. Wenn das in Ordnung ist, könnte ich die Woche darauf das Ponyrennen in Krefeld mitreiten. Gesagt getan, es war alles in Ordnung, und so wurde ich als Starter angegeben. Mein Pony „Sindbad“ war sehr klein und auch nicht das schnellste, aber es war brav.

Es liefen 14 Ponys, und der Start war wieder einmal eine Katastrophe. Ich wurde angerempelt von beiden Seiten und verlor beide Steigbügel. Eingangs der Zielgerade gelang es mir, die Bügel wieder zu holen und wir kamen sicher ins Ziel. Es hat mir richtigen Spaß gemacht, so dass ich in der nächsten Woche bereits wieder reiten wollte. Es war in Miesau und Köln, diesmal ohne Zwischenfälle. Dann stand Baden-Baden an. Dort wollte ich natürlich auch wieder reiten. Da sagte meine Mutter allerdings, dass ich mit Sindbad auf keinen Fall nach Baden fahre, wenn, dann müsste ich das etwas schnellere Pony „Shella“ nehmen. Sie war etwas größer, aber viel zickiger. Ich sagte, kein Problem und der Plan stand. Ich landete auf dem vorletzten Platz, aber es war ein Erlebnis dort dabei zu sein.

Von nun an machte ich jedes Ponyrennen mit. Jetzt kamen auch schnellere Ponies zum Einsatz, und wir fuhren von Köln bis nach Bad Doberan. Als ich 9 Jahre alt war, habe ich das erste Mal „Montini“  in Köln geritten. Dort gewann ich mein erstes Rennen. Mit Montini war ich fast unschlagbar, ich glaube ca. 50 Rennen habe ich mit ihr gewonnen. Dann kam Socks, er war noch ein bisschen schneller. Mit ihm gewann ich auch das Ponyderby mit 21 Längen. Mit 14 habe ich angefangen, auch am Junior-Cup mit Pedro Cays teilzunehmen. In diesem Jahr habe ich das Ponychampionat und auch den Cup im Südwesten gewonnen.

Montini siegt unter Robin Weber im Ponyrennen am 26.06.2011 Renntag in Hamburg.

Mit 14 Jahren habe ich die Amateurprüfung erfolgreich absolviert, und als ich dann am 8. Juni endlich 15 Jahre alt war, durfte ich endlich an den „richtigen“ Rennen teilnehmen. Meine erste Prüfung war direkt am 15.06.14 in Köln, ich war unplatziert. Mein erstes Rennen habe ich mit Amor Fati in Billigheim gewonnen.

Im folgenden Jahr als Amateur lief es sehr gut für mich, und ich konnte den Amateurcup gewinnen. Der Siegreiter erhielt eine Prämie von 6000 Euro. In diesem Jahr war ich mit der Schule fertig und habe eine Ausbildung bei Obi als Kaufmann im Einzelhandel angefangen. Das machte mir aber so gar keinen Spaß, ich wollte reiten!

Wir überlegten zuhause, welche Optionen es geben würde. Dann haben wir uns mit Henk Grewe getroffen, und es war direkt klar, dass ich bei ihm meine Ausbildung machen würde. Ich musste mit 16 Jahren ausziehen, denn ich konnte nicht jeden Morgen ohne Führerschein von Neuss nach Köln. Erstmal hat Henk mich aufgenommen, dann hatte ich das Glück in eine kleine WG zu ziehen. Mittlerweile habe ich schon seit anderthalb Jahren meine eigene Wohnung.

Henk hat mich von Anfang an sehr unterstützt, auch bin ich sehr froh und dankbar, dass ich sehr viele gute Pferde reiten durfte. Meine größten Erfolge sind wohl die Siege im Ausgleich 1 in Hoppegarten mit Apoleon und Itobo, mit Wisperwind konnte ich 9 Rennen gewinnen, unter anderem in Chanitlly und Belgien. Auch im Auktionrennen erzielte ich mit Farshad einen guten dritten Platz. Letztes Jahr sicherte ich mir das Nachwuchschampionat.

Itobo siegt unter Robin Weber am 10.06.2018 Renntag in Hoppegarten

Das Reiten macht mir großen Spaß, nur leider bin ich sehr groß. Dadurch kämpfe ich immer mit meinem Gewicht. Dieses Jahr ist meine Abschlussprüfung.

Ich bedanke mich bei allen, die mich begleitet und unterstützt haben, und hoffe dass es weiterhin so gut läuft. Auch meinen Kollegen, die mittlerweile auch richtig gute Freunde geworden sind, bin ich für jeden Tipp und Hilfe dankbar. Wir verstehen uns sehr gut, und ich kann jeden fragen, wenn ich ein Problem oder Frage habe.“

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Galopp+Insider Robin Weber: „Bei Obi machte es mir keinen Spaß, ich wollte lieber reiten“
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