Is’ halt auch nicht dein Pferd

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Ständig wird man als Rennsportler dafür angesaugt, dass Galopper mit einigen Sicherheitsmaßnahmen geführt und geritten werden, statt mit Halsring und wallendem Kleidchen. Vor allem das Steiggebiss ist ein heißes Eisen, das jedes Wendymädchen verteufelt. Um mal mit dem Märchen aufzuräumen: Damit reitet niemand (falls ihr doch IRGENDWO einen Idioten findet, der das wirklich tun sollte, dürft ihr den aber gerne vom Pferd schubsen). Das Steiggebiss ist kein Reitgebiss, es liegt nur zusätzlich im Maul, solang das Pferd geführt wird. Und das auch nur am Renntag. Im heimischen Stall passiert gar nichts, da nimmt man eine Trense oder ein Halfter. Meistens.

Warum macht man das? Weils nicht das eigene Pferd ist. Sondern ein durchaus teures Tier, das in Trainers Obhut gegeben wurde. Und er ist nun dafür verantwortlich, dass dieses Pferd gut betreut, artgerecht gefüttert, bewegt und trainiert wird – aber auch, dass es nicht zu Schaden kommt. Und bei spontan herumlaufenden 60.000 Euro an der Hand … uff, da möchte man manchmal eine Versicherung in Form von Steiggebiss haben. Oder geschlossenen Türen. Hohen Zäunen. Oder Bodenpersonal, was nochmal extra festhält. Was meint ihr denn, was die Besitzer einem erzählen, wenn so ein Pferd vor den nächsten LKW rennt? Mal völlig egal ob es teuer oder günstig war? Das will niemand.

Dann kommt immer das Argument: das muss man üben, die sind halt nicht nicht richtig ausgebildet. Das ist Käse und das weiß man eigentlich auch. Auch Derbysieger kann man am Halfter führen. Es geht mehr um die Rückversicherung, dass man im Worst Case noch so ein bisschen mehr hat. Wir wissen alle, dass Pferde, wenn sie denn wollen, uns locker hinterherschleifen. Um das eventuell zu verhindern (manchmal schafft man das ja schon, sonst wäre die Welt voll von freilaufenden Pferden), sind manchmal Dinge nötig. Vor allem, wenn man als Dienstleister mit Pferden umgeht. Euer Pferd selbst kann genauso verletzt werden. Weil es sich erschreckt, weil es den Mülleimer plündert, weil es etwas frisst, dass es nicht fressen sollte, weil es eine Böschung runterstolpert … die Liste ist lang und unschön. Vielleicht wäre das auch zu verhindern, wenn man den Strick mal in die Hand nimmt. Oder an der Trense führt.

Und dann sind da ja noch die Deppen, die ihre Pferde im Gelände frei laufen lassen. Privat. Freiwillig. Noch einmal: Im Rennstall isses nicht dein Pferd. Und der Worst Case ist der Fall, wenn das Pferd den Reiter abwirft. Denn dann ist es erst Mal frei. Und frei … frei macht es halt echt den größten Mist. Ja, jetzt sagen kluge Köpfe – hoho, das Pferd folgt der Herde, das Pferd rennt nach Hause. Hey, das hättet ihr doch mal unseren Pferden auf der Rennbahn erklären sollen. Kandidaten ohne Reiter (im Training) haben schon eine Menge gemacht. Aber sie sind nicht zwingend mit der Herde gelaufen. Lieber haben sie (obwohl nicht eingesprungen) mal erste Sprünge auf der Jagdbahn versucht, oder sind zum Autobahnzubringer galoppiert (das war nicht unserer, sondern der vom Nachbarn und der wurde zum Glück von der Polizei zurückgebracht). Und zwar …. WUUUUUSCH – am Stall vorbei. Okay, die Leute, die freilaufende Pferde im Gelände total geil finden, die finden natürlich auch Galoppertraining total blöd und böse und sagen: Die sind bestimmt vor den fiesen Trainingsmethoden geflüchtet.

Bei fremden Pferden hat man eine besondere Verantwortung. Und daran muss man sich halten. Wenn manche Leute ihr Pferd im Gelände (wo ja angeblich nie jemand ist außer ihnen) laufenlassen wollen – macht das (hoffentlich seid ihr gut versichert), aber nervt nicht die Menschen, die gar nicht mit dem eigenen Pferd umgehen und für die Sicherheit nicht die Abwesenheit von Vertrauen ist.

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