Der Zwischenstand

Turfteufel - Der Zwischenstand
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Es ist mal Zeit Bilanz zu ziehen, was der Rennsport dieses Jahr so gesehen hat. Sowohl an Leistung, als auch an Kreativität (oder eben dem Nichtvorhandensein dieser) und anderen Dingen (wir haben ja auch immer noch eine Pandemie da draußen). Es ist also nach wie vor nicht einfach für den Sport, aber es geht bei uns ja stückweise weiter. Einige Rennbahnen haben sogar mittlerweile die Erlaubnis, einige Zuschauer einzuladen – der restliche Pferdesport veranstaltet seine Big Points gar nicht erst. Aber: Wir müssen. Der Rennsport hat schließlich den Auftrag der Leistungsprüfung, dafür erhalten Sie ja auch etwas vom Staat und daher gibt es gar keine Option, diese wirklich langfristig auszusetzen, egal wie groß das Minus ist, das in die Kasse gerissen wird.

Skurril ist natürlich der Fall von Baden-Baden, wenn im naheliegenden Europa-Park die Gäste zu Tausenden herumturnen, aber auf einer Rennbahn nicht ein einziger kommen darf. Allerdings ist das alles weder in der Hand vom Dachverband noch von den Rennbahnen – hier sind die Länder die mit dem letzten Wort. Und so gab es eben kein Derby mit Zuschauern. Was beklagen wir uns, wir haben einen Stream. Dass es nicht verständlich ist, warum hier erlaubt und dort verboten – ja, das ist nervig und anstrengend. 

Da sind wir doch gleich beim Stream. Plötzlich geht vieles, was vorher undenkbar war. Wir werden teilweise bis zu acht Stunden am Stück entertained, egal ob bei einem kleinen Renntag oder beim Gruppe 1 Rennen. Trotz einiger Kritikpunkte ist der Stream natürlich schön. Es gibt Interviews, Unterhaltung und vor allem Rennen. Da graust es einen doch. Was passiert wohl, wenn sich wieder Normalität ankündigt? Wird der dann nicht mehr so fortgeführt? Kostendeckend oder kostengünstig ist der Spaß nämlich nicht. Wer soll das bezahlen? Wie kann man es beibehalten und die Balance bewahren? Wird schwer. Man kann also nur hoffen. Sport 1, also eine TV Präsenz ist natürlich auch nicht zu verachten, aber ob der Deal fortgeführt wird, ist eben auch nicht klar. Es heißt also mal wieder zittern.

Dann ist da natürlich die Leistung. Der Corona-Jahrgang zeigt gerade was er kann und sicherlich hat die Pandemie auch einiges mit dem Ergebnis der Klassiker zu tun, denn Pferden fehlte Vorbereitung, oder aber es fehlte an Zeit, sodass Rennen schneller getaktet waren. Das schmälert aber nicht die Leistung des Jahrgangs. Gerade die Stuten sind sehr hoch bewertet und haben sich in der Diana ein richtig spannendes Rennen geliefert. Das Derby stand dann ebenfalls im Zeichen von zwei Pferden, die so auch nicht in aller Munde waren. Die Bestätigung der Leistung müssen beide noch zeigen. Schlechter als letztes Jahr dürften sie aber nicht sein. Ja, sicher, einige Dreijährige kennen noch keine Menschenaufläufe und großes Trara. Das ändert aber nichts an ihrer Leistung an sich. Schnell laufen können die trotzdem.

Viele Rennvereine werden mittlerweile kreativ. Wie kann man dennoch den Rennsport zu den Leuten bringen, die nicht kommen dürfen. Vor allem die schöne Präsentation der Boxenauslosung in Düsseldorf bleibt im Gedächtnis. Mit einfachen Mitteln schöne Bilder – es zwingt die Rennvereine etwas zu tun und viele tun es. Das ist erfreulich. In Baden-Baden wurde symbolisch der “heilige” Rasen vergeben – an Rasenpaten. Lustige Idee, sorgt für Aufmerksamkeit. Corona zwingt die Agierenden auf einen Kurswechsel. Die eigentlich verschlafene Digitalisierung wird nachgeholt, plötzlich ist Social Media Präsenz, die häufig verpönt war, ist mit einem Mal alles. Das ist auf jeden Fall ein positiver Aspekt der Pandemie. 

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