Insider-Talk mit Nancy Luft: „Das kann man mit keinem Geld der Welt kaufen“

Nancy Luft
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Der erste Sieg im Rennsattel ist bereits perfekt, doch Nancy Luft (15) aus Sassenburg hat natürlich noch weitere Ambitionen. Exklusiv im Inside-Interview auf dem RaceBets-Blog berichtet die Amazone über den Moment des ersten Triumphes und ihre Hoffnungen für die Zukunft.

Am 22. Dezember 2019 haben Sie mit Colorado Sun in Dortmund Ihr erstes Rennen gewonnen. Beschreiben Sie Ihre Gefühle nach dem Premieren-Treffer?

Nancy Luft: Es war einfach unglaublich, fast unreal, dieses Gefühl war unbeschreiblich. So ein Ereignis kann man mit keinem Geld der Welt kaufen.

Hatten Sie sich im Vorfeld schon gute Chancen ausgerechnet?

Luft: Es war ein starkes Wunschdenken. Meine Familie und unser „Fan-Kreis“ haben daran geglaubt und mich somit stark motiviert. Da ich ihn aber fast täglich im Training geritten bin, wusste ich, dass er es von der Form her schaffen könnte.

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Wie hat sich das Rennen für Sie entwickelt?

Luft: Colorado Sun ist super aus der Startmaschine gesprungen, vor dem ersten Bogen waren wir auch schon an der zweiten Stelle angekommen. Als wir dann aber auch nach ganz vorne kamen, hat er keinen mehr an sich vorbeiziehen lassen. Er hat bis zum Schluss gekämpft, und das ganz ohne Peitschengebrauch.

Das Pferd gehört Ihrem Vater. Ist er ein großer Förderer Ihrer Karriere?

Luft: Oh ja! Er hat mir die Freude an Pferden und das Reiten von klein auf nicht nur ermöglicht, nein – er hat direkt mit mir mitgemacht. Erst mit Freizeitpferden auf dem Reitplatz und im Gelände, jetzt hat er uns auch noch auf unserer 5 Hektar großen Wiese eine kleine Rennbahn erschaffen.

Wie sind Sie zum Rennsport gekommen? 

Luft: Das Galoppieren hat mir schon immer sehr viel Spaß gemacht. Durch eine Werbung für die Messe in Hannover (Pferd und Jagd) sind wir da hingefahren, um zu sehen, was es Interessantes hier in der Gegend für und mit Pferden gibt. Dort war ein Stand mit dem elektrischen Pferd „Mr. Ed“ vom Rennverein Hannover. Da musste ich drauf! Dort haben wir dann auch von den Pferderennen erfahren und die Termine für Hannover bekommen. Nach dem ersten Besuch der Rennbahn haben wir keinen Renntag in Hannover mehr verpasst. Uns wurde aber schnell klar, mit einem eigenen aktiven Rennpferd würden die Renntage für uns zu noch etwas ganz anderem werden. Mein Vater hat sich umgehört, ihm wurde Bohumil Nedorostek, der damals Neueinsteiger unter den Trainern in Hannover war, empfohlen. Nach der ersten Kontaktaufnahme war klar, mit gegenseitiger Unterstützung könnte man da schon was Großes auf die Beine stellen! Die beiden haben dann auch zusammen unsere beiden ersten Rennpferde gekauft. Erst standen die Pferde auch im Rennstall Nedorostek. Nun hat mein Vater seinen Besitzertrainerschein gemacht und ich den Amateurschein. Seitdem trainieren wir unsere Pferde vorerst selbst auf der eigenen kleinen Rennbahn.

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Wo machen Sie Ihre Ausbildung? Oder gehen Sie noch zur Schule?

Luft: Zurzeit besuche ich die 10. Klasse einer Realschule in Gifhorn.

Fasziniert von der Geschwindigkeit

Was fasziniert Sie am meisten am Turf?

Luft: Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde! Die Geschwindigkeit, dieser Kampfgeist und die dafür nötige Disziplin ist das, das sind die Dinge, die mich am Rennsport begeistern.

Ist Jockey Ihr Traumberuf?

Luft: Ich möchte diese Ritte eher als Hobby beibehalten, damit ich noch lange Freude daran habe und es nicht zum Alltag wird und somit der Spaß daran verblasst.

Könnten Sie sich auch einen anderen Job vorstellen?

Luft: Ja, ich möchte gerne einen Beruf erlernen der mir Spaß macht, in dem ich gutes Geld verdiene, um mir diesen Sport (als Hobby) leisten zu können.

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Der Traum vom Amateur-Championat

Wo sehen Sie Ihre Zukunft? Was sind Ihre Ziele?

Luft: Viele Rennen gut zu meistern, das Rennen so zu reiten, wie es sich die Besitzer/Trainer für ihr Pferd wünschen, viele Rennen zu gewinnen und es eventuell auch mal bis zur Amateur-Championesse schaffen.

Welche Rennbahnen haben Sie schon besucht? Haben Sie eine Lieblingsbahn?

Luft: Meine absolute Lieblingsbahn ist die in Hannover! Das ist sozusagen unser „Zuhause“. Da hat alles für uns begonnen, und dort haben wir die meisten Erfolge eingeholt. Wobei ich Dortmund auch sehr mag. Dort hatte ich nämlich auch meinen ersten Sieg, den ich nie vergessen werde! Außerdem bin ich auch schon auf den Rennbahnen Leipzig, Verden, Bad Harzburg, Baden Baden, Hamburg, Mülheim, Neuss, Hoppegarten, Magdeburg und sogar auch in Paris gewesen.

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Was sind Ihre Lieblingspferde und warum?

Luft: In erster Linie erstmal die Eigenen, aber auch Carraigin Aonair, da ich auf ihr zum ersten Mal für einen anderen Trainer, Herrn Heinzmann, im Rennen geritten bin. Es gibt aber so gut wie keine Pferde, die ich nicht mögen könnte! Mir geht bei jedem Pferd das Herz auf!

Was würden Sie gerne verbessern im Rennsport?

Luft: Ich finde, dass mehr für die Besitzer gemacht werden soll, denn sie sind nämlich dafür verantwortlich, dass es diesen Sport überhaupt noch gibt! Zum Beispiel in Baden Baden durften meine Eltern mit einer Karte nicht mal zu zweit rein, geschweige denn die ganze Familie. Das finde ich sehr ungerecht, da die Pferde uns allen gehören, und wenn jeder eine Karte haben müsste, wäre es einfach sinnlos und zu teuer.

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Haben Sie vor, Erfahrungen im Ausland zu sammeln?

Luft: Die Rennen in Frankreich (Paris) durfte ich mir ja schon einmal live anschauen. Es war eine sehr tolle Erfahrung. Wenn ich die Gelegenheit bekommen würde, wäre ich auf jeden Fall nicht abgeneigt!

Haben Sie auch Geschwister, die sich für den Turf interessiere?

Luft: Ich habe eine ältere und zwei jüngere Schwestern. Zu den Renntagen fahren alle immer gerne mit. Die Jüngeren üben auch schon fleißig beim Trockenreiten und haben die Position eines Jockeys schon ziemlich gut drauf. Auf unserem Freizeitpferd wird auch schon fleißig das Reiten gelernt – nur noch nicht in dem Tempo.

Was machen Sie ansonsten gerne in Ihrer Freizeit?

Luft: In erster Linie Kraft – und Ausdauertraining, natürlich reiten und viel Zeit mit Pferden, aber auch mit der Familie und meinen Freunden verbringen. An den Renntagen sitzen wir dann vor dem Bildschirm (wenn wir nicht vor Ort sind) und fiebern für unsere Favoriten mit. Das macht natürlich ganz viel Spaß.

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