Marco Klein: „Hoffnung auf den ersten Saisontreffer“

Marco Kleins Rennanalyse
Road to Cheltenham

Die Saison 2021 lässt sich bis jetzt noch ein wenig schleppend an für unseren RaceBets-Botschafter Marco Klein. Bei zehn Starts seiner Schützlinge musste der Mannheimer Erfolgstrainer bislang mit einigen vierten und fünften Plätzen vorlieb nehmen. Der erste Saisontreffer lässt noch auf sich warten, doch muss bekanntlich auf der Sandbahn auch alles passen.

Bilanz des vergangenen Renntages

„Beim letzten Renntag war der Boden sehr tief und nass“, berichtet Marco Klein. „Man merkt natürlich, dass es in Dortmund keine Trainingszentrale mehr gibt. Daher ist der Aufwand nun größer, für die Renntage das Geläuf zu bearbeiten. Ich denke, dass der Boden gefroren war und man ihn daher erst auffräsen musste. Amiga Juanita kam mit dem tiefen Boden nicht zurecht. Anna Adventure fand nie den Weg nach vorne, sie hatte offenbar einen leichten Infekt und ist daher entschuldigt.“

Und der Coach weiter in seinem Rückblick: „Thunder Light ist ein gutes Rennen gelaufen, denn es war ein super besetzter Ausgleich III. Flight to Hongkong ist ein relativ schlaues Pferd, das zwar noch etwas besser aufkam, aber der unterwegs Dreck abbekam. Hinter Platin Lover steht derzeit ein kleines Fragezeichen.“

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Kritik an den Ausschreibungen

Marco Klein äußert in einem Punkt auch Kritik: „Die Ausschreibungen für Februar sind alles andere als optimal. Mich stimmt es auch traurig, dass man auf Seiten des Rennvereins nicht bereit war, mich zurückzurufen. Es fehlen einfach Ausgleiche III über weitere Distanzen. Und Dreijährigen-Rennen gibt es im Februar gar nicht. Es ist auch schade, dass er der deutsche Rennsport nicht schafft, an jedem Wochenende einen Renntag anzubieten.

Mit aktuell 41 Pferden ist Marco Kleins Stall prächtig gefüllt und die Perspektiven scheinen bestens. Da dürfte es sicherlich nicht mehr lange dauern, bis der erste Treffer 2021 unter Dach und Fach ist. Vielleicht klappt es ja schon am kommenden Sonntag (24. Januar), wenn Marco Klein mit voraussichtlich drei Pferden in Dortmund vertreten ist.

An diesem Tag steht der nächste PMU-Renntag auf der Sandpiste an. Es ist gleichzeitig der letzte Renntag in Deutschland im Monat Februar, da der 31. Januar rennfrei sein wird. An diesem Tag wird der Prix d‘ Amérique das große Highlight bei den Trabern sein, und da sind Parallel-Veranstaltungen im Galopp im Nachbarland, das ja für die Finanzierung unserer Winter-Renntage so eminent wichtig ist, nicht vorgesehen.

Marco Klein hat sich drei Rennen genauer angeschaut. Wir haben ihn am Dienstag gefragt, welche drei Rennen für ihn am spannendsten sind und ihn um seine Analyse gebeten. Außerdem ging er der Frage nach, weshalb diese Prüfungen für normale Rennsportfans besonders attraktiv sind. Hier seine Einschätzung zu den ausgewählten Rennen am Sonntag, 24. Januar in Dortmund. Die Analyse beruht auf dem Stand vor der Vorstarterangabe, so dass sich hier noch Änderungen an den Startern ergeben könnten. Möglicherweise ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung das ein oder andere Pferd gestrichen worden.

Dreimal Dortmund – das sagt der Experte

Dortmund, Sonntag, 24. Januar: Ausgleich III, 1.700 m:

„Es sieht günstig aus für Numerion“

„Hier sind aktuell noch sieben Pferde startberechtigt. Ich hoffe, dass das Rennen auch stattfindet. Es ist nicht schlecht besetzt. TOWN CHARTER war einst Seriensieger und lief mehrfach mit hohem Gewicht achtbar. Zuletzt lief es vielleicht nicht so optimal. NUMERION aus dem Stall von Henk Grewe war beim letzten Mal Zweiter im Ausgleich III und lief ein tolles Rennen. Mit der großen Erlaubnis sieht es günstig aus.

„Lucky Lips kommen die 1.700 Meter entgegen“

NO WALTZ war noch in zwei Rennen genannt. Sie hat als Ausgleich III-Dritte gezeigt, dass sie mit der Sandbahn zurechtkommt. Baron Mayson war zwar schon zweimal Zweiter auf dem Neusser Sand, aber der Dortmunder Sand ist Neuland für ihn. Da muss man erst einmal abwarten. Unser LUCKY LIPS lief als Fünfter zuletzt nicht verkehrt. Ich war nicht unzufrieden. 1.700 Meter sollten ihm noch mehr entgegenkommen. Er dürfte Geld abbekommen.

LUCKY LIPS siegt unter Andrasch Starke am 08.07.2018 in Hamburg
LUCKY LIPS siegt unter Andrasch Starke am 08.07.2018 in Hamburg

„Dauerläuferin Mashiana“

MASHIANA ist eine Dauerläuferin. Sie war Achte in Chantilly in einem Feld von 16 Pferden und geht quasi im Wochenrhythmus an den Start. Ihr Sieg über 1.200 Meter sah gut aus, sie müsste die Distanz, die hier gefordert wird, auch können, für uns war sie ja schon Zweite über 1.700 Meter.

FAIR HURRICANE hat in Mülheim gewonnen, das war im Dezember auf tiefer Bahn. In Dortmund war er schon Vierter auf einer kürzeren Strecke. Insgesamt ist das Rennen total offen.

Dortmund, Sonntag, 24. Januar: Altersgewichtsrennen, 1.950 m:

Wie kommt Dartan mit Sand zurecht?

Sehr interessant ist auch das Altersgewichtsrennen für vierjährige und ältere auf Sand sieglose Pferde. Hier waren am Dienstag noch elf Pferde genannt. Mit einem GAG von 70 Kilo ist natürlich DARTAN die Nummer eins, wenn er beim ersten Versuch mit dem Untergrund zurechtkommt.

DARTAN am 28.06.2020 in Hannover
DARTAN am 28.06.2020 in Hannover

„Golden April sollte sich gesteigert haben“

NO WALTZ würde es hier wohl einfacher antreffen als im Ausgleich III. GOLDEN APRIL aus unserem Stall hat sich beim ersten Versuch im Leben gut aus der Affäre gezogen. Jozef Bojko meinte anschließend, er hätte mit ihr mehr mitgehen sollen. Sie sollte sich durch den ersten Start gesteigert haben. Ich gehe von einem Platz unter den ersten Vier aus.

Dortmund, Sonntag, 24. Januar: Ausgleich IV, 2.500 m:

„Bergadler sollte die jüngste Leistung korrigieren“

Zehn Pferde kamen für den Ausgleich IV über 2.500 Meter am Dienstag noch in Frage. VARVARA gab als Dritte in einem Altersgewichtsrennen keine schlechte Vorstellung. Sie muss hier zwar viel Gewicht tragen, ist aber nicht uninteressant.

VARVARA am 11.10.2020 beim in Köln
VARVARA am 11.10.2020 beim in Köln

Unsere Hoffnung BERGADLER hat mir beim letzten Mal auf Sand nicht so gefallen wie vorher beim Sieg. Offenbar war er nicht zu hundert Prozent bei sich und etwas müde. Ich gehe davon aus, dass er diese Leistung nun korrigieren wird und gebe ihm gute Chancen. Auf einem der ersten drei Plätze sollte er landen, wenn er so wie beim vorletzten Mal läuft.

Weitere vielversprechende Kandidaten sind BAHAMA MOON, der Vierter über 2.500 Meter war und hier eine Rolle spielen kann, sowie MONCEAU, der gerade Dritter wurde, was eine sehr gute Form war.“

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