Beijing Jockey Club

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Ich komme gerade frisch aus China wieder. Und wie es eben so ist – da wo ich bin, gucke ich natürlich auch, ob es eine Rennbahn gibt. Manchmal habe ich Glück – manchmal habe ich Pech. Und manchmal stößt man auf merkwürdige Geschichten. Wie die des Beijing Jockey Clubs. Allerdings ist die Geschichte schon eine Weile her. Und vermutlich muss man China ein bisschen verstehen, um nachzuvollziehen, was da überhaupt passiert ist.

Zunächst einmal – Tiere und China … das ist heutzutage eine andere Sache als noch vor 15 Jahren. Zu der Zeit, als es den Beijing Jockey Club gab. Die Chinesen, vor allem in Beijing mögen Tiere. Natürlich nicht jeder – ist ja bei uns nicht anders. Aber sie streicheln sie gerne, sie halten sie, sie führen sie gassi – aber hin und wieder fehlt es ihnen an Verständnis für die Bedürfnisse des Tiers – die vor den eigenen Bedürfnissen stehen. Das wird besser. Dennoch wird es eine Weile dauern, bis man auf einem Level ankommt, das allgemein einer westlichen Welt entspricht.

Machen wir uns aber nichts vor – auch in Deutschland halten Leute Huskys in zu kleinen Wohnungen, stecken Hunde in Käfige wenn sie stören oder halten Vögel, Kaninchen und Co. in viel zu kleinen Käfigen. Es fällt uns nur sehr leicht mit dem Finger auf die Chinesen zu zeigen (die essen ja Hunde!). Und bei Nutztierhaltung sollten wir wohl besser nicht mit dem Zeigefinger rumwedeln.

Der Beijing Jockey Club existierte nicht lang und schloss seine Tore 2005 wieder, nachdem die Rennbahn in Tongzhou gerade erst 2001 eröffnet wurde. Das Skandalöse daran: Was macht man, wenn man gerade seine eigene, gerade erst angefangene Rennsportindustrie, auflöst? Man tötet die Pferde. Bis zu 600 sollen es gewesen sein, die einen unnötigen Tod fanden. Denn der Staat entzog der Bahn die Gambling Licence und das war’s dann. Kommunismus und Gambling ist so eine Sache … Irgendwie gefiel es der Regierung nicht mehr, Glücksspiel auf der Bahn zu erlauben. Und dann war da auch noch etwas mit Sponsoren, die gar nichts davon wussten, Betrug – etc. Kein Wunder, dass das gestrenge Regime also nicht sonderlich nachsichtig mit dem Rennclub umging.

Kommunismus und Gambling ist so eine Sache … Irgendwie gefiel es der Regierung nicht mehr, Glücksspiel auf der Bahn zu erlauben. Und dann war da auch noch etwas mit Sponsoren, die gar nichts davon wussten, Betrug – etc. Kein Wunder, dass das gestrenge Regime also nicht sonderlich nachsichtig mit dem Rennclub umging.

Wäre etwas Derartiges bei uns passiert – ich bin mir sicher, dass die Menschen interveniert hätten. Wenn bekannt würde, dass ein Verein all seine Pferde töten lässt, weil sie schlichtweg nicht mehr gebraucht werden – uff. Ne, das ließe sich hier keiner Gefallen. Glaube ich. Effektiv … puh. Heutzutage weiß man bei den Menschen manchmal nicht, ob das nicht nur Dummgelaber ist, aber wenn es wirklich etwas zu machen gibt, dann sind sie zu faul, zu fein, oder sonstwas.

Was man also auf der Bahn tat – man schläferte die Pferde ein. Alle. Was schon ungewöhnlich an sich ist. Wir befinden uns im China des Jahres 2005. Da, wo die olympischen Wettbewerbe im Reiten, drei Jahre später, in Hongkong ausgetragen werden mussten, weil man schlichtweg keine Quarantänebedingungen schaffen konnte (wollte und wusste wohl auch noch inkludiert).
Ein Land, das immer wieder in der Kritik steht, mit Tieren absolut unwürdig umzugehen. Wie passt es da zusammen, dass die Pferde “human” eingeschläfert wurden?

Diese riesige Anlage (drei Bahnen mit unterschiedlichen Untergründen, noch mehr Platz, Stallungen und einem Personal von 700 Leuten), verschwand also am Ende wieder als Rennstrecke. Völlig leise. Da sind bestimmt jetzt diverse Leute empört. Aber selbst wenn es alle Chinesen gestört hätte – wir erinnern uns mal kurz daran, was das für ein Land ist. Wir können auf der Straße herumpöbeln, demonstrieren, fiese Postings schreiben – die können das nicht.

Auch heute noch nicht vollkommen, wenn man nach Hongkong schaut. Auch wenn ich auch von Chinesen kritische Worte in China gehört habe (ja, gar Blasphemische gegen Mao!). Trotzdem glaube ich, dass die durchaus auch tierlieben Chinesen heutzutage vielleicht einen anderen Weg gefunden hätten, als noch vor knapp 15 Jahren.

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