Mit Rennpferden verreisen

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Manchmal fährt man ja durch die Gegend. Und meist ist es sehr weit, so richtig und in echt weit. Und früh! Wenn ihr denkt, es wäre früh um 5 Uhr zum Turnier aufzustehen, dann winkt um 4 der völlig verpennte Rennreiter eurem Häuslein. Aus dem Hänger nämlich, denn wir fahren meist hinten mit. Genießen dafür aber auch den Luxus – Platz. Allerdings kommt man sich dabei trotzdem wie ein illegaler Einwanderer vor.

Im besten Fall kennt man seine Mitfahrer, im schlimmsten Fall ist das ein schnarchender Kerl, der es einem selbst unmöglich macht zu schlafen. Und dann noch das Pferd dazu. Das ist wahlweise selbst am schlafen, oder macht Randale (oder schnarcht), sodass man gezwungen ist, alle fünf Minuten wieder aufzustehen, das Monster zu betüddeln und wieder in den Schlafsack zu kriechen. Morgens um 4 ist es auf dem Hänger nämlich arschkalt.

Und man ist immer noch nicht in Iffezheim. Stadt der Renter – Stadt mit nur einer Dönerbude!
Abladen geht schnell, man parkt direkt im Boxendorf, weiß auch garantiert nicht, wo der bereits dort gastierende Kollege abgestiegen ist und steht mit Köfferchen und Pferd (manchmal auch mehreren) mitten drin, soll sich drei verschiedene Nummern merken (für mindestens 4 Pferde) und am Ende ist man völlig verwirrt und möchte nach seiner Mama schreien, weil 2 der 4 Pferde schon an Nerven und Stricken zerren.

Hat man die Ungeheuer endlich abgeliefert, darf dann auch endlich gegessen werden, schnell noch Trainer suchen und die Spesen eintreiben (von meinem Trainer niemals ohne: „Aber keine Zigaretten davon kaufen!“ begleitet) bevor man zur Dönerbude davon sprintet. Gibt es die eigentlich noch? Ich war das letzte Mal 2007 in Iffezheim…

Viel Heckmeck auf dem Renntag, viel Gebrüll, viel Geschrei, aber am Abend kommt es ja erst recht Dicke – man muss ja auf die Mitfahrer warten, mit denen man sich das Taxi teilt. Und die haben meist dann im letzten Rennen ein Pferd laufen, oder aber noch anderweitige Verpflichtungen am Abend, sodass man auch garantiert richtig spät in der Nacht wiederkommt.

Wenn schon keinen Schlaf, dann ja auch richtig.
Irgendwann, nachdem man sein Hörspiel dann auch das fünfte Mal gehört hat, nickt man ein, wird irgendwann geweckt und man nimmt an, man wäre endlich zu Haus.
Ist man aber nicht.

Fahrer: „Ey, wo is’n Schlenderhan?“
Ich: „In Quadrath.“
Fahrer: „Ja, wo da?“
Ich: „Irgendwo oben.“
Fahrer: „Komm ma‘ nach vorn.“
Ich: „Kannst du nicht den Futtermeister von denen Fragen?“
Fahrer: „Den krieg ich nicht wach.“
Ich: … Mitten in der Nacht, irgendwo im ehemaligen Nachbardorf des eigenen Heimatdorfs eine (zum damaligen Zeitpunkt) neu gebaute Trainingsanlage zu suchen ist wirklich nicht einfach.

Im heimischen Stall ist man erbost, warum ich so spät wiederkomme. Ist ja quasi gleich schon Arbeitsbeginn.
Entschuldigung: „Ich war noch in Quadrath.“
Empörung! Ob ich nicht auch noch vielleicht in Dreieck war? Nein, das heißt so! Versuche mit den Händen pantomimisch Schlenderhan nachzuahmen, leider fällt mir dazu aber keine gute Erklärung ein und es wird nur wildes Gefuchtel. Werde nach Hause geschickt, mit der Order: Na, dann fängst du halt erst um halb 7 an. Gnädig!

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