Insider-Talk mit Manfred Weber: „Ich liebe Tiere, vor allem Pferde“


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Weit über 400 Rennen gewann Manfred Weber bereits in seiner Karriere, am 6. Juli feiert er seinen 65. Geburtstag. Der Iffezheimer Trainer von Galopprennpferden berichtet exklusiv im Insider-Talk auf dem Blog über seine Karriere.

Früher waren Sie in St. Ingbert beheimatet, seit vielen Jahren in Iffezheim. Welche Vorteile bringt der Standort für Sie?

Manfred Weber: In St. Ingbert hatten wir tolle Trainingsbedigungen auf einer schönen Anlage. Allerdings war es für viele Besitzer zu abgelegen. In Iffezheim sind die Trainingsbedigungen mittlerweile auch sehr gut, und wir sind jetzt doch wesentlich näher am Geschehen . Das betrifft die Rennen in Iffezheim, die Auktion und dass viele Besitzer aus der Region sind. So ist es einfacher auch neue Besitzer zu erreichen.

Gerade wurde die Trainingsbahn erneuert. Wie sind die Bedingungen dadurch in Iffezheim? Was erwarten Sie sich durch die neuen Betreiber von Baden Galopp?


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Manfred Weber: Durch die neue Trainingsbahn haben sich die Trainingsbedigungen deutlich verbessert. Die neue Sandbahn ist wirklich top. Von Baden-Galopp erhoffe ich mir, dass wieder mehr auf die Belange der Trainer eingegangen wird. Wir sind ja beide aufeinander angewiesen.

„Leider wenig junge Pferde“

Wie ist derzeit Ihre Stallstruktur? Wer sind die Hoffnungen für 2021?

Manfred Weber: Zur Zeit haben wir leider wenig junge Pferde. Durch die Corona-Epidemie aber auch  durch die Trainingsbeschränkung durch den Bau der neuen Trainingsbahn waren viele Besitzer nicht bereit, junge Pferde zu uns zu stellen. Wir haben im Moment nur einen Dreijährigen, Saint Fiacre, der allerdings bei seinem Debut als Zweijähriger direkt ein Class 2-Rennen gewonnen hat. Daneben haben wir noch einen hoffnungsvollen Zweijährigen aus der guten Donna Sophia. Den Rest sind ältere Pferde, mit denen es nicht so leicht ist, Rennen zu gewinnen.

Koeln, Taurus mit Lilli-Marie Engels und Trainer Manfred Weber, 23.06.2021
Koeln, Taurus mit Lilli-Marie Engels und Trainer Manfred Weber, 23.06.2021

Große Hindernisrennen gewonnen

Wie hat bei Ihnen alles angefangen?

Manfred Weber: Zu Beginn meines Biologie-und Sportstudiums lernte ich Besitzertrainer Bernd Mock kennen. Dort begann ich im Training zu reiten, was ganz gut funktionierte. Nach einiger Zeit machte ich die Amateurrennreiterprüfung und begann Rennen zu reiten. Nach einiger Anlaufzeit war ich auch recht erfolgreich und konnte auch große Hindernisrennen, wie Hauptjagdrennen der Vierjährigen mit Rican, Deutscher Amateurpreis mit Pontal oder die Badenia mit Aranco sowie das Hamburger Seejagdrennen mit Oranje Manege, gewinnen.

Mit meinem Bruder zusammen kaufte ich dann ein Pferd und begann es nach meinen Vorstellungen zu trainieren. Dabei versuchte ich, Erkenntnisse aus der Sportmedizin und aus der Trainingslehre auf das Rennpferdetraining zu übertragen. Mit dieser Trainingsgestaltung waren wir recht erfolgreich, und so trainierten wir immer mehr Pferde. Nach fünf Jahren machte ich die Berufstrainerlizenz worauf wir nochmal mehr Pferde ins Training bekamen. Dabei steigerte sich auch die Klasse der Pferde, so dass wir auch einige Listenrennen, wie Grand Prix Aufgalopp in Köln mit Leconte oder Sparkassenpreis in Düsseldorf mit Delora, sowie ein weiteres Dutzend Listenrennen, gewinnen konnten.

Was macht für Sie den Reiz dem Turf aus? Könnten Sie sich auch eine andere Tätigkeit vorstellen?

Manfred Weber: Ich liebe Tiere, vor allem Pferde. Bei meiner Arbeit als Trainer kann ich mich viel mit meinen Pferden beschäftigen. Bei den Pferderennen verbindet sich der sportliche Gedanke mit der Sympathie für die Vierbeiner. Galopprennen sind für mich der artgerechteste Wettkampf von allen Sportarten, die mit Pferden betrieben werden. Die Spannung und Emotionalität eines Rennens, vor allem im Endkampf, sind unbeschreiblich, selbst wenn man schon so viele Starter hatte wie ich. Und man kann den Erfolg seiner Arbeit relativ schnell erkennen.

Manfred Weber im Portrait am 02.06.2019 Renntag in Baden-Baden.
Manfred Weber im Portrait am 02.06.2019 Renntag in Baden-Baden.

Um 6 Uhr geht es los

Wie läuft ein normaler Arbeitstag für Sie ab?

Manfred Weber: Zur Zeit beginnt die Arbeit im Stall um 6.00 Uhr. Zuerst werden alle Pferde kontrolliert, vor allem die Beine. Danach gibt es eine kurze Besprechung mit den Mitarbeitern über den Tagesablauf.

Nach der Besprechung bringen wir den größten Teil der Pferde auf die Koppel, wo sie für etwa zwei Stunden bleiben können. Die Aufstellung des Lotplans folgt als Nächstes, wonach wir die ersten Pferde für das Training satteln. Meistens haben wir vier Lots zu reiten, selten auch mal fünf Lots.

Beim Training lege ich viel Wert auf eine gute Grundausdauer, weshalb wir die Pferde häufig bis zu 5000 Meter ruhig galoppieren. Nach dem Reiten kommen die Pferde noch an die Führmaschine  oder auf die Koppel, um sich noch entspannen zu können. Ich beginne dann die Futterrationen für den Abend vorzubereiten, wonach die Morgenarbeit beendet Ist.

Nachmittags komme ich dann  in den Stall, um die Pferde nochmal  zu sehen. Dann werden auch solche Dinge wie Nennungen, Starterangaben, Organisation der Transporte, usw. gemacht.

Auch Ihre Töchter sind im Rennsport stark engagiert. Können Sie das genauer erläutern?

Manfred Weber: Meine beiden Töchter sind natürlich mit dem Rennsport aufgewachsen. Rieke hat schon früh angefangen Rennen zu reiten und hatte auch einige schöne Erfolge. Sie lebt heute in Köln und ist im Vorstand des Verband Deutscher Amateurrennreiter. Daneben ist sie Im Management Team German Next Generation. Für unseren Stall betreut sie die Social Media Aktivitäten.

Manfred und Berit Weber im Portrait am 23.12.2015 in Dortmund.
Manfred und Berit Weber im Portrait am 23.12.2015 in Dortmund.

Auch Berit begann früh ihre Aktivitäten als Amateurrennreiterin. Dabei war sie auch schon in jungen Jahren sehr erfolgreich. Sie machte früh bei internationalen Wettbewerben mit und konnte sogar die Weltmeisterschaft der Amateure gewinnen.

Seit einigen Jahren lebt sie in Chantilly, wo sie morgens mehrere Lots ausreitet. Mittlerweile ist sie auch in Frankreich sehr erfolgreich und konnte letztes Jahr das Vizechampionat erringen. 

Iffezheimer Siege sind etwas Besonderes

Was bedeuten für Sie Erfolge auf der Iffezheimer Heimatbahn?

Manfred Weber: Ein Rennen in Iffezheim zu gewinnen ist immer etwas ganz Besonderes. Schon beim Endkampf in der Zielgerade spürt man die besondere Spannung. Dann der Weg vom Geläuf  zum Absattelring unter dem Applaus der Zuschauer sowie die emotionale Siegerehrung sind einzigartig.

Wie gestalten Sie Ihre Freizeit?

Manfred Weber: In meiner recht knapp bemessenen Freizeit gehe ich zur Entspannung öfter auf die Jagd. Hier kann ich die Ruhe in der Natur genießen und den Alltagsstress hinter mir lassen. Wenn ich die Gelegenheit habe, fahre ich im Winter noch Ski oder gehe mal zum Segeln oder Surfen.

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