Michael Cadeddu – Ernährung, Training, Wellness: „Habe keine Zeit, dick zu werden“

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Michael Cadeddu
Michael Cadeddu im Portrait am 11.05.2019 in Berlin.
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Ernährung, Training, Wellness – diese drei Bereiche gehören zum Wichtigsten, auf das gerade ein Jockey Wert legen muss, um erfolgreich zu sein. Wenn das Gewicht oder das Wohlbefinden stimmen, dann stellt sich in aller Regel auch der Erfolg ein. Exklusiv auf dem RaceBets-Blog berichtet Top-Jockey Michael Cadeddu über seine Erfahrungen und „Maßnahmen“.

„Sowohl bei Pferden, als auch bei uns Jockeys ist die Ernährung ein sehr wichtiger Faktor. Wenn ein Jockey schnell läuft, kann auch ein Jockey gut reiten. Ich habe das Glück, dass ich mit meinem Gewicht gut klarkomme. 53 Kilo ist bei mir das untere Limit, weniger reite ich so gut wie nie.

Michael Cadeddu wiegt sich unter Beobachtung von Trainer Saeed bin Suroor
Michael Cadeddu wiegt sich unter Beobachtung von Trainer Saeed bin Suroor in Berlin-Hoppegarten.

Da meine Frau Vegetarierin ist, esse auch ich so gut wie kein Fleisch. Nun ernähre ich mich nicht nur mit Obst und Gemüse, sondern halte eine gute Gesamtmischung für wichtig. Avocados sind beispielsweise gut für die Kraft. Als Italiener ist natürlich Pasta als Hauptgericht das A und O. Vor Rennen achte ich darauf, nicht zu Fettes zu mir zu nehmen. Aber das Öl schadet, was viele sagen, halte ich für Blödsinn. Italienisches Olivenöl ist sogar gesund, wenn man es nicht übertreibt.

Michael Cadeddu mit Frau
Michael Cadeddu mit Frau

Zu einer schönen Pasta kann auch Olivenöl oder etwas Parmaschinken nicht schaden. Und ich liebe auch Pizza. Als meine Frau kürzlich eine Woche nicht da war, habe ich fünfmal Pizza gegessen. Aber natürlich heißt es vor einem Renntag aufpassen, denn sie ist schwerer zu verdauen. Man darf dann nicht zu viel daraufpacken. Es ist klar, dass eine Pizza mit Tomaten, Mozzarella, Gauda, einer Dose Thunfisch in Öl Kilos kosten kann.

Wir versuchen, immer zu bestimmten Uhrzeiten zu essen und nicht dem Hungergefühl zwischendurch nachzugehen und um 16 Uhr eine Pizza zu essen. Drei Mahlzeiten gibt es. Das Frühstück ist in aller Regel Espresso, Croissant, Brioche, aber kein Rührei. Zwischen 12:30 und spätestens 14 Uhr wird zu Mittag gegessen und am Abend um 20 Uhr. Wenn wir mittags Pasta haben, gibt es abends etwas anderes, wie Spiegelei mit Salat oder umgekehrt. Ich glaube, diese Regelmäßigkeit hilft meinem Körper viel. Dann ist auch das Verdauungssystem geregelt.

Natürlich mache ich viel Sport, das Haupttraining erfolgt durch meine Arbeit. Ich reite fast die ganze Woche bei Mario Hofer oder Jean-Pierre Carvalho aus, das sind in der Regel sechs Lots. Um sechs Uhr geht es los, bis maximal 13 Uhr. Später gehe ich etwas joggen. Zu Hause habe ich auch ein kleines Holzpferd. Manche denken, wir hätten soviel Freizeit, da nur am Wochenende die meisten Rennen sind, aber das stimmt nicht. Ich kümmere mich auch noch am Nachmittag um unsere eigenen Pferde, der Tag geht schnell vorbei. Wenn durch Renntage ständig Druck da ist, ist das gut fürs Gewicht. Man hat keine Zeit, dick zu werden.

Jean-Pierre Carvalho und Michael Cadeddu
Jean-Pierre Carvalho und Michael Cadeddu in Köln.

Wellness ist für viele Luxus, aber für viele meiner Jockey-Kollegen ist die Sauna ein hartes Geschäft. Ich gehe dorthin, um vielleicht 500 Gramm zu verlieren, aber andere müssen schon mal in einer Stunde zwei Kilo machen. Das hat dann nicht mehr viel mit Wellness zu tun.

Sehr angenehm ist, dass wir auf den Rennbahnen einen Masseur haben, das hilft der Muskulatur sehr. Denn beim Reiten werden alle Muskeln beansprucht, und es entsteht ein hoher Druck. Es handelt sich um eine Arbeit mit dem ganzen Körper. Man muss fit und entspannt sein. Da helfen Massagen sehr.

Nicoletta siegt unter Michael Cadeddu
Nicoletta siegt unter Michael Cadeddu in Hannover.

Auch bei Pferden gibt es viele Ernährungsmethoden. Mir gefällt, auch da immer etwas hinzuzulernen und zu erfahren, was für ein Pferd gut ist. Sie sind wie Menschen, das eine braucht mehr Mais, das andere weniger. Ein guter Trainer versteht, was die Pferde benötigen. Das ist wie bei der Dosis des Trainings. Ich vergleiche das mit Hochleistungssportlern wie Radfahrern.

Diese essen teilweise fünfmal am Tag, damit jede Mahlzeit gut aufgenommen wird. Auch Pferde bekommen mehrere Essen über den Tag verteilt. Das richtige Maß ist auch hier entscheidend.“

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