Hinterherlaufen – die schlimmste Strafe

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Ich sagte ja schon mal, dass ich es gar nicht mag, wenn Pferde verheizt werden und hinterherlaufen. Rennen für Rennen. Ja, Pferde können auch demotiviert werden, die sind doch keine Urzeitkrebse und wissen, dass es ihr Job ist, als erster über die Ziellinie zu gehen. Und wissen sie es nicht – dann ist ihr Job einfach falsch gewählt und man kann es auch lassen. Gewinnt man ja nichts mit.
Zum Glück passiert das nicht so häufig – und nur weil ein Pferd mal Letzter wird, wird es auch nicht automatisch verheizt. Aber in letzter Zeit, da beobachte ich das. Von unterschiedlichen Besitzern. Ja, als wäre es gar ein Trend sich ausgediente Rennpferde zu holen und die dann noch mal aufzumotzen. Sind natürlich billiger, als wenn man sich gesunde, junge Tiere holt.

Wenn ich solche Pferde in Rennen sehe, tut mir das fast körperlich weh. Da reißt sich ein Pferd ein Bein aus, aber jeder weiß, dass das nicht reichen kann. Nur manch ein Besitzer scheint das nicht zu raffen. Aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht, weil der Trainer was Falsches verspricht, vielleicht, weil er auf den gar nicht hören will. Der ist ja auch immer noch Dienstleister. Es ist vollkommen egal – auf der Bahn gibt es die Antwort. Nur muss man die auch hören wollen. Jedes Pferd läuft natürlich mal schlecht. Da gibt es Rennen, die das Pferd auf dem Papier nicht hätte verlieren können und wer treibt munter das Feld vor sich her? Ja, richtig. Nur ist es eben eine Frage des Zustands im Allgemeinen. Auch schön immer: Nach der Pause. Wenn da noch total puschelige unfertige Dreijährige aufgeboten werden. Auch mega unfair. Sind doch nicht alle Pferde gleichzeitig fertig. Nur weil man irgendwas genannt hat, muss man es nicht laufen, wenn das Pferd noch nicht bereit ist. So nimmt man einem Rennpferd doch jedwede Freude an seiner Arbeit. Das merkt doch auch, wie enttäuscht alle herum sind.

Kommen wir mal zu denen zurück, die im Sport waren, ausgesiebt wurden (zu langsam, erkrankt, usw) und dann wieder laufen sollen. Verstehe ich nicht. Verstehe ich sogar bei waschechten Cracks nicht (da wo es mit dem Decken z.B. nicht gut geklappt hat). Wenn ich also 95 GAG erreicht habe, mein Hengst in der Zucht war und der ist nicht sonderlich fruchtbar … ja, dann stell ich mir den nett weg und gut. Bei 95 GAG und immer noch in meinem Besitz, dann hab ich doch durchaus Spaß mit dem Pferd gehabt und evtl. sogar ein bisschen Plus. Oder ich kümmere mich darum, dass der gut weg kommt. Warum zahl ich denn noch Kohle einen alten Hengst wieder in den Rennstall zurückzuschicken? Ich hab den doch aus Gründen in die Zucht genommen (zu alt, keine Leistung mehr, kaputt), nicht weil ich noch zehn Gruppe I Siege hätte rausholen können.

Noch weniger kann ich das bei nicht Gruppesiegern verstehen. Ach, was sage ich, ich kann’s generell nicht verstehen. Einmal weg, ist auch weg. Die wenigen Einzelfälle, wo das wirklich was gebracht hat, sind an einer Hand abzuzählen. Ja, ein Oleander hat sich auch mal verletzt und hatte ewig Pause. Allerdings hat der Kerl da auch noch keine zig Rennen auf dem Buckel gehabt und war unter permanenter Betreuung. Mag auch bei einem Seabiscuit geklappt haben. Nur: Die konnten halt auch vorher schon was. Bei manch einem Pferd fragt man sich schon – warum?
Komischerweise ist sich die Galoppergemeinde da recht uneins und kommentiert das gerne mit: „Kann ja jeder machen wie er will.“ Ja kann er. Und ich kann es kacke finden wie ich will.

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