»The same procedure as last year«

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Mister F Daag (hier beim St.Leger-Sieg 2017) kann Robin Bakker zum vierten Sieg in Folge im Deutschen Traber-Derby verhelfen. (© Traberfoto-sx.de)
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Die Derby-Woche 2017 wird Deutschlands amtierender Champion der Profis, Michael Nimczyk, so schnell nicht vergessen.

Zusammen mit seinem wichtigsten Besitzer, dem Berliner Bahn-Eigentümer Ulrich Mommert, dominierte der damals 31-Jährige das Meeting mit 23 Siegen an den seinerzeit acht Renntagen die Gesamt-Veranstaltung, gewann dabei auch einen der vier Derby-Vorläufe und brachte zwei weitere Pferde ins Finale. Doch trotz der numerischen Überzahl triumphierten am Ende der niederländische Trainer Paul Hagoort (40) und sein »Vollstrecker« Robin Bakker (35) mit Tsunami Diamant.

Traber-Derby-Woche 2018
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Sonntag, 29.07. in Berlin Mariendorf

Einem ähnlichen »Drehbuch« könnte auch die 123. Auflage des Deutschen Traber-Derbys folgen, dessen vier Qualifikationen mit insgesamt 33 Teilnehmern an diesem letzten Juli-Sonntag angesetzt sind. Das Quartier von Trainer Wolfgang Nimczyk (61) stellt fünf davon, sein gut 20 Jahre jüngerer Kollege aus dem Nachbarland, der das Blaue Band in den letzten fünf Jahren vier Mal und seit 2015 durchgehend gewonnen hat, bietet mit Mister F Daag den Top-Favoriten sowie zwei weitere Talente auf.

Eines davon läuft mit Ids Boko (Robin Bakker / 7) gleich im 1. Vorlauf (4. Rennen / 14:20 Uhr). Der Wallach hat sich in den letzten Wochen stetig gesteigert, profitierte aber bei seinem dritten Platz im Buddenbrock-Rennen vom fehler-bedingten Ausfall des Mommert-Hengstes Emilion (Michael Nimczyk / 1). Der Sohn eines französisch-italienischen Elternpaares lief nach seiner Disqualifikation noch ein starkes Rennen und erreichte das Ziel noch knapp vor Ids Boko, aber eben außerhalb der Wertung. Der innere Startplatz ist hier sicher ein Handicap für den Hengst.

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123. Deutsches Traber Derby
1. Vorlauf

Sein Züchter, der bereits 78-jährige Jean-Pierre Dubois, ist mit Laurel Park (5) dabei, der in Italien und Frankreich durch eine »harte Schule« ging und bei seinen jüngsten Starts ein wenig »überspielt« wirkte. Zusammen mit dem in zwei »normalen« Rennen noch unbezwungenen Crazy and Quick (Dion Tesselaar / 8) und Iwan Boko (Stefan Schoonhoven / 3) kann er aber den Einzug ins Finale durchaus schaffen. Ihagua F Boko (Jaap van Rijn / 4) hat den Winter nicht gut überstanden und rangiert unter Kantadou (Tim Schwarma / 2), aber wohl über dem bislang kaum positiv aufgefallenen Shabani BR (Roland Hülskath / 6).

Nachdem man – wie tags zuvor bei den Stuten – den 2. Vorlauf ans Ende des Programms verlegt hat, wird der 3. Vorlauf als einziger mit neun Kandidaten als 6. Rennen (15:10 Uhr) entschieden. Hier spricht vieles, wenn nicht alles, für Very Impressive S (Cees Kamminga / 3), der innerhalb einer Woche in Mariendorf zwei Mal »überlegene Ware« war und besonders im Buddenbrock-Rennen einen sehr starken Eindruck hinterließ. Nach Papierform müsste der vierfache Saisonsieger Standbyme (Björn Goop / 8) sein stärkster Gegner sein, doch darf man auch dem zuletzt in ungewohnter Hand schon am Start gescheiterten Undigious Diamant (Michael Nimczyk / 4) das Vordringen ins den Endlauf zutrauen.

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123. Deutsches Traber Derby
3. Vorlauf

Ein hierzulande weitgehend »unbeschriebenes Blatt« ist Bleu Roi (Gerhard Mayr / 6), der nach seinem Ehrenplatz in der bayerischen Provinz anschließend in seiner Wahlheimat Österreich gleich vier Mal nicht zu schlagen war. Charmeur Royal (Robin Bakker / 2) dürfte der Schwächste aus dem Hagoort-Trio sein, war im Buddenbrock-Rennen klar zurück Vierter und Letzter, kann im offensten der vier Läufe aber ebenso überraschen wie Uno per te Diamant (Jaap van Rijn / 1), Iron Transs R (Dion Tesselaar /5) oder Impressive Bros (Stefan Schoonhoven / 7). Für den unerfahrenen Great Gatsby As (Erwin Bot / 9) wird es beim dritten Start innerhalb von zwei Wochen nicht eben leicht.

Fehlerfrei kaum zu schlagen war bislang Chapter Seven (Michael Nimczyk / 7), der im 4. Vorlauf (8. Rennen / 16:00 Uhr) allerdings vor keinem leichten Gang steht. Nicht nur seine eigene Unsicherheit, auch der bisher nur einmal bezwungene Office Stephen (Dion Tesselaar / 6) und der in Italien vier Mal siegreiche, in Frankreich aber auch einige Male an Grenzen gestoßene City Guide (Jean-Pierre Dubois / 5) können dem Wallach Probleme bereiten.

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123. Deutsches Traber Derby
4. Vorlauf

Gegen dieses Trio sind der frische Sieger Nashua (Christian Lindhardt / 8), der bisher noch auf einen vollen Erfolg wartende Inspector Bros (Stefan Schoonhoven / 4) und Iron Beuckenswijk (Gerhard Mayr / 1) nicht mehr erste Wahl, aber wohl noch etwas eher im Finale vorstellbar als Joe Cocker (Tim Schwarma / 2) oder Cesare W (Robin Bakker / 3).

Auf den großen Favoriten müssen die Fans bis kurz vor 18:00 Uhr warten. Zwar ist kaum damit zu rechnen, dass der bei 67.823 Euro bisherigem »Einkommen« mit Abstand gewinnreichste Mister F Daag (Robin Bakker / 4) in ernsthafte Bedrängnis gerät, aber ein Spaziergang wird dieser nominell 2. Vorlauf für den Conway Hall-Sohn ganz sicher auch nicht.

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123. Deutsches Traber Derby
2. Vorlauf

Angefangen von dem in Gelsenkirchen sehr gut gefallenden Ibra Boko (Karel Gerrits / 1) über den Buddenbrock-Zweiten Fabio de Pervenche (Dion Tesselaar / 2) bis hin zu den nur gute Leistungen kennenden Izzi´s Newport (Michael Nimczyk / 3), Ex-Seriensieger Provenzano (Rudi Haller / 5) und dessen jüngsten Bezwinger Far West (Josef Franzl / 7) kann praktisch das ganze Restfeld ein Ticket für den rund 216.000 Euro (und damit 36.000  Euro weniger als 2017) wertvollen Endlauf erreichen.

Selbst der beim einzigen Start in Holland erfolgreiche Velten von Polly (Hugo Langeweg jun. / 6) und L.A.Confidential (Björn Goop / 8) sind nicht gänzlich ohne Möglichkeiten.

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