Insider-Talk mit Robin Haedens: „Die Leidenschaft für Rennen wird immer größer“


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Mit 17 hat man noch Träume, so lautet ein alter Song. Robin Haedens ist zwar schon 19 Jahre alt, aber auch der belgische Nachwuchsreiter steht noch ganz am Anfang seiner Karriere. Inzwischen ist Deutschland, genauer gesagt Duisburg, zu seiner neuen Heimat geworden. Exklusiv auf dem Insider-Talk berichtet er über seine Pläne.

Ihr Name tauchte im Vorjahr erstmals in Deutschland auf. Wie sind Sie hierher gekommen, und wie hat für Sie alles im Rennsport angefangen?

Robin Haedens: Ich kam nach Deutschland und begann bei Marian Falk Weißmeier zu arbeiten. Ich war dort drei Monate tätig. Dann bin ich für zwei Monate zu Axel Kleinkorres, nach Absprache mit Jean-Pierre Carvalho, gearbeitet, um anschließend für Jean-Pierre Carvalho im Einsatz zu sein. Ich bin jetzt seit zwei Monaten bei ihm.

Alles begann in Belgien. Am Geburtstag meines Vaters ritt ich mein erstes Rennpferd und wusste dann, dass ich das machen wollte. Ich habe bei einem kleinen Trainer in Belgien angefangen, und jeden Tag nach der Schule bin ich mit meinem Vater Rennpferde geritten. Er hat mir alles beigebracht. Letztes Jahr ging ich dann für ein Jahr nach Frankreich zu Andrea Marcialis. Dort habe ich viel gelernt. Nun bin ich seit 7 Monaten in Deutschland.


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Schon der Vater war Jockey

Wie stark unterstützt Sie Ihre Familie? Welche Vorbilder haben Sie?

Robin Haedens: Meine Eltern haben drei Rennpferde, und mein Vater trainiert sie jeden Tag. Er gibt mir alle mentale Unterstützung und Tipps für die Rennen. Mein Vater war auch ein ehemaliger Jockey.

Was Vorbilder anbetrifft, habe ich kein konkretes Beispiel, weil ich glaube, dass man von jedem Jockey etwas lernen und seinen eigenen Stil finden kann.

„Wüsste nicht, was ich ohne die Rennpferde tun könnte“

Welchen anderen Beruf hätten Sie sich vorstellen können? Was bedeutet Ihnen der Rennsport?

Robin Haedens: Rennen bedeuten mir sehr viel. Ich wüsste nicht, was ich ohne die Rennpferde tun könnte. Im Laufe der Jahre wird es für mich zu einer immer größeren Leidenschaft.

Wer managt Sie? Wie ist das Arbeiten am Stall?

Robin Haedens: Ich habe keinen Manager, ich versuche meine Ritte selbst zu organisieren. Die Arbeit im Stall ist großartig. Wir haben ein tolles Team, das versucht, allen bei allem zu helfen. Für mich ist es wie eine kleine Familie, von der ich nur lernen kann.

Mit Sean Byrne, Leon Wolff oder Lilli-Marie Engels ist die Konkurrenz unter den Nachwuchsreitern groß. Was sind Ihre Stärken? Was können Sie noch verbessern?

Robin Haedens: Die Konkurrenz ist zwar groß, aber ich versuche, die Möglichkeiten, die ich von jedem Trainer bekomme, optimal zu nutzen. Meine Stärke ist, aus meiner persönlichen Sicht, dass ich immer versuche, das umzusetzen, was der Trainer mir für das Rennen als Order vorgibt. Jeden Tag lerne ich immer dazu, denn es ist sehr wichtig, dass man sich immer weiter verbessert und nicht stehenbleibt.

Mercutio siegt unter Robin Haedens am 13.05.2021 Renntag in Dortmund.
Mercutio siegt unter Robin Haedens am 13.05.2021 Renntag in Dortmund.

Wie sieht ein normaler Tag bei Ihnen aus?

Robin Haedens: Ein normaler Tag für mich startet um 5.30 Uhr im Stall. Wir geben Futter, und dann um 6 Uhr beginnen wir mit dem ersten Lot. Dann arbeiten wir bis 12.30 Uhr.

Rennen in Ostende machen viel Freude

Wie ist die Verbindung noch in die belgische Heimat? Wie ist die Situation im Rennsport dort?

Robin Haedens: Ich versuche so oft wie möglich nach Belgien zu fahren. Und dann besuche ich dort meine Familie immer, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt. Das ist mir sehr wichtig.

Der belgische Rennsport wird stark von der französischen PMU unterstützt. Belgien hat auch wunderschöne Rennbahnen wie Ostende, wo im Sommer jeden Montag regelmäßig Rennen an der Küste stattfinden. Es ist mir immer eine Freude, dorthin fahren zu können.

Lieblingsbahn Baden-Baden

Welche Rennbahnen bevorzugen Sie außerdem? Was ist Ihre Lieblingstaktik?

Robin Haedens: Meine persönliche Lieblingsbahn ist Baden-Baden. Als ich zum ersten Mal nach Iffezheim kam, habe ich gleich gesehen, dass es eine wunderschöne Bahn ist, der Führring, die Jockeystube und die Tribünen, das gefällt mir dort und hat mir gleich ein großartiges Gefühl gegeben. Ich habe noch nicht alle Rennbahnen in Deutschland gesehen, aber mein Favorit war bisher Baden-Baden.

Nextwave siegt unter Robin Haedens am 18.10.2020 in Baden-Baden
Nextwave siegt unter Robin Haedens am 18.10.2020 in Baden-Baden

Meine Lieblingstaktik ist es, zuerst Plan A auszuführen, und den geben mir die Trainer vor. Wenn Plan A nicht erfolgreich ist, muss man als Jockey improvisieren, und das ist von Rennen zu Rennen unterschiedlich.

Was sind Ihre Ziele für 2021? Welche Auslandseinsätze könnten Sie sich in Zukunft vorstellen?

Robin Haedens: Mein Ziel für 2021 ist es, so viel wie möglich reiten zu können und so viel Erfahrung wie möglich zu sammeln und dann natürlich Rennen zu gewinnen. Natürlich ist es wichtig, dass ich auch dieses Jahr gesund bleibe.

Natürlich möchte ich auch gerne im Ausland Erfahrungen sammeln. Weil es im Ausland oft anders ist als in Deutschland, und diese zusätzliche Erfahrung könnte ich bei den Rennen in Deutschland nutzen.

Was machen Sie privat?  

Robin Haedens: Privat gehe ich oft joggen, um meine Fitness aufrechtzuerhalten, und ich rufe natürlich auch oft meine Eltern an. Denn sie sind es, die mich mental sehr unterstützen, gerade wenn die Dinge einmal nicht so laufen wie geplant.

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Michael Hähn
Unser Autor Michael Hähn arbeitet als freier Journalist in Baden-Baden. Der Galopprennsport ist seit vielen Jahren sein Metier, und seine Leidenschaft sind Rennveranstaltungen in Deutschland und auf der ganzen Welt.