Insider-Talk mit Amina Mathony: „Möchte in die Fußstapfen meines Opas treten“

Amina Mathony
Amina Mathony im Portrait am 02.11.2019 in Mülheim an der Ruhr.
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Amina Mathony ist eine Entdeckung der vergangenen Wochen im Rennsattel. Die 17-jährige Reiterin machte mit tollen Ritten auf der Dortmunder Sandbahn auf sich aufmerksam. Mit ihrem Großvater Uwe Mathony hat sie ein großes Vorbild in der Familie.

Exklusiv berichtet sie im Insider-Talk über ihre Perspektiven.

Sie haben innerhalb kürzester Zeit schon drei Rennen gewonnen. Wie war das Gefühl beim ersten Triumph mit High Seas in Dortmund?

Amina Mathony: Erst konnte ich es nicht glauben und als ich anfing, es zu realisieren, war ich überglücklich.

High Seas siegt unter Amina Mathony
High Seas siegt unter Amina Mathony am 27.01.2020 in Dortmund.

Hatten Sie geglaubt, dass es mit dem Premieren-Treffer hier klappen würde?

Mathony: Ich hatte die Hoffnung und wusste auch, dass ich eine Chance hatte, aber im Rennen kann so viel schief gehen. Deshalb habe ich es nicht wirklich erwartet.

Wie sind Sie an den Ritt gekommen?

Mathony: High Seas gehört meiner Mutter, deswegen war es naheliegend, dass ich sie reite.

Auch ihr zweiter Sieg war mit einem Pferd von Regine Weißmeier, Digitalis. Was ging Ihnen nach diesem Sieg durch den Kopf?

Mathony: Ich war natürlich wieder sehr glücklich, und es war ein tolles Gefühl, auf einem so lieben Pferd mein Erfolg so schnell zu wiederholen.

High Seas siegt unter Esther R. Wei§meier am 27.07.2019 in Bad Harzburg.

Wie ist der Stand Ihrer Ausbildung?

Mathony: Ich bin Auszubildende im ersten Lehrjahr beim Rennstall Weißmeier.

Was zeichnet Trainerin Regine Weißmeier aus? Wie läuft die Zusammenarbeit?

Mathony: In erster Linie der gute Umgang mit den Pferden und die familiäre Atmosphäre im Betrieb. Die Zusammenarbeit ist sehr harmonisch.

Wie sind Sie überhaupt zum Rennsport gekommen?

Mathony: Mein Opa hat mich mit zwei Jahren oft mit auf die Dortmunder Rennbahn genommen. Da fand ich es schon so toll, dass ich unbedingt Jockey werden wollte. Damals hat das natürlich niemand ernst genommen. Aber der Wunsch blieb über die Jahre gleich, mit einer kurzen Pause, in der ich Prinzessin werden wollte.

Amina mit ihrem Großvater
Amina mit ihrem Großvater

Welchen Einfluss hat ihr Großvater Uwe, der bei Baden-Baden wohnt?

Mathony: Er ist mein großes Vorbild, und ich möchte gern in seine Fußstapfen treten.

Wie verfolgt er Ihre Laufbahn? Wie ist Ihr Kontakt?

Mathony: Wegen der großen Entfernung kann er natürlich nicht alle Rennen besuchen, aber er ist oft dabei, und die anderen Rennen schaut er sich in der Übertragung an. Wir telefonieren auch sehr häufig.

Gibt er Ihnen Ratschläge?

Mathony: Ja, meist telefonisch vor und nach den Rennen.

Hat er Ihnen eher zu- oder eher abgeraten zu einer Laufbahn im Rennsattel?

Mathony: Weil er die Gefahren des Berufs kennt, hat er mir dazu geraten, „nur“ den Amateurschein zu machen.

Traum vom Jockeyberuf seit dem zweiten Lebensjahr

Ist Jockey schon lange Ihr Berufswunsch?

Mathony: Wie schon gesagt: seit meinem zweiten Lebensjahr. Ich bin schon früh freizeitmäßig mit viel Spaß geritten, aber irgendetwas hat mir immer gefehlt. Als mein Opa mich dann im August 2015 mit zum Rennstall Rotering genommen hat und ich dort zum ersten Mal auf dem Wallach Naidoo um die Bahn cantern durfte, wusste ich: das ist es! Und das Schönste daran ist: Ich war bisher noch keinen Tag arbeiten, weil ich mein Hobby und meine Leidenschaft zum Beruf gemacht habe.

Amina Mathony auf Naidoo
Amina Mathony auf Naidoo

Was sind die Gründe für Ihr Interesse am Sport? Was begeistert Sie an den Pferden und Rennen?

Mathony: Vor allem macht es mir Spaß, und mir gefällt das Temperament der Pferde. Außerdem ist das Gefühl, ein Rennen zu reiten oder sogar zu gewinnen unbeschreiblich schön.

Was sind Ihre Ziele für dieses Jahr?

Mathony: Mich immer mehr zu verbessern, korrekt zu reiten und meine Familie, und besonders meinen Opa, stolz zu machen. Natürlich versuche ich, wenn möglich, zu gewinnen.

Wer sind Ihre Lieblingspferde und weshalb?

Mathony: Mein Lieblingspferd ist natürlich die Stute High Seas meiner Mutter, sie ist ein absolutes Verlasspferd und ein echter Profi auf der Bahn. Meinen ersten Junior Cup durfte ich dank der Familie Vercelli auf der wunderschönen Stute Porte du Paradis absolvieren. Sie war eine Lebensversicherung und ein Traum von Pferd. Deshalb gehört sie auch in diese Antwort.

Schöne Erinnerungen an Dortmund

Was gefällt Ihnen an der Sandbahn in Dortmund?

Mathony: Zum einen ist es eine sehr schöne Bahn, und zum anderen ist es die erste Rennbahn, die ich in meinem Leben besucht habe. Da ich 15 Jahre in Dortmund gelebt habe, war ich öfter mit meinem Opa dort und saß dort auch erstmals auf einem Rennpferd. Ich verbinde viele schöne Erinnerungen mit dieser Bahn.

Welche Rennbahnen haben Sie schon besucht oder auf welchen sind Sie geritten?

Mathony: Geführt habe ich schon auf vielen Bahnen. Geritten bin ich 3 Junior Cupos in Mannheim, Blieskastel und Miesau. Ein Amateurrennen habe ich in Mülheim/Ruhr geritten und die anderen Ritte waren in Dortmund.

Amina Mathony
Amina Mathony im Portrait am 02.11.2019 in Mülheim an der Ruhr.

Haben Sie auch vor, Auslandserfahrungen zu sammeln?

Mathony: Da habe ich noch keine Meinung zu, und man muss abwarten, was sich ergibt im weiteren Verlauf.

Haben Sie ein Vorbild und weshalb?

Mathony: Wie schon erwähnt meinen Opa wegen seiner Erfolge. Dann kommt sofort Esther Weißmeier. Sie ist erfolgreich, weiß immer Rat, hilft immer in allen Situationen und bei Ihr sieht immer alles so leicht aus.

Wie stehen Ihre Eltern Ihrer Jockey-Laufbahn gegenüber?

Mathony: Zunächst ablehnend wegen der Gefahren im Reitsport, aber nachdem der Wunsch immer weiter fortbestand, dann auch unterstützend.

Wie verlief/verläuft Ihre Schul-Laufbahn?

Mathony: Ich habe einen guten Realschulabschluss gemacht und gehe nun zur Berufsschule.

„Wie Geschwister für mich“

Haben Sie Freundschaften im Kollegenkreis?

Mathony: Ja, vor allem die schon genannte Esther Weißmeier und Fabian Weißmeier. Die beiden sind mittlerweile wie Geschwister für mich geworden. Wenn ich Rat brauche, kann ich immer mit beiden reden, und sie haben mir schon so oft geholfen.

Fabian X. Wei§meier
Incorruptible siegt unter Fabian X. Wei§meier am 27.07.2019 in Bad Harzburg.

Wie haben die Kollegen auf ihre Siege reagiert?

Mathony: Sie haben mir alle gratuliert und sich für mich und mit mir gefreut.

Bekommen Sie jetzt schon mehr Angebote für Ritte?

Mathony: Noch hält sich das in Grenzen.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Mathony: Wir haben privat noch zwei Freizeitpferde, und wenn ich Zeit habe, reite ich damit aus. Sport muss natürlich (leider) auch sein, um die Fitness zu steigern. Im Jahr 2019 war mit Schulabschluss, Amateurprüfung, Führerschein + Hängerführerschein, Lehrbeginn, verbunden mit frühem Aufstehen, recht wenig Raum für Freizeit. Nachdem das nun alles geschafft ist, werde ich sehen, wie 2020 wird.

Amina Mathony
Amina Mathony

Welche Rolle spielen für Sie die Sozialen Medien?

Mathony: Sie sind wichtig für die Kommunikation und den Info-Austausch, aber durch Zeitmangel sind sie in den Hintergrund gerückt. Natürlich nutze ich sie im notwendigen Rahmen.

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