Insider-Talk mit Eckhard Sauren: „Brauchen eine Vision und Strategie“

Insider-Talk mit Eckhard Sauren

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Sein Terminkalender ist vollgepackt mit den verschiedensten Aufgaben: Eckhard Sauren ist Präsident des Kölner Renn-Vereins, im Vorstand von Deutscher Galopp, Vizepräsident des 1.FC Köln sowie engagierter Besitzer und Züchter von Galopprennpferden. Exklusiv im Insider-Talk auf dem RaceBets-Blog berichtet er über seine vielen Leidenschaften.

Das Saison-Highlight in Köln steht unmittelbar bevor, mit dem Preis von Europa. Wie fällt Ihre bisherige Saisonbilanz in der Domstadt aus?

Eckhard Sauren: Wir haben die Corona-Herausforderung sehr gut gemanagt. Jetzt, wo die Zuschauer zurückkommen, nimmt die Saison noch einmal richtig Fahrt auf.

Was waren für Sie persönlich die schönsten Momente des laufenden Jahres im Weidenpescher Park?

Eckhard Sauren: Persönlich mein schönster Moment war die Begrüßung am 13. Juni zum Union-Renntag, da man erstmalig wieder eine signifikante Zahl an Zuschauern rund um den Führring hatte. Bei guter Stimmung spürte man, wie schön der Rennsport sein kann, wenn er mit Publikum zelebriert wird.

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In der Stadt und Stadtgesellschaft stark verankert

In den vergangenen Jahren haben Sie es geschafft, dass die Rennbahn wieder fest im Sportprogramm der Stadt verankert ist und beim Publikum groß angenommen wird. Was waren die entscheidenden Maßnahmen? Wie hat Corona diese Initiativen beeinträchtigt?

Eckhard Sauren: Dass die Kölner Rennbahn wieder in der Stadt und in der Stadtgesellschaft stark verankert ist, war langjährige harte Arbeit. Hier haben viele Termine bei der Politik, Kooperation mit dem 1.FC Köln und viele Maßnahmen, die Publikum auf die Rennbahn bringen, entscheidend dazu beigetragen. Corona hat dies zwischenzeitlich gestoppt. Da wir aber bewusst eine Adressdatenbank aufgebaut haben, sind wir sehr zuversichtlich, das uns Erarbeitete wieder zeitnah aufzubauen.

Omega siegt unter Bauyrzhan Murzabayev am 28.08.2021 Renntag in Köln
Omega siegt unter Bauyrzhan Murzabayev am 28.08.2021 in Köln

„Ich messe nicht mit der Stoppuhr“

Wieviel Zeit nehmen Renn-Verein und der 1.FC Köln in ihrem täglichen Programm ein? Welche Erfahrungen aus dem Fußball bringen Sie bei den Pferden ein und umgekehrt?

Eckhard Sauren: Der Renn-Verein und der 1.FC Köln nehmen täglich schon einen erheblichen Zeitanteil in Anspruch. Da jedoch beides mein Hobby ist, messe ich hier nicht mit der Stoppuhr, und es lässt sich alles gut miteinander vereinbaren. Bezüglich der Erfahrungen gibt es tatsächlich viele Win-Win-Situationen, von denen sowohl der Kölner Renn-Verein, der Rennsport, sowie teilweise der 1.FC Köln sowohl von Netzwerk-Kontakten, als auch von Erfahrungen profitieren kann. Das gilt auch für mich, da ich durch die Gespräche, Erfahrungen und Netzwerke auch für mich selbst eine Weiterentwicklung vollziehe.

Haben Sie vor, auch langfristig diese Doppel-Funktion einzunehmen? Welche Aufgabe macht mehr Freude?

Eckhard Sauren: Beide Aufgaben haben ihren besonderen Reiz, und so lange sich das so gut vereinbaren lässt, führe ich das gerne so lange fort, wie die Mitglieder mich wählen und unterstützen.

Zukunft liegt im Internet und auf Social Media

Wie lässt sich die TV-Präsenz und die Wahrnehmung des Rennsports steigern in einem Land, in dem Fußball alles dominiert?

Eckhard Sauren: Bezüglich der TV-Präsenz glaube ich, dass wir noch mehr Richtung Internet- und Social Media-Präsenz denken müssen und immer wieder versuchen sollten, die Geschichten, die der Rennsport uns bietet, in die Breite zu tragen. Darauf liegt aber leider aktuell zu wenig die Priorität, und man hat auch zu wenige Mitarbeiter dafür. Wenn ich bedenke, dass zuletzt Angela Merkel und Armin Laschet in Düsseldorf auf der Galopprennbahn waren und sehe, was der Rennsport aus diesem „Elfmeter“ gemacht hat, dann zeigt dies deutlich auf, dass Deutscher Galopp diesbezüglich nicht gut aufgestellt ist. 

Schwesterherz mit Andrasch Starke und Besitzer Eckhard Sauren nach dem Sieg
Schwesterherz mit Andrasch Starke und Besitzer Eckhard Sauren nach dem Sieg, 13.09.2020, Foto: Galoppfoto

Wie zufrieden sind Sie 2021 mit den eigenen Rennpferden? Welche Rolle spielt die Zucht für Sie?

Eckhard Sauren: Das Jahr 2021 war bisher solide, ist aber ja auch noch nicht vorbei. Ich wäre nicht überrascht, wenn wir die ein oder andere Gruppe-Platzierung oder Gruppesieg noch davontragen könnten. Ich betreibe eine Zucht mit Nouvelle Noblesse, Ashiana und Noble Fortune, die gezielt den gehobenen Bereich anstrebt und die ich als sinnvolle Ergänzung sehe. Ich möchte jedoch aktuell auf Auktionen primär auf der Käufer- als auf der Verkäuferseite sein.

Welche Rennsport- und Fußballereignisse, bei denen Sie nicht beruflich beteiligt sind, möchten Sie nicht verpassen?

Eckhard Sauren: Ich glaube, dass der englisch/irische Dreijährigen-Jahrgang mit Adayar und Hurricane Lane bzw. der Stute Snowfall und St Mark’s Basilica eine historisch einmalige Qualität hat und würde daher gerne den Prix de l‘ Arc sehen, der dieses Jahr eine besondere Qualität und Spannung verspricht. Die wichtigsten Fußball-Ereignisse für mich drehen sich rund um den 1.FC Köln, und da bin ich zum Glück beruflich insofern zumindest so beteiligt, dass ich die Mannschaft lautstark unterstütze.

Sie haben schon etliche FC-Spieler für den Rennsport gewonnen, bestes Beispiel ist Timo Horn. Was begeistert die Spieler am Turf?

Besitzer Eckhard Sauren (links) und Timo Horn im Portrait
Besitzer Eckhard Sauren (links) und Timo Horn im Portrait, 26.08.2018, Foto: Galoppfoto

Eckhard Sauren: Für viele Fußballspieler ist der Rennsport eine willkommene Abwechslung. Timo Horn ist eine Ausnahme, da er sich extrem in den Rennsport eingearbeitet hat und sich vor kaum einem Turf-Experten verstecken muss.

Was sind die dringendsten Aufgaben im Renn-Verein und dem Dachverband in den nächsten Jahren?

Eckhard Sauren: Die Aufgaben sind sehr vielschichtig. Der Dachverband braucht eine Vision und eine Strategie, die zwar in Arbeit ist, aber nicht dem Tempo unserer Sportart entspricht. Im nächsten Jahr hat der Kölner Renn-Verein 125-jähriges Jubiläum, der deutsche Galopprennsport wird 200 Jahre alt. Diese Gelegenheiten sollten konsequent genutzt werden. Ich werde mich diesbezüglich einbringen und hoffe, einige Dinge mitgestalten zu können.

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