Around the World: Oju Chosan Teil 1


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Bei unserer Around the World Serie geht es heute wieder nach Japan zu einem wahren Champion über die Hindernisse. Drei Jahre in Folge wurde Oju Chosan mit dem JRA Award für das beste Steeplechase-Pferd ausgezeichnet. Er war auch das erste Pferd in der Geschichte, das fünfmal in Folge das gleiche Hindernisrennen gewann. Ein wahrer Gigant in Japan, hierzulande allerdings eher unbekannt. Geboren wurde Oju Chosan am 3. April 2011 auf der Bando Farm in Hiratori, Hokkaido. Nach Angaben der JRA leitet sich der Name des Pferdes vom Familiennamen seines Besitzers ab, aber eigentlich wurde Oju Chosan nach dem Sohn des Besitzers benannt, der als Kind das Wort “Ich” falsch Aussprach, sodass daraus Oju wurde. 

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Im Jahr 2013 begann für Oju Chosan im Oktober der Ernst des Lebens. Er ging in zwei Maidenrennen, bevor man mit ihm auf die Hindernisbahn wechselte und wieder Pause machte. Nach dem Jahr wechselte er im November 2014 zu den Steeplechase Hindernissen, wo er bei seinem Debüt als Favorit nur knapp geschlagen war. Nach dem Rennen wurde er in den Stall von Shoichiro Wada gebracht. Am 21. Februar 2015 gewann er schließlich unter Yasushi Yamamoto ein Maidenrennen für Vierjährige, und ließ am 21. März eine Siegesserie in verschiedenen Handicaps auf der Chukyo-Rennbahn folgen. 

13.04.2019, Nakayama, Chiba, JPN – Oju Chosan gewinnt mit Shinichi Ishigami das Nakayama Grand Jump. Fotograf Frank Sorge war sogar live dabei.

Am 27. Juni nahm er zum ersten Mal an den Tokyo Jump Stakes (J.GIII) teil und wurde Vierter hinter Osumi Moon. Ende des Jahres nahm er zum ersten Mal am Nakayama Grand Steeplechase teil und wurde Sechster hinter Up To Date. Er gewann drei seiner ersten zehn Rennen in den Jahren 2014 und 2015, doch bisher konnte man noch nicht annehmen, dass hier mal ein wahrer Champion seinen Weg macht. Dafür war Oju Chosan am Anfang einfach zu schlecht. Er kam stets furchtbar miserabel vom Start weg und fand seinen Speed stets viel zu spät.

2016 begann er das Jahr mit einem Handicap und wurde Zweiter hinter Nihonpiro Baron. Auf Anraten seines Grooms, Shinichi Ishigami, entfernte man jedoch bei diesem Rennen seine Ohrenstöpsel, was seine Konzentration verbesserte und seine Tendenz, sich zu verspäten, drastisch reduzierte. Seitdem sind die schlechten Starts Vergangenheit und das zeigte sich schnell. Beim Nakayama Grand Jump am 16. April war er der zweite Favorit. Nach einem starken Start rückte er auf den dritten Platz vor und machte vor dem letzten Hindernis sehr viel Boden gut. Auf der Zielgeraden setzte er sich mit dreieinhalb Längen Vorsprung gegen seinen Rivalen durch. Dies war das erste Nakayama Grand Jump für ihn, das erste für seinen Trainer Wada und das erste für seinen Jockey Ishigami. Am 25. Juni gewann er dann die Tokyo Jump Stakes als Favorit.

Am 16. Oktober, fast vier Monate nach seinem letzten Start, ging er im Tokio High Jump als Favorit ins Rennen und lag im letzten Bogen in Führung, wurde jedoch von einem losen Pferd gerempelt. Auf der Rennbahn in Tokio herrschte helle Aufregung über diese unerwartete Wendung, aber auf dem kurzen Weg zum letzten Hindernis fand Oju Chosan wieder seinen Takt und gewann mit eineinhalb Längen Vorsprung seinen dritten großen Preis in Folge in beeindruckender Manier.

Am 23. Dezember war er mit einer Quote von 1,4 erneut der Favorit für den Sieg beim 139. Nakayama Steeplechase. Es war sein zweites Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Vorjahressieger des JRA Steeplechase, Up To Date, der seinen Titel unbedingt zurückholen wollte. Die beiden Pferde lieferten sich vor dem letzten Hindernis ein Kopf-an-Kopf-Rennen, doch Up To Date konnte Oju Chosan nicht abschütteln.

13.04.2019, Nakayama, Chiba, Oju Chosan als Sieger. Foto: Frank Sorge

Im selben Jahr gewann Oju Chosan vier seiner letzten fünf Starts und wurde von der JRA zum besten Steeplechase-Pferd des Jahres gewählt, was ihn nach einer knappen Niederlage zwei Jahre zuvor an die Spitze des Steeplechase-Sports katapultierte. Sein Reiter, Fukakazu Ishigami, gewann in diesem Jahr ebenfalls 15 Hindernisrennen und wurde mit dem JRA-Preis für den erfolgreichsten Hindernisreiter ausgezeichnet.

Seine Siegesserie setzte sich weiter fort. Beim nächsten Nakayama Jump war Oju Chosan Favorit für die Titelverteidigung. An der letzten Hürde forderte ihn Sunray Duke zu einem gewagten Duell heraus, aber er ließ ihn nicht einmal herankommen und gewann mit dreieinhalb Längen ohne Peitsche. Eine Verletzung zwang ihn anschließend zur Pause, doch er fand sofort beim ersten Start wieder zurück auf die Siegerstraße. Beim 140. Nakayama Grand Steeplechase am 23. Dezember traten er und Up To Date zum fünften Mal gegeneinander an, und mehr als 41 000 Zuschauer, 1,5 Mal so viele wie im Vorjahr (27 000), strömten zur Nakayama-Rennbahn. Das Rennen wurde mit einer halben Länge Vorsprung von Oju Chosan gewonnen.

Neben den bereits erwähnten Zuschauerzahlen war auch der Kartenverkauf für dieses Rennen wesentlich höher als im Vorjahr, und die Tatsache, dass es sich um ein direktes Aufeinandertreffen des alten und des neuen Champions handelte (die einzigen beiden Pferde mit einstelligen Quoten), trug dazu bei, dass das Rennen viel Aufmerksamkeit erregte. Das Rennen wurde als eines der besten in der Geschichte des Pferderennsports angesehen. Die Zeit von 4:36,1 war ebenfalls ein erstaunlicher Rekord, der den bisherigen, seit 26 Jahren von Simboli Montreux gehaltenen Rekord um über eine Sekunde übertraf.

Teil 2 könnt ihr nächste Woche an selber Stelle lesen, denn Oju Chosan machte noch lange nicht Schluss.

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