Christian von der Recke über das Wetter

Christian von der Recke über das Wetter
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Für diesen Artikel haben wir unseren RaceBets Botschafter Christian von der Recke nach dem Wetter gefragt. Es ging uns aber nicht darum, ob die Sonne in Weilerswist scheint oder ob es regnet. Gemeint sind der Umgang mit diesem Thema und die Auswirkung auf seinen Job als Trainer. Wir haben, wie man so sagt, das Pferd aus mehreren Perspektiven aufgezäumt. Christian von der Recke hat einige interessante Aussagen getätigt.

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Man muss es nehmen wie es ist

Beeinflussen kann man das Wetter leider nicht. Wenn ich alles auf Training beziehe, besteht natürlich die Chance, dass bei ganz widrigen Bedingungen zumindest der Trainer im Stall bleiben darf. Was er aber nicht immer macht, man ist schließlich ein Vorbild… Klar ist: Die Pferde müssen bewegt werden. Und sie müssen sich auch daran gewöhnen, dass das Wetter und die Temperaturen unterschiedlich sein können. Aber natürlich kann man warten bei den einzelnen Lots, zeitliche Umstellungen machen und Ähnliches. Fest steht aber: Wer mit Pferden arbeitet, muss Wind und Wetter natürlich trotzen, da gibt es überhaupt nichts zu reden. Selbstverständlich ist es wesentlich angenehmer, im Frühling oder im Sommer bei Sonnenschein zu arbeiten. Dann kann es sehr schön sein, auf einem Pferd zu sitzen. Bei Regen und Sturm oder wenn es schneit, ist das etwas anderes. Wobei Letzteres in St. Moritz natürlich auch etwas für sich hat. Letztlich ist in Sachen Wetter vieles bei uns Menschen eine Vorliebe. Der eine mag es warm, der andere eher kühl. Manche blühen so richtig auf, wenn die Sonne scheint. Und einige finden Regen vielleicht romantisch, was weiß ich. Bei den Pferden ist es ähnlich. Man weiß ja, dass einige es lieber weich unter den Hufen mögen und andere bevorzugen gutes Geläuf.

Trainer Christian von der Recke
Trainer Christian von der Recke

Ground Stick als Innovation

Apropos Geläuf. Das steht in unserem Sport natürlich in einem direkten Zusammenhang mit dem Wetter. Man arbeitet nun vermehrt mit dem Ground Stick. Damit professionalisieren wir die Bewertung des Bodens auf einer Bahn. Zwar werden wir nicht unabhängiger vom Wetter, aber wir können die Folgen besser beurteilen.

Wetter gerne als Ausrede

Meiner Meinung nach ist das Wetter übrigens die am häufigsten genutzte Ausrede von uns Trainern. Wobei wir hier konkret auf das Geläuf gehen. Es war zu weich oder nicht weich genug. Es war zu schwer oder zu fest. Das hat alles aber manchmal nicht viel mit der Realität zu tun. Häufig waren andere einfach besser. Denn so groß sind die Unterschiede vom Geläuf her eigentlich nicht. Natürlich gibt es die Spezialisten, die es zwingend ganz weich brauchen, vielleicht sogar tief. Das sind die sogenannten Sumpfhühner. Aber ein gutes Pferd wird auf jedem Boden seine Leistung bringen.

Das Erlebnis in Hassloch

Hassloch
Hassloch

Natürlich habe ich meinen vielen Jahren im Sport einiges in Sachen Wetter erlebt. Am schlimmsten war es einmal in Hassloch. Vor einigen Jahren musste die Veranstaltung sogar abgebrochen werden, weil nach sehr viel Regen die ganze Bahn überschwemmt war. Sie stand richtig unter Wasser. Damals hatte ich einen Starter und der Besitzer wollte, dass der nicht läuft, weil der schwere Boden nicht passt. Ich war da anderer Meinung. Das Pferd hat gewonnen. Auf dem angeblich besten Geläuf hat es danach nicht mehr viel gezeigt. Der Start in Hassloch fand statt, als das Geläuf noch einigermaßen praktikabel gewesen ist. In Hamburg habe ich erlebt, dass rund um die Gebäude Wasser auf der Bahn stand. Es musste dann so eine Art von Steg angelegt werden. Einen Abbruch habe ich auch schon in St. Moritz erleben müssen, was für die dortigen Veranstalter besonders ärgerlich ist. Aber wenn das Eis nicht dick genug ist, ist es natürlich sehr gefährlich, wenn Pferde laufen sollen. In St. Moritz bin ich jedes Jahr mit einigen Pferden. In manchen Jahren gibt es Schwierigkeiten mit dem Eis. Ob das am Klimawandel liegt, sollen Experten beurteilen.

In der Kommission

Ich gehöre in Deutschland selbst der Bahnprüfungskommission an. Da sieht man dann so einiges. Sinn und Zweck dieser Kommission ist, dass man die Bahn in einem bestmöglichen Zustand präpariert. Es sollen schließlich keine Unfälle geschehen. Man muss das Risiko minimieren. Das Wetter spielt hier eine große Rolle. Ist das Geläuf tief, nimmt es natürlich Schaden. Zu fest darf es allerdings auch nicht sein. Was diese Prüfung betrifft, gab es einige technische Entwicklungen, die sie leichter macht als in früherer Zeit.

Eine logische Erkenntnis

Dortmund
Dortmund

Lassen wir das Geläuf einmal außen vor, steht vollkommen außer Frage, dass die Rennveranstaltungen am besten besucht werden, wenn es sonnig ist und weder zu heiß noch zu kühl. Im Winter auf eine Rennbahn zu gehen, ist nicht ganz so angenehm, wie im Frühling oder im Sommer. Selbst wenn es eine beheizte Tribüne gibt, wie in Dortmund. Stimmt das Wetter, ist auch in Sachen Umsatz mehr zu erwarten. Und die Einnahmen über die Zuschauer sind für die Vereine bekanntlich ebenfalls sehr wichtig.

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