Galopp+Insider Sarah Steinberg: Training mit Drohne und 3D Kamera

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Sie ist mit ihren 29 Jahren eine der jüngsten Galopp-Trainerinnen in Deutschland. Bis vor einigen Jahren kannten nur wenige ihren Namen. Doch Sarah Steinberg wurde innerhalb kürzester Zeit zu einer der Aufsteigerinnen der Szene. In München bereitet sie in erster Linie die Pferde des Stalles Salzburg von Schlafmöbel-Unternehmer Hans-Gerd Wernicke, aber auch von anderen Besitzern vor. Und das mit großem Erfolg wie allein elf Saisontreffer 2017 beweisen.

Im Galopp+Insider auf dem RaceBets-Blog gibt Sarah Steinberg exklusiv einen Einblick in ihren Werdegang im Turf, ihre Ambitionen und größten Hoffnungen.

Sarah Steinberg im Stall ihres Trainingscenters.

„Durch meine Eltern kam ich bereits als Kind zum Westernreitsport mit fünf eigenen Pferden am Haus. Dies wollte ich zu meinem Beruf machen, leider gab es zu dieser Zeit noch keinen Schwerpunkt Westernreiten. Somit kam ich durch Zufall in den Galopprennsport, begann dort meine Lehre und beendete sie 2008 bei Andreas Trybuhl in Köln. Ich habe während meiner Lehrzeit einige Rennen geritten, auch zwei gewonnen, habe aber schnell gemerkt, dass meine Ambitionen nicht im Rennen reiten liegen, sondern im Training der Pferde.

Limerick Lad siegt unter Sarah Steinberg am 28.10.2007 in Mülheim.

 Zum Video von Sarah Steinbergs Sieg in Mülheim

In den Jahren darauf konnte ich Erfahrungen bei Jens Hirschberger für das Gestüt Schlenderhan, bei Markus Klug für das Gestüt Röttgen und bei Peter Schiergen im Stall Asterblüte sammeln. Im Herbst 2015 übernahm ich dann das Training beim Rennpferde-Trainings-Center in München für Hans-Gerd Wernicke. Zu Anfang begann ich mit 13 älteren Startpferden, darunter talentierte Pferde wie Night Wish, Be Famous und Liebesbrief. Diese wurden behutsam über den Winter gesundheitlich und mental wieder aufgebaut.

Night Wish am 27.07.2014 Renntag in München.

2016 konnte ich im März mein erstes Rennen mit Night Wish in Chantilly gewinnen, dieser wurde zugleich mein erster Gruppesieger und gewann den Grand Prix de Vichy. Mit Night Wish und Edington hatte ich bisher die emotionalsten Momente, da es mit diesen beiden Pferden ein harter Weg war, sie dort hin zu bringen. Beide waren körperlich und vor allem psychisch wieder aufzubauen und dankten es sehr. In dem gleichen Jahr holten wir noch Black Type mit Distain und Stall Wo laufen sie denn’s Lord Roderick. Im ersten Jahr gewannen wir mit den wenigen Startpferden 15 Rennen.

Nach einem langen harten Winter starteten wir in die Saison 2017. Einige Pferde haben nach dieser langen Kälte einen Aufbaustart gebraucht. In kurzer Zeit konnten wir diesen Rückstand aufholen und stehen bei bereits zehn Saisonsiegen, darunter ein Listensieg mit Night Music in Mailand und einem zweiten Rang auf Listen-Ebene mit Be Famous in Maisons-Laffitte.

Night Music am 07.08.2016 Renntag in Düsseldorf.

Für dieses Jahr wünschen wir uns noch eine Gruppe-Platzierung mit Night Music und Be Famous sowie Black Type für Liebesbrief und Lord Roderick. Edington läuft weiterhin in den Quinte +- Aufgaben und soll sich hierüber aber bis zur Listenklasse steigern, den gleichen Weg wird auch Lord Roderick einschlagen.

Mittlerweile stehen 24 Pferde in den Boxen, darunter auch acht interessante Zweijährige, die aber zum größten Teil erst dreijährig an den Start kommen werden. Für dieses Jahr wird die erste zweijährige Starterin Abiona sein. Eine Stute von Jukebox Jury aus der Ars Nova.

Sarah Steinberg und Hans-Gerd Wernicke am 09.10.2016 Renntag in München.

Durch die tollen Trainingsmöglichkeiten auf der Münchner Anlage und die großen Investitionen von Herr Wernicke in die Stallanlage, haben wir hier optimale Trainingsbedingungen, und wir bieten einem Pferd individuelle Betreuung mit Aquatrainer, Spa, Solarium, Koppel und eigens angelegtem befestigten Trabring mit 250 Metern Länge, zudem viele weitere Möglichkeiten, die in kaum einem Rennstall existieren.

Training und Technik

Zudem arbeiten wir mit dem Trainingssystem GTS Live Pro von meinem Lebensgefährten Fabian Gladigau. Die eigens entwickelte Brille mit eigener Software empfängt Daten wie Geschwindigkeit, Zeit, Distanz und Pulswert des Pferdes während des Trainings. Diese Daten sind live von dem Reiter und einer außenstehenden Person einzusehen und können in der Datenbank des Pferdes auf dem Computer hinterlegt werden. Diese Infos und Trainingseinheiten können selbstverständlich den Pferdebesitzern zugesendet werden. Hier geben wir dem Besitzer die Möglichkeit, eine gewisse Transparenz über unser Training zugeben.

Die eigens entwickelte Info-Brille im Einsatz beim Training.

Kombiniert mit guten Reitern und einem gezielten Aufbautraining durch Dressur-Arbeit und Longen-Arbeit im Winter und kontinuierlichem Vorwärts-Abwärts Reiten halten wir unsere Pferde gesund und konstant in der Fitness.

Durch den technischen Einsatz von einer Drohne, 3D-Kamera und Helmkameras geben wir auch Besitzern, die nicht vor Ort sein können, die Möglichkeit am Training ihres Pferdes teilzunehmen.
Für die Zukunft wünsche ich mir und meinem Team, natürlich auch von weiteren Besitzern die Chance zu erhalten, zu zeigen wie wir trainieren und arbeiten, um den Betrieb weiterhin wachsen zu lassen.“

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Editorischer Hinweis: Einige der Bilder für diesen Beitrag wurden uns freundlicherweise von Frau Steinberg zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich dafür.
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