Die RaceBets Zeitmaschine: 1931

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Die Weltwirtschaftskrise tobt mit aller Macht in Deutschland. Mieten schießen durchs Dach, Notküchen eröffnen, um die Bevölkerung zu ernähren und überall in Europa wird gegen die Regierung geputscht. In New York wird das Empire State Building eröffnet, City Lights mit Charlie Chaplin startet in den Kinos und Mata Hari stiehlt allen die Show. Der Münchener Glaspalast steht in Flammen und überall herrscht Ungewissheit. Nur nicht auf der Rennbahn auf die sich die Menschen zu Tausenden flüchten, angelockt vom schnellen Geld und der Möglichkeit der Zerstreuung. 

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Einen Cheltenham Gold Cup gab es 1931 jedoch nicht. Das Rennen musste aufgrund von Frost abgesagt werden und wurde in diesem Jahr auch nicht mehr nachgeholt. Hierbei handelt es sich um eine der wenigen Absagen, die es jemals gab: 1937 folgte die nächste wetterbedingte Absage. Alle anderen traten aufgrund des ausbrechenden zweiten Weltkriegs auf. Ein Jahr später begann die Ära des legendären Golden Miller.

Das Grand National hingegen fand statt und man sah die Massen nach Aintree strömen. Grakle, ein Außenseiter mit einer Quote von 100/6 gewann, Jockey Bob Lyall steuerte ihn sicher zum Sieg und machte die wenigen Wetter von Grakle dabei sehr glücklich. Tom Coulthwaite trainierte den Neunjährigen für den Besitzer Cecil Taylor. Ein Preisgeld in Höhe von 9.310 £ ging an die siegreiche Verbindung – damals unerhört viel Geld. Gregalach, der Sieger von 1929, belegte den zweiten Platz, Annandale wurde Dritter und Rhyticere Vierter. Dreiundvierzig Pferde gingen an den Start, zwei von ihnen kamen jedoch nicht zurück. Swift Roland wurde am Becher’s Brook tödlich verletzt, als ein Pferd über ihn stürzte, und Drin wurde eingeschläfert, nachdem er sich am Valentine’s Brook eine Beinfraktur zugezogen hatte.

Das Kentucky Derby ging an Twenty Grand, ein ungeheuer populäres Pferd damals, das sogar seine eigene Zigarettenmarke bekam. Twenty Grand, der im Alter von drei Jahren von James G. Rowe Jr. trainiert und von Jockey Charley Kurtsinger geritten wurde, trat 1930 und 1931 gegen sehr starke Gegner an, als er zu dem gehörte, was die Zeitung Chicago Tribune die „großen Vier“ im Rennsport nannte. Twenty Grand gewann die Wood Memorial Stakes, das Kentucky Derby, die Belmont Stakes, die Dwyer Stakes, die Travers Stakes, den Saratoga Cup und den Jockey Club Gold Cup. Bei seinem einzigen Misserfolg in diesem Jahr verpasste Twenty Grand die Triple Crown nur knapp, als er in den Preakness-Stakes Zweiter hinter Mate wurde. Die Leistungen von Twenty Grand im Jahr 1931 brachten ihm im Nachhinein die Auszeichnung American Horse of the Year ein. Nach fünfundzwanzig Rennen, von denen er vierzehn gewann, viermal Zweiter und dreimal Dritter wurde, wurde Twenty Grand ins Gestüt geschickt, erwies sich aber als unfruchtbar.

Cameronian begann seine Saison als Dreijähriger mit einem dritten Platz hinter Philae in den Craven Stakes in Newmarket, wo er sich um etwas mehr als eine Länge geschlagen geben musste. Seine Leistung erregte dennoch Aufmerksamkeit und er wurde als zweiter Favorit in die Derby-Wetten aufgenommen. In den 2000 Guineas drei Wochen später startete er mit einer Quote von 100/8 und wurde von Joe Childs geritten, während der Stalljockey Fred Fox den stärker eingeschätzten Lemnarchus ritt. Cameronian gewann mit zwei Längen Vorsprung. Im Derby in Epsom einen Monat später startete Cameronian als 7/2-Favorit. Der dieses Mal von Fox gerittene Cameronian lief munter und konnte in der Anfangsphase den Führenden locker folgen, bevor er auf der Zielgeraden selbst das Ruder in die Hand nahm. Orpen entpuppte sich als sein größter Herausforderer und zog zwei Längen vor dem Ziel an Cameronian vorbei, doch nach einem grandiosen Kampf setzte sich Cameronian mit einer dreiviertel Länge durch. 

Der Graditzer Dionys kam zum Derbysieg wie die Jungfrau zum Kinde. Zu Beginn der Derbywoche hatte er nur einen Sieg vorzuweisen – über viel zu kurze 1200m gegen kaum bekannte Konkurrenz. Eigentlich sollte Dionys auch gar kein richtiges Rennpferd werden, nur ein bisschen geprüft und dann in die Reitpferdezucht. Aber Graditz hatte einen Crack im Stall und der hieß Sichel. Die Stute war so überragend, besaß allerdings keine Derbynennung. Dionys wurde ihr Trainingspartner und er marschierte so ordentlich, dass man ihn dann im Derby beließ und am Mittwoch vor dem Derby in den Elbe-Preis schickte. Den gewann er gegen gute Gegner und nun hatte man plötzlich einen Derbyfavoriten: Dionys. Der lief im Derby bestechend, hatte keinerlei Mühen mit dem Feld und gewann locker, danach sah man ihn allerdings nicht mehr oft. Er ging ins Landgestüt Celle und wirkte in der Warmblutzucht.

Im Alter von zwei Jahren gewann Pearl Cap 1930 fünf Rennen, darunter Siege über die Hengste im Prix Robert Papin und im prestigeträchtigen Prix Morny. Ihre Leistungen in diesem Jahr brachten ihr den Titel der französischen Meisterin der zweijährigen Stuten ein. In ihrer dreijährigen Saison schlug die Stute erneut ihre männlichen Konkurrenten in wichtigen Rennen. Im Grand International d’Ostende, wurde sie Zweite hinter Prince Rose. Nachdem sie drei Gruppe-1-Rennen (heute) in Frankreich gewonnen hatte, darunter den Prix de Diane, besiegte Pearl Cap im Oktober Prince Rose in Longchamp, als sie als erste Stute überhaupt den Prix de l’Arc de Triomphe gewann.

Keiner spricht mehr heute über den Sieger des Melbourne Cups 1931. Denn viel wichtiger war, dass Phar Lap ihn verlor. Der Sieg von White Nose wurde ínteressierte niemanden, es war Phar Laps letztes Rennen in Australien und das Publikum schockiert von seiner Niederlage. White Nose übernahm noch vor der Schlusskurve die Kontrolle und erhöhte das Tempo ordentlich. Alcman zog an ihm vorbei und überholte den Hengst mit einer guten Länge. Bei fünf Furlongs kämpfte White Nose sich zurück und überholte Alcman bei der halben Meile zum Sieg. Phar Lap musste fünf Pfund mehr als Rekordhalter Carbine in diesem Jahr tragen, weshalb er das Rennen verlor. Das Handicapsystem machte es ihm unmöglich seinen Triumph zu wiederholen. 

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