Insider-Talk mit Uli Baltromei: “Man kommt viel in der Welt herum”

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Die Familie Baltromei ist jedem Galoppsport-Fan in Deutschland bestens bekannt. Auch Uli Baltromei lebt für und mit dem Turf, als Transporterfahrer und Disponent bei dem Kölner Unternehmen Harzheim organisiert und fährt er selbst die Pferde zu ihren Starts. Exklusiv im Insider-Talk auf dem RaceBets-Blog berichtet er über seine Laufbahn und hat einen Derby-Tipp.

Ihre ganze Familie ist im Rennsport aktiv. Wann haben Sie erkannt, dass auch Sie in diesem Sport arbeiten möchten?

Uli Baltromei: Durch meinen Vater und meinen Onkel war ich schon vorbelastet. Meine Jugend spielte sich überwiegend auf der Rennbahn ab, da war es eigentlich klar, dass ich irgendetwas mit Pferden mache. Der Plan meines Vaters war, dass ich Schmied werde, Werner Tierarzt und Dirk (Pinki) Sattler. Natürlich alles zum Wohle des eigenen Trainingsbetriebes. Nach einem sechswöchigen Praktikum bei unserem damaligen Schmied merkte ich aber, dass mir die Arbeit nicht lag, so dass ich eine Lehre bei meinem Vater begann.

Bild: privat

Wie kamen Sie auf die Idee, Transporterfahrer zu werden?

Baltromei: Nach der Bundeswehr, einigen Jahren in einem Reitstall und fünf Jahren als einer der Reisefuttermeister bei der Turflegende Hein Bollow, arbeitete ich, wie so viele aus dem Rennsport, vier Jahre bei der Firma Bauer Druck. In dieser Zeit wurde ich vom damaligen Disponenten (Kap Schmitz) der Firma Jean Harzheim angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, dort als Fahrer anzufangen. Daraufhin machte ich erst einmal den LKW-Führerschein und fing im Mai 1993 dort an.

Was ist für Sie der Reiz an Ihrem Beruf? Wieviele Kilometer legen Sie im Jahr zurück?

Baltromei: Die Nähe zu den Pferden, ohne sie reiten zu müssen. Man kommt natürlich viel in der Welt rum und lernt außerdem sehr viele nette Leute kennen. Da ich seit vier Jahren auch noch Disponent bin und zusätzlich Büroarbeiten verrichte, komme ich nur noch auf ca.60.000 Kilometer. Meine Kollegen legen schon etwas mehr zurück.

Bild: privat

Was waren die prominentesten Pferde, die Sie bisher gefahren haben?

Baltromei: Für mich ist eigentlich jedes Pferd prominent, da jedes einzelne doch einen gewissen Wert hat. Es gibt natürlich auch einige Ausnahmen, die jeder im Rennsport kennt. An erster Stelle natürlich Danedream nach Ascot, wo sie 2012 die King George VI & Queen Elizabeth Stakes gewinnen konnte. Aber auch die zehn Derbysieger, die ich in den letzten Jahren fahren durfte, waren etwas Besonderes.

Welches waren die weitesten und spannendsten Touren?

Baltromei: Die weitesten Touren sind die nach Irland und Schweden. Die spannendsten sind sicherlich die nach England und Irland, wenn man im Hafen ankommt und der Kapitän auf einmal sagt: „Heute keine Pferde“.

Wie läuft eine Rennwoche in Baden-Baden oder Hamburg für Sie ab?

Baltromei: Früher war das alles kein Problem. Man fuhr an einem Tag hin, am nächsten Tag wurde gelaufen und am dritten Tag ging es wieder nach Hause. Das war für Mensch und Pferd sehr entspannend. Mittlerweile wollen Trainer aber alles an einem Tag machen. So ist es schon eine logistische Herausforderung. Zusätzlich zu den Startern kommen in Iffezheim ja noch die Auktionspferde dazu. Diese Pferde wollen auch noch hin und zurück gebracht werden. Das verlangt von allen Fahrern vollen Einsatz.

Ihre Freundin Ulli Timmermann teilt die Leidenschaft für den Rennsport. Welche Rolle spielen die Pferde auch im Privatleben?

Baltromei: Meine Lebensgefährtin Ulli Timmermann besitzt zwei Mutterstuten und ein älteres Rennpferd, die unseren Alltag sehr bestimmen.

Wetten Sie auch gerne?

Baltromei: Dieses Gen wurde mir nicht in die Wiege gelegt. Ab und an tätige ich aber auch mal eine kleine Wette.

Haben Sie schon einen Favoriten für das Derby 2019?

Baltromei: Ich glaube, dass ich am Sonntag in Köln mit Laccario ein sehr gutes Pferd gesehen habe. Es würde mich auch sehr für Herrn Ostermann freuen, wenn er mal wieder nach Lando und Laroche aus der gleichen Familie einen Derbysieger hätte.

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