Insider-Talk mit Nicolaus von Miltitz: „Man muss ein Rennen informativ, neutral, aber auch spannend präsentieren“

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Nicolaus von Miltitz
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Seine Stimme kennen die Galopper-Fans seit vielen Jahren, vor allem aus München, aber auch von Übertragungen der früheren World Series im Fernsehen.

Exklusiv im Insider-Talk auf dem RaceBets-Blog stellte sich Nicolaus von Miltitz unseren Fragen.

Nicolaus von Miltitz

Woher kommt Ihre Leidenschaft für den Galopprennsport?

Nicolaus von Miltitz: Ich bin unmittelbar neben der Neuen Bult in Langenhagen aufgewachsen und hatte mit 10 Jahren meinen ersten Job auf der Rennbahn als „Läufer“. Dazu noch einige Kinder von Jockeys und Trainern in der Schulklasse, und schon war ich infiziert.

Wie haben Sie bemerkt, dass Kommentieren genau Ihre Sache ist?

Miltitz: Als mein Vorgänger 1991 krankheitsbedingt kurzfristig ausfiel, fragte mich damals der Münchener Geschäftsführer Horst Lappe, ob ich einmalig einspringen könnte. Er wusste, dass ich Pferde und Reiter kenne und in meinem damaligen Job in der Eventabteilung von BMW auch immer wieder mal ans Mikrofon musste. Aus einmalig wurde dann gleich dauerhaft.

Wie lange machen Sie diesen Job, und was waren die schönsten Erlebnisse? Sie haben doch auch für die World Serie des Turfs gearbeitet?

Miltitz: Seit 1991 kommentiere ich nun schon die Rennen in München-Riem. Ende der 90er Jahre kam dann Premiere, das heutige Sky, auf mich zu und verpflichtete mich, die World Series der Galopper zu kommentieren. Das war eine sehr spannende Aufgabe, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Im Anschluss daran kam dann auch n-tv mit der Telewette auf mich zu und ich war als Studiomoderator der Sendung tätig. Nachdem die Telewette abgesetzt wurde und es kaum noch Galopprennen im TV gab, etablierte Premiere den Sender „Premiere Win“, bei dem ich dann einige Jahre mit diversen Kollegen und Experten tätig war. Das alles lief parallel zu meinem eigentlichen Job.

Nicolaus von Miltitz

Welche Qualitäten muss ein Rennkommentator mitbringen?

Miltitz: Ein Rennkommentator muss sich vor allem über seinen Auftrag im Klaren sein, und der lautet, dem Rennbahnbesucher und dem Wetter in den Wettbüros bzw. am Computer, das Rennen so informativ, neutral aber auch spannend zu präsentieren wie möglich. Dazu muss er möglichst alle erreichen, d.h. den Wettprofi, den Dauergast aber eben auch den Rennbahn-Erstbesucher. Wichtig ist auch, die richtige Balance aus zu viel und zu wenig Information zu finden, die man unmittelbar vor und natürlich auch während des Rennens gibt. Dann ist natürlich noch eine klare Stimme mit einem gewissen Volumen vonnöten.

Wie intensiv bereiten Sie sich auf ein Rennen vor?

Miltitz: Ein guter Kommentator muss auf jedes Rennen gut vorbereitet sein. Wenn ich mir unsicher über die Aussprache eines Pferdenamens bin, so gehe ich vor dem Rennen in den Führring und frage Besitzer oder Trainer nach der korrekten Aussprache. Ich finde, dass ein jeder Besitzer oder Züchter ein Anrecht darauf hat, dass der Name seines Pferdes auf der Rennbahn korrekt ausgesprochen wird und nicht, mangels unzureichender Vorbereitung des Kommentators, verunglimpft wird.

Dann sollte sich ein guter Kommentator noch aufmerksam den Aufgalopp ansehen, um auf eventuelle Farbänderungen vorbereitet zu sein, und dann ist es das schon. Diese doch sehr überschaubare Vorbereitungszeit sollte bei jedem Kommentator drin sein.

Was waren die bislang schönsten Versprecher?

Miltitz: Die Versprecher sind der Alptraum eines jeden Kommentators. Da gab es natürlich einige, aber ich habe sie alle verdrängt!

Nicolaus von Miltitz

Haben Sie Vorbilder im Ausland?

Miltitz: Vorbilder im Ausland habe ich keine, die ich namentlich erwähnen müsste. Jedoch gefällt mir die sachliche und souveräne Art der Rennkommentare meiner englischen Kollegen. Es geht immer um das Rennen und nie darum, eine eigene Show abzuziehen durch übertriebene Formulierungen und Publikumsansprachen.

Was machen Sie im Hauptberuf?

Miltitz: Im Hauptberuf führe ich im 20. Jahr eine kleine Marketing- und Eventagentur, die sich glücklich schätzt, sehr namhafte Kunden aus der Automobilindustrie und der Versicherungsbranche zu haben.

Sind Sie auch selbst an Pferden beteiligt?

Miltitz: Aktuell bin ich an keinem Pferd beteiligt, hatte aber in der Vergangenheit immer wieder mal das eine oder andere Rennpferd. Die besten dabei waren Zacateno und Kalidius.

Wetten Sie auch? Was war Ihr bislang größter Gewinn?

Miltitz: Selbstverständlich wette ich auch, denn letztlich lebt der Galopprennsport davon. Alles natürlich im verträglichen Maße. Der größte Gewinn ist schon eine ganze Zeit her. Ich traf gemeinsam mit einem Freund eine Dreierwette in Baden-Baden. Es dürfte sich dabei um die die höchste jemals ausgezahlte Dreierwett-Quote gehandelt haben.

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