Insider-Talk mit Susanne Schwinn: „Sandbahnrennen sind mir besonders wichtig“


Adventskalendar

Bald den Junior Cup gewonnen

Ihr Vater Matthias ist seit vielen Jahren einer der erfolgreichsten deutschen Besitzertrainer. Wie haben Sie durch ihn in den Rennsport gefunden?

Susanne Schwinn: Durch meinen Vater bin ich bereits als kleines Mädchen oft mit auf die Rennbahnen gefahren und mir wurde schnell klar, dass will ich auch mal machen. Begonnen hat dann alles mit klassischem Reitunterricht, bevor ich dann endlich mit meinem ersten Pony “Lotte“ an Ponyrennen teilnehmen durfte. Anschließend habe ich dann bei Reitpferderennen mitgemacht und konnte sogar den Junior Cup (Nachwuchsrennen im Südwesten) gewinnen.

Mit 14 Jahren habe ich dann meine Amateurprüfung abgelegt und habe bis 2009 Rennen geritten. Mein schönstes Erlebnis war hier der Sieg mit Alrescha in Baden-Baden. 2009 habe ich dann aus gesundheitlichen Gründen das Rennreiten beendet. 2015 habe ich dann meine Besitzertrainer- Prüfung abgelegt und trainiere seither meine eigenen Pferde.

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Hat Sie der Turf schon immer interessiert? Was reizt Sie an dieser Sportart und der Arbeit mit den Pferden?

Susanne Schwinn: Wenn man wie ich in eine Rennsportfamilie reinwächst, was neben meinem Vater Matthias Schwinn natürlich auch auf meine Schwester Sabrina Schön (Schwinn) zutrifft, die deutsche Championesse 2001, Europameisterin der Amateure 2002 sowie auch Besitzertrainerin ist, wird man natürlich schnell vom Rennfieber infiziert. Am Turf reizt mich besonders die Arbeit mit den Pferden, die zu jeder Zeit alles versuchen für einen zu geben.

Susanne Schwinn
Susanne Schwinn

Die ganze Familie ist aktiv

Wie darf man sich den Familienbetrieb vorstellen? Sie trainieren ja auch selbst zwei Pferde auf eigene Rechnung.

Susanne Schwinn: Meine Eltern haben in Honzrath einen  landwirtschaftlichen Betrieb mit Pensionspferden. Neben unseren Pferden haben hier auch einige Besitzertrainer aus dem Südwesten ihre Pferde stehen. Meine Eltern kümmern sich täglich um die Pferde. Außerdem unterstützt mich mein Lebensgefährte Markus Scherer bei den Pferden und transportiert sie mit unserem eigenen Sprinter zu den Rennen. Dann gibt es noch meine Schwester Sabrina Schön, die mit ihrem Mann David Schön und deren gemeinsamen Kindern zwar in Krefeld wohnt, aber so oft sie kann zu Hause unterstützt und auch mit auf die Rennen fährt.

Susanne Schwinn
Susanne Schwinn

Viel Abwechslung in Honzrath

Wie sind die Trainingsmöglichkeiten in Honzrath?

Susanne Schwinn: Die Trainingsmöglichkeiten bei uns sind sehr gut und abwechslungsreich. Neben unserer Trainingsbahn direkt hinter den Stallungen können wir noch auf eine 1600m langen Waldbahn, die berghoch geht, zurückgreifen. Zudem haben wir sehr schöne Waldwege und einen großen Reitplatz, was eine perfekte Abwechslung zum Training bietet. Bei kälteren Temperaturen steht uns auch die 51 m breite und 72 m lange Reithalle meines Cousins, dem Springreiter Thomas Schwinn, zur Verfügung.

Patronus und Spot Lite konnten in dieser Saison schon auf sich aufmerksam machen. Was trauen Sie beiden auf der Sandbahn zu? Wie wichtig sind Ihren die Winterrennen?

Susanne Schwinn: Mit Patronus und Spot Lite habe ich zwei absolute Sandbahn-Spezialisten, daher sind mir die Sandbahnrennen natürlich besonders wichtig. Leider habe ich mit Spot Lite in Deutschland ein Distanzproblem, da ihm die 1200 m in Dortmund einen Tick zu weit sind. Patronus benötigt ein reibungsloses Rennen ohne Rempler, seine Idealdistanz in Dortmund sind 1700 m.

Susanne Schwinn
Susanne Schwinn

Ich erhoffe mir bei beiden in diesem Winter Platzierungen und wäre natürlich überglücklich, wenn noch ein Sieg dabei rauskommt. Aber ganz nach dem Motto „alles kann nichts muss“, das Wichtigste bei beiden ist mir natürlich, dass sie gesund und munter aus den Rennen kommen.

Was machen Sie im Hauptberuf? Wieviel Zeit nimmt die Arbeit im Stall ein? Was sind Ihre Hauptaufgaben? Wie ist Ihr Tagesablauf?

Susanne Schwinn: Hauptberuflich arbeite ich als Steuerfachwirtin in einer Steuerberaterkanzlei. Die tägliche Arbeit mit den Pferden ist der perfekte Ausgleich zu meinem Büroalltag. Morgens um 5:30 Uhr gehe ich in den Stall und füttere meine Pferde. Um 6 Uhr beginnt dann die Arbeit im Büro, und ab 16 Uhr bin ich dann wieder im Stall zum Pflegen und Reiten meiner Pferde. Tagsüber werden die Pferde von meinen Eltern versorgt. Beim Training habe ich zudem auch noch die Unterstützung der Amateurrennreiterinnen Selina Ehl und Sarah Scholl sowie einem langjährigen Freund Markus Falk.

Haben Sie vor, eines Tages den Stall Ihres Vaters zu übernehmen? Was schätzen Sie ganz besonders an ihm und seiner Arbeit?

Susanne Schwinn: Das Training der Pferde ist ein wunderschönes Hobby. Meinen Beruf würde ich hier jedoch niemals aufgeben. An meinem Vater schätze ich sehr seine langjährigen Erfahrungen mit Pferden und auch im Rennsport. Außerdem macht er das Heu, Stroh und den Hafer für unsere Pferde immer noch selbst. Zu Höchstzeiten hat er 30 Pferde im Training. Zudem hat er mich damals als Amateur immer unterstützt und gibt auch heute noch dem Nachwuchs gerne alle Chancen.

Susanne Schwinn
Susanne Schwinn

Ohne ihn bekäme ich vor allem das Training der Pferde und meinen Vollzeitjob nicht unter einen Hut. Meine Eltern unterstützen mich hier, wo sie nur können.

Was würden Sie im deutschen Turf ändern, wenn Sie einen Tag der Chef wären?

Susanne Schwinn: Ich würde versuchen, unseren Basissport attraktiver zu machen. In Deutschland wird viel für die “Großen“ gemacht, die „Kleinen“ fallen hier schnell hinten rüber.

Waren Sie auch schon auf Rennbahnen in anderen Ländern unterwegs?

Susanne Schwinn: Mit meinen beiden Pferden Spot Lite und Patronus war ich bisher nur in Belgien.

Mit Freunden fliege ich gerne nach England auf Auktionen, wo ich natürlich auch meine beiden Pferde selbst ersteigert habe, hier darf natürlich auch ein Rennbahnbesuch nie fehlen. Im nächsten Jahr steht Punchestown auf dem Plan, hier freue ich mich besonders drauf, da es mein erster Aufenthalt in Irland ist.

Was sind Ihre Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft?Susanne Schwinn: Vor allem wünsche ich mir viel Gesundheit für mich und meine Familie. Ich habe die Hoffnung, dass Corona in unserem Sport bald keine Rolle mehr spielen wird und die Rennbahnbesuche wieder wie früher werden.

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