Die Legende Nijinsky

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Nijinsky, der eigentlich Nijinsky II hieß, wurde im Jahr 1967 geboren. Verstorben ist er im Jahr 1992. Es handelt sich um eines der legendärsten Pferdes in der Geschichte des Galopprennsports und der Vollblutzucht. Die Gründe legen wir in diesem Artikel dar. Zuerst einmal ist folgendes von Interesse: Benannt wurde der kanadisch gezüchtete und auch in Kanada geborene Hengst nach dem Tänzer Vaslav Nijinsky. Sein Vater war der ebenfalls legendäre Northern Dancer, seine Mutter trug den Namen Flaming Page. Als Jährling kaufte der im Platin Handel tätige US-amerikanische Industrielle Charles W. Engelhard, Jr. Nijinsky II für 84.000 Dollar und gab ihn nach Irland ins Training. Seine ganze Rennkarriere bestritt er in Europa.

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Nijinsky auf der Rennbahn: Sieger der englischen Triple Crown

Wie es heißt, wurde Nijinsky II wurde während eines Schneesturms auf der Windfields Farm von E. P. Taylor in Oshawa in der kanadischen Provinz Ontario geboren. In Irland wurde er von M. Vincent O’Brien trainiert und galt nach dem Gewinn der Dewhurst Stakes als der beste Zweijährige von England und Irland. Im Jahr 1970 gewann Nijinsky als Dreijähriger zuerst die klassischen 2000 Guineas, dann das Epsom Derby, im Anschluss das Irish Derby und (er besiegte hier zum ersten Mal ältere Pferde) in Ascot die King George VI And Queen Elizabeth Stakes. Das war eine unvergleichliche Serie.

Diese Triumphe machten Nijinsky und seinen regulären Reiter Lester Piggott zum laut Meinung vieler Experten besten „Pferd und Reiter Gespann“ in der Historie der Pferderennen – so sagt man es jedenfalls in England. Es folgte ein weiterer Sieg im St. Leger in England. Somit wurde der Hengst das erste Pferd nach 35 Jahren, das die Englische Triple Crown gewann. Wichtig in diesem Zusammenhang ist: Seitdem gab es keinen weiteren Gewinner der englische Triple Crown mehr. Es war also ein Erfolg für die Ewigkeit, wenn man so will.

Jun. 06, 1970 - Nijinsky wins the Derby.: Nijinsky, ridden by Lester Piggott won the Derby at Epsom today.
Jun. 06, 1970 – Nijinsky wins the Derby.: Nijinsky, ridden by Lester Piggott won the Derby at Epsom today.

Nicht immer gewonnen

Nachdem er sich in die Geschichtsbücher gelaufen hatte, stand noch im selben Jahr der Prix de l’Arc de Triomphe in Longchamp auf dem Programm. Und Nijinsky II gewann nicht, was damals unvorstellbar schien. Sensationell unterlag er um Kopfeslänge Sassafras mit Yves Saint Martin. In seinem letzten Rennen, den Champion Stakes in Newmarket nur 13 Tage nach der Niederlage in Paris (die man nicht akzeptieren wollte), wurde er erneut geschlagen.

Im Nachhinein sprachen Experten hier von einem Fehler im Management, was umso mehr verwundert, weil Trainer Vincent O’Brien (nicht verwandt oder verschwägert mit Aidan O’Brien) als ein Genie galt. Wie auch immer: Da Nijinsky II nun offensichtlich seinen Zenit überschritten hatte, wurde er in Kentucky auf der Claiborne Farm in der Zucht eingesetzt. Zusammengefasst: In seiner brillanten Rennkarriere, die nur von seinen beiden zweiten Plätzen in Longchamp und Newmarket ein wenig getrübt wurde, übertraf Nijinsky II den europäischen Rekord der Gewinnsumme für ein Rennpferd und war klar das beste Pferd seiner Generation.

Epsom Downs - 1970 Derby Lester Piggott on Nijinsky on the way to winning the Derby 1970 Epsom Derby Sport
Epsom Downs – 1970 Derby Lester Piggott on Nijinsky on the way to winning the Derby 1970 Epsom Derby Sport

Nijinsky in der Zucht: von Kanada aus die Welt erobert

Nijinsky ist schon aus dem Grund nicht vergessen, weil er auch als Deckhengst herausragend war. Und dies auf allen Kontinenten. Zuerst waren da die Epsom Derby Sieger in den Jahren 1982, 1986 und 1995: Golden Fleece, Shahrastani sowie Lammtarra. Lammtarra blieb im Gegensatz zu seinem Vater ungeschlagen, lief allerdings nur in vier Rennen. Dafür gewann er neben dem Epsom Derby und den King George VI & Queen Elizabeth Diamond Stakes im Gegensatz zu seinem Ahnen auch den Prix de l’Arc de Triomphe. Er ist, wenn nicht alles täuscht, als Deckhengst nach Japan gegangen, hatte aber weniger Einfluss, als man annehmen konnte.

Abgesehen von dieser Vermutung: Noch heute findet sich in vielen Stammbäumen erfolgreicher Pferde der Name des in diesem Artikel vorgestellten Hengstes. Dieser hatte also viel Einfluss. Und der hat übrigens auch für einen besonderen Rekord gesorgt: Nijinskys Sohn Seattle Dancer (der in hohem Alter auch mal in Deutschland als Deckhengst aktiv war) wurde als Jährling für den lange Zeit geltenden Weltrekordpreis von 13,2 Millionen Dollar verkauft. Was nichts anderes heißt, als dass das Blut von Nijinsky äußerst wertvoll war. In der Zucht vertrat besonders sein Sohn Niniski eine hohe Klasse. Mit dem unvergessenen Lomitas stellte er einen erfolgreichen Deckhengst.

Doch viel wichtiger ist: Lomitas gewann selbst drei Gruppe 1-Rennen: den Großen Preis von Baden, den Preis von Europa und den Preis der Berliner Bank – teils war er unfassbar überlegen. Und Lomitas ist wiederum der Vater der deutschen Arc-Siegerin Danedream. Das zeigt alles ideal, wie einflussreich Nijinsky II war, auch in Deutschland. Wir hätten hier gefühlt hunderte von anderen nationalen sowie internationalen Beispielen nennen können, aber natürlich musste es die interessanteste deutsche Verbindung sein.

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