Insider-Talk mit Fabian Xaver Weißmeier: „Mein Motto ist: Einfach kann jeder“


Adventskalendar

282 Siege gelangen ihm als Jockey. Doch Anfang Oktober hängte Fabian Xaver Weißmeier die Reitstiefel an den Nagel und startet nun eine zweite Karriere im Rennsport – als Trainer von Galopprennpferden am Standort Iffezheim. Und der erste Sieg ließ nicht lange auf sich warten. Am 24. Oktober sorgte Frosted Lass in Mannheim für den ersten Erfolg. Exklusiv im Insider-Talk auf dem RaceBets-Blog berichtet der 31-jährige über seinen Neustart.

Mit den beiden Erfolgen am 1. Oktober in Honzrath endete ihre Jockey-Laufbahn. Welche Gefühle hatten Sie bei den letzten Einsätzen?

Fabian Xaver Weißmeier: Schon ein wenig Wehmut,  aber auch viel Freude. Ichwollte diese zwei letzten Ritte einfach genießen.

„Plage mich seit sechs Jahren mit dem Gewicht“

Sie waren in der Vergangenheit häufig von Verletzungen geplagt. War das der Hauptgrund für den Wechsel des Berufs?

Fabian Xaver Weißmeier: Der Hauptgrund war das jetzt nicht direkt, aber der letzte Unfall hat das Ganze dann doch stark beschleunigt. Ich plage mich jetzt schon die letzten sechs Jahre mit dem Gewicht und war auch noch nie der leichteste.

Die heutigen Rennen bei RaceBets

„Wir brauchen junge Leute“

Wie groß ist das Risiko, sich heutzutage als Trainer selbständig zu machen? Und was sind die Perspektiven?

Fabian Xaver Weißmeier: Das Risiko ist natürlich sehr hoch, aber mein Motto ist: Einfach kann jeder. Man sagt immer, wir brauchen junge Leute in allen Sparten des Rennsports, doch heutzutage Pferde als Trainer zu bekommen, ist nicht leicht. Perspektiven gibt es nicht viele, und wenn es sie gibt sind sie stark an Erfolg gekoppelt.

Mit welchem Pferdebestand sind Sie gestartet und in welchem Stall? Wie groß ist die Kapazität der Boxen?

Fabian Xaver Weißmeier: Wir sind mit 13 Pferden im ehemaligen Hammer-Hansen-Stall gestartet,  wobei da drei eigene enthalten waren. Mittlerweile sind wir auf 19 Pferde angewachsen, und es kommen noch ein einige in nächster Zeit hinzu. Kapazitäten gibt es in Iffezheim genug, wir könnten hier bei uns 50 Pferde betreuen.

„Es war ein Gänsehaut-Moment“

Mit Frosted Lass‘ Erfolg in Mannheim ging es vielversprechend los. Wie haben Sie diesen Treffer im Vergleich zu den Siegen im Rennsattel empfunden?

Frosted Lass siegt unter Lukas Delozier am 03.06.2021 beim Renntag in Mannheim
Frosted Lass siegt unter Lukas Delozier am 03.06.2021 beim Renntag in Mannheim

Fabian Xaver Weißmeier: Es war schon etwas anderes, ich war extrem angespannt, dennoch ein Gänsehaut-Moment.

Was macht den Standort Iffezheim für Sie aus? Sind Gastspiele in Frankreich geplant? Und wie ist das Leben im Badischen?

Fabian Xaver Weißmeier: Iffezheim hat sehr viele Vorteile für mich, zum einen die Nähe nach Frankreich und zum anderen die neue Top-Trainingsbahn. Familiär kommt meine Frau auch aus der Nähe, und der Stall ist wirklich sehr schön und bietet alles, was man benötigt. Starts in Frankreich sind natürlich auch geplant und das badische Leben gefällt mir auch sehr gut , zumal ich jetzt essen darf (lacht).

Mit Ihrer Mutter Regine und Ihrem Bruder Marian Falk sind auch zwei Familienmitglieder als Trainer aktiv. Wie sehen Sie diesen Konkurrenzkampf?

Fabian Xaver Weißmeier: Es gibt zwischen uns keinen Konkurrenzkampf, eher ein gutes Miteinander.  Wir helfen uns, wo wir können und ergänzen uns.

„Ich reite jeden Tag im Training mit“

Fehlt Ihnen das Reiten im Rennen? Steigen Sie im Training noch in den Sattel?

Candy Sweet siegt unter Fabian Xaver Weißmeier am 27.09.2020 beim Renntag in Mannheim
Candy Sweet siegt unter Fabian Xaver Weißmeier am 27.09.2020 beim Renntag in Mannheim

Fabian Xaver Weißmeier: Aktuell fehlt es mir nur ein wenig,  aber ich würde schon gern noch reiten. In Ex-Aktivenrennen anzugreifen ist fest geplant, und um fit zu bleiben, bzw. die Pferde einzuschätzen reite ich jeden Tag im Training mit.

Was unterscheidet die beiden Jobs (Jockey/Trainer)? Wie ist Ihr neuer Tagesablauf?

Fabian Xaver Weißmeier: Es unterscheidet sich maßgeblich in der Verantwortung. Als Jockey war man sprichwörtlich die zwei Minuten für das Pferd zuständig, und als Trainer ist man 24/7 für seine Schützlinge verantwortlich. Managen des Betriebes, die Arbeit mit den Angestellten und der Kontakt zu den Besitzern nimmt viel Zeit in Anspruch. Ich beginne den Tag um 5:15 Uhr und füttere die Pferde und hole mir einen ersten Eindruck. Dann sammeln wir uns, besprechen kurz das Wichtigste und starten gemeinsam um 6 Uhr. Es stehen zwischen 3-5 Lots an, und die Arbeit endet kurz vor 12 Uhr.

Was sind Ihre Ziele für die nächsten Wochen und Monate?Fabian Xaver Weißmeier: Vielleicht schaffen wir noch die 5 Siege für die Stallparade der Sport-Welt, ansonsten gesunde Pferde und gut zu überwintern.

Jetzt zu RaceBets

Insider-Talk mit Fabian Xaver Weißmeier: „Mein Motto ist: Einfach kann jeder“
5 (100%) 2 Stimme[n]

Die Vincennes Winter Challenge