Insider-Talk mit Alicia Baum: „Es gibt für mich nichts Schöneres als die Pferde“

Alicia Baum
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Der Rennsport wurde ihr in die Wiege gelegt, doch sie ist auch selbst so richtig motiviert, im Turf etas zu bewegen. Alicia Baum teilt die große Passion ihrer Eltern für den Galopprennsport. Ihre Eltern, das sind keine Geringeren als Julia und Gregor Baum, der zugleich als Präsident die Rennbahn Neue Bult in Hannover zu richtiger Blüte zurückgeführt hat, die Besitzer des Gestüts Brümmerhof, einer der erfolgreichsten Zuchtstätten Deutschlands mit Erfolgen, die weltweit für Aufsehen gesorgt haben.

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Hier wuchs die deutsche Wunderstute Danedream auf, die mit ihrem Sieg in neuer Rekordzeit im Prix de l‘ Arc de Triomphe im Jahr 2011 in Paris sowie dem Triumph in den King George VI and Queen Elizabeth Diamond Stakes in Ascot im darauffolgenden Jahr die hiesige Zucht groß in den medialen Fokus rückte. Das 9.000 Euro-Auktionsschnäppchen wurde zu einer Legende, ehe sie selbst in die Zucht ihres neuen Eigners in Japan wechselte.

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Aber auch Alicia Baum, die von ihren Freunden allseits „Lissy“ genannt wird, reist begeistert mit auf die Rennbahnen und drückt ihren Lieblingen die Daumen. Wenn der Nachwuchs unserer größten Turf-Persönlichkeiten die Leidenschaft in der Familie weiterträgt, dann braucht einem um die Zukunft des Spots nicht bange zu sein. Und Alicia Baum und auch ihr Bruder David, der unter anderem schon Mitbesitzer des Derby-Starters Emerald Master war, leben den Sport.

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Exklusiv im RaceBets-Insider-Talk berichtet Alicia Baum über das, was die Faszination Turf für sie ausmacht und gibt spannende Einblicke in ihr Leben.

Als Tochter von Julia und Gregor Baum wurden sie quasi in den Sport „hineingeboren“. Was waren die Erlebnisse im Turf, an die Sie besondere Erinnerungen haben?

Alicia Baum: Der größte Moment in meinem Turfleben war ganz klar der Sieg von Danedream im Prix de l‘Arc de Triomphe 2011. Wir waren damals als Familie vor Ort, und nicht nur das unglaubliche Gefühl, Danedream als Erste über die Ziellinie galoppieren zu sehen, sondern auch als Züchter in einer der Kutschen zu sitzen , sowie auf der Siegerehrung vor der atemberaubende Kulisse in Longchamp zu stehen, war ein unvergesslicher Moment. Ein Tag, der für immer bleibt. Aber auch die Erfolge von Danedream in England oder auch der Sieg von Diamanta im Preis der Diana, die wir vom Sofa aus verfolgt haben, waren unglaublich besondere Erlebnisse, die man sicherlich nie vergessen wird.

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Was bedeutet Ihnen die Zucht und der Rennsport? Was macht die Faszination aus?

Baum: Durch das Leben auf dem Gestüt wurde ich von Kindesbeinen an mit dem Vollblutvirus infiziert. Die Eleganz, die Geschwindigkeit, die Willenskraft und Loyalität der Englischen Vollblüter ist unvergleichlich und geht sofort ins Herz. Jeder Endkampf eines Rennens löst bei mir Gänsehaut aus. Natürlich ist mir die Zucht sehr wichtig, denn ohne Züchter gäbe es keine Pferderennen mehr. Viel zu wenig werden die Züchter in den Medien oder vor Ort auf den Rennbahnen gewürdigt. Ich würde mir wünschen, dass der deutsche Rennsport daran arbeitet. Die Pferde werden liebevoll und mit Herzblut aufgezogen und nicht herrenlos von den Trainern aufgefunden.

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Welche Prinzipien haben Ihre Eltern für den Turf mitgegeben? Wie heftig werden in der Familie die Turf-Themen diskutiert?  

Baum: Logisches Denken, Bauchgefühl und den Mut, Fehler zu machen, um dann aus ihnen zu lernen. So romantisch wie man sich den Rennsport wünscht, so härter kann die Realität sein. Hier liegt Lachen und Weinen so nah nebeneinander.  Fehler sind unvermeidlich, und man kann aus diesen nur lernen. In der Familie wird alles besprochen und diskutiert. Sei es der Deckplan, die Namen der Fohlen, die Verteilung der Pferde auf die unterschiedlichen Trainer oder die Entscheidung, welches Pferd auf die Auktion gehen wird. Jeder in der Familie hat Mitspracherecht. Das ist absolutes Teamwork.

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Was sind Ihre ganz persönlichen Aufgaben im Gestüt oder im Rennsport allgemein? Reiten Sie auch?

Baum: Neben dem Aushelfen auf dem Gestüt betreibe ich die Social Media-Seiten des Gestütes und die eines Rennvereins. Das sind sehr wichtige Aufgaben, um unseren Sport in die öffentlichkeit zu tragen und für eine entsprechende Außenwirkung zu sorgen. Dieses Jahr habe ich auch auf der BBAG-Auktion in Baden-Baden-Iffezheim für unser Gestüt gearbeitet. Ich selbst reite nur Zuhause auf meinem Dressurpferd.

Können Sie Ihren Werdegang beschreiben?

Baum: Aufgewachsen bin ich in Soltau auf dem Land und bin auch hier zur Schule gegangen. In diesem Jahr habe ich mein Abitur erfolgreich bestanden und werde voraussichtlich im März mein Studium in Hamburg beginnen.

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Welches sind aktuell ihre Lieblingspferde oder Pferde, auf deren weitere Starts Sie sich besonders freuen?

Baum: Mein aktuelles Lieblingspferd ist ganz klar der Einjährige Juanito, ein Zoffany-Hengst aus der Julissima. Zu ihm habe ich eine ganz besondere Bindung gehabt und hoffe, dass aus ihm ein tolles Rennpferd wird, genauso wie es sein Bruder Julio war.

Welche Rennbahnen/Ereignisse im Jahr wollen Sie bald besuchen oder nicht verpassen?

Baum: Jeder Hannover-Renntag ist natürlich immer eingeplant. Ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr wieder ein Pferd in England starten lassen können. Dort ist der Galopprennsport am professionellsten und gefällt mir auch  am besten. Auch einen Besuch des Cheltenham-Festivals, das im März stets die besten Hindernispferde anlockt, wollen wir in den nächsten Jahren einmal schaffen.

Wie intensiv verfolgen Sie das Training?

Baum: Durch unseren Trainer Dominik Moser in Hannover kann ich das Training oft verfolgen und die Entwicklung unserer Pferde miterleben. Das Trainersein ist gewiss kein einfacher Beruf, und so habe ich schon viel von Dominik Moser und unserem Team lernen dürfen. Hinzu kommt, dass ich großen Wert darauf lege, meine geliebten Pferde so oft wie möglich zu sehen.  

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Haben Sie auch Pferde, die Ihnen ganz persönlich gehören?

Baum: Abgesehen von meinem Dressurpferd und meinem Pony habe ich kein Pferd oder Rennpferd unter meinem eigenen Namen. Allerdings sucht man sich automatisch aus jedem Jahrgang seine Lieblinge aus, die dann quasi einem selbst gehören.

Können Sie sich ein Leben ohne Pferde vorstellen? Was sind Ihre anderen Hobbies?

Baum: Ein Leben ohne Pferde ist für mich unvorstellbar. Ich habe als Kind einige andere Hobbys ausprobiert, sei es Fußball, Tennis oder Tanzen. Am Ende sind es die Pferde und die Reiterei geblieben. Es gibt für mich nichts Schöneres! Das steht schon lange fest.

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