Spannende Duelle

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Die RaceBets Podcast Schnitzeljagd

Inhaltsverzeichnis:

Sibylle Vogt: „Ich wusste nicht, wer gewonnen hatte“ Weiterlese
Maxim Pecheur über DuelleWeiterlese
Christian von der Recke über DuelleWeiterlese
Marco Klein: „Bei Kitaneso war es oft sehr spannend“Weiterlese

„Ich wusste nicht, wer gewonnen hatte“

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Wenn zwei Pferde in einem packenden Fight die Ziellinie ansteuern, dann reißt es die Zuschauer auf den Tribünen von ihren Sitzen. Man fiebert bis zum Schluss mit, wer denn die Nase vorne haben wird. Als Jockey bedeutet das natürlich Einsatz und Adrenalin pur, wird man von einem Konkurrenten im Finish so richtig gefordert.

Sibylle Vogt, Deutschlands beste Rennreiterin und RaceBets-Botschafterin, berichtet in dieser Woche über die spannenden Duelle aus ihrer Sicht.

„An allererste Stelle muss ich da meinen Gruppesieg in Baden-Baden mit Wai Key Star nennen. Das war im Preis der Sparkassen-Finanzgruppe 2020 nach einem spannenden Endkampf gegen Itobo mit Michael Cadeddu. Ich wusste wirklich nicht, ob ich gewonnen hatte. Dann habe ich mir gedacht, dass das äußere Pferd in Iffezheim einen kleinen Vorteil hat und es vielleicht gereicht hätte.

Wai Key Star siegt unter Sybille Vogt
Wai Key Star siegt unter Sybille Vogt im 65. Pr.d. Sparkassen Finanzgruppe Gr.3 am 05.09.2020 in Baden-Baden

Aber Miki hatte, so glaube ich, auch keine Ahnung, wer das bessere Ende erwischte, er lag mit seinem Pferd weiter innen. Es war wirklich auf den ersten Blick sehr schwer zu sehen.

Freude und Erleichterung pur

Als schließlich wir zum Sieger erklärt wurden, war die Erleichterung und Freude bei mir riesengroß. Es handelte sich um meinen zweiten Gruppe-Treffer nach Winterfuchs im Dr. Busch-Memorial in Krefeld. Ich hatte damals schon das Gefühl, dass ich das nach einem Mal vielleicht nie mehr schaffen würde, aber es hat sich dann erfreulicherweise ja geändert.

Eine packende Auseinandersetzung zweier Pferde, an der ich nicht beteiligt war, aber an die ich mich noch sehr gut erinnere, war im Derby 2018 zwischen Weltstar und Destino. Beide kamen aus dem Stall von Markus Klug, wo ich damals gearbeitet habe.

Sibylle Vogt
Sibylle Vogt, 28.02.2020, Riad, Riyadh, SAU, Foto: Galoppfoto

Adrie hatte es endlich geschafft

Adrie de Vries hatte im Jahr zuvor ja Windstoß nicht im Derby reiten können, da er sich den Finger gebrochen hatte und Maxim Pecheur gewann dann mit ihm. Jeder wusste, dass Adrie, der Reiter von Weltstar, noch nie im Derby ganz vorne gewesen war und auch nicht mehr 20 Jahre Zeit haben würde, während Martin Seidl, der Partner von Destino sicherlich noch mehr Jahre im Rennsattel vor sich haben würde. Es war sehr eng bis zum Schluss, schließlich hat Adrie mit Weltstar einen Hals-Vorsprung nach Hause gebracht und seinen ersten Derby-Sieg perfekt gemacht. Das hat uns alle sehr gefreut. An diesen Moment erinnere ich mich gerne.“

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Maxim Pecheur über Duelle

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Maxim Pecheur hat im Grunde an jedem Renntag Duelle, die er bestreiten muss. Denn er will jedes Rennen gewinnen. In diesem Artikel geht es um Duelle, die ihn besonders beeindruckt haben. Zwar liegt unser Fokus auf zwei Pferden in einem engen Kampf, aber natürlich interessiert uns auch seine Sichtweise als Reiter. Denn es ist sehr interessant, ob man solche Duelle mehr genießen kann, wenn man sie beobachtet oder wenn man sie selbst erlebt.

Im Duell mit den Kollegen

„Das Thema Duelle ist wirklich nicht ganz so einfach zu beschreiben. Klar ist es schön, wenn es Duelle um den Sieg gibt und wenn ich sie aus meiner Sicht gewinne. Ob das gegen Eduardo Pedroza ist, gegen Adrie de Vries, Andrasch Starke, Bauyrzhan Murzabayev, Rene Piechulek – ich könnte so viele starke Kollegen aus Deutschland nennen. Und natürlich ist es auch sehr schön, wenn man in einem großen Rennen gegen ausländische Konkurrenz ein spannendes Duell um den Sieg hat und dieses für sich entscheidet. In großen Aufgaben und gegen Top Reiter ist man natürlich doppelt motiviert und hofft unbedingt, dass man gewinnt. Natürlich möchte ich in jedem Rennen als Erster über die Linie, doch so ein packendes Duell in einem Grupperennen ist fraglos etwas Besonderes. Wenn man es dann schafft, ist das einfach toll. Dieses Gefühl benötigt man auch, um sich später selber neu zu motivieren. Man braucht halt immer wieder Selbstbestätigung.

Am wichtigsten sind die Pferde

Klar ist natürlich, dass die meiste Arbeit in so einem Duell immer von den Pferden ausgeht. Man versucht als Jockey aber einen Anteil zu haben. Auch wenn man sich selber nicht zu hoch denken sollte, will man irgendwie ein Faktor sein. Der Hauptfaktor für einen Sieg in so einem Duell ist aber nicht der Reiter, sondern das Pferd. Da darf man sich in meinem Job nichts vormachen.

Akribie siegt unter Maxim Pecheur im RaceBets Winterkšnigin-Trial, Listenrennen
Akribie siegt unter Maxim Pecheur im RaceBets Winterkönigin-Trial, Listenrennen

Duelle sind für die Beobachter spannend

Ich denke auch für die Beobachter macht es immer Spaß, wenn es in einem Rennen spannend und eng zugeht. Das ist Entertainment. Ob auf der Bahn, am Computer oder am Fernseher: ein überlegener Sieger mag beeindrucken, aber in Erinnerung bleiben spannende Endkämpfe. Wenn jeder bis zum Ziel noch mitfiebern kann und Hoffnung auf erfolgreiche Wetten hat, weil das Rennen erst auf der Linie entschieden wird, ist das eine Aufregung, die man in kaum einem anderen Sport hat. In Frankreich finde ich es immer sehr beeindruckend, wenn manchmal auf der Linie sechs oder sieben Pferde vielleicht eine Länge auseinander sind, wenn alles also erst auf den letzten Metern entschieden wird. Im idealen Fall hat dann der Zielrichter noch wirklich etwas zu tun. Das ist doch Spannung pur.

Mein Duell mit Andrasch Starke im Derby 2017

Sunny Queen mit Andrasch Starke beim Aufgalopp
Sunny Queen mit Andrasch Starke, Foto: Galoppfoto

Für mich persönlich gab es da dieses eine Duell, über das ich bei dem hier vorgeschriebenen Thema natürlich zwingend berichten muss. Ich meine meinen Derbysieg auf Windstoß im Jahr 2017. Zweiter war Andrasch Starke und somit eine Legende, gerade was das Derby betrifft. Er ist längst in die Geschichtsbücher eingegangen, aber damals war ich besser in unserem direkten Duell. Ich muss zugeben, dass ich mir den Sieg von Zeit zu Zeit gerne anschaue. Das motiviert, gerade wenn man wenn mal eine schlechte Phasen hat. Manche Duelle haben also eine Langzeitwirkung.“

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Christian von der Recke über Duelle

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Unser Botschafter Christian von der Recke hat in seiner Karriere als Trainer aber natürlich auch in den Jahren, in denen er selbst aktiv Rennen geritten ist, so manch Duell erlebt. Jedes einzelne Rennen bietet schließlich Duelle, das versteht sich von selbst. Manchmal sind sie klar und eindeutig und manchmal knapp und spannend. Für diesen Artikel haben wir ihn befragt, welche die spannendsten waren, an die er sich erinnert.

Eine Erkenntnis aus Bad Harzburg

Vorab müssen wir kurz abschweifen: Wir haben mit dem Trainer kurz nach Bad Harzburg gesprochen und somit auch nicht lange nach den Nachrichten aus seinem Stall, als dieser nach einem Unwetter unter Wasser stand. Die Pferde mussten nachts auf die Koppel gebracht werden. Die, die in Bad Harzburg starteten, wurden relativ schnell dorthin transportiert. Diverse Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten eine harte Zeit. Es hat Christian von der Recke geärgert, dass die Erfolge, die am Harzburger Samstag gefeiert werden konnten, direkt mit ihm im Zusammenhang gebracht wurden.

Dormio mit Anna van den Troost gewinnt. Galopprennbahn 24.07.2021. Foto: Galoppfoto

24.07.2021-Dormio mit Anna van den Troost am 24.07.2021 in Bad Harzburg. Foto: Galoppfoto

So nach dem Motto: kaum ist der Trainer da, laufen die Pferde gut. Als ob die Tatsache, dass es am Donnerstag und am Freitag keinen Sieg gab, damit zusammen hing, dass er nicht vor Ort sein konnte, weil er die Aufräummaßnahmen in Weilerswist koordinieren wollte. Hier wurde einfach vergessen, dass es für Pferde nicht leicht ist, die Ereignisse der Tage zuvor einfach so abzuschütteln. Die Mitarbeiter haben absolut alles richtig gemacht.

Das spannendste Duell im Rennen:

„Das für mich spannendste Rennen war am 22. April 2011 in Frankfurt, als Onaldo im Endkampf zeitgleich mit Blue Bajou über die Ziellinie kam. Die Auswertung des Zielfotos hat ganze 10 Minuten gedauert, am Ende war ich Zweiter. Es handelte sich um den Frühjahrspreis des Bankhaus Metzler und somit um eine Prüfung der Gruppe III. In der war ich damals nicht Stammgast.

Jedes Championat ist ein spannendes Duell:

Im Grunde genommen ist es keine Frage, dass in jedem Jahr spannende Duelle im deutschen Championat oft erst am 31.12. des Jahres entschieden werden. So auch bei meinen Titeln auf der Flachen, die ich 2007, 2008, 2009 und 2010 feiern konnte. Bei den ersten beiden Titeln wurde es ein Doppelchampionat.

Andreas Wöhler im Portrait.

Im Jahre 2009 musste ich am Silvestertag drei Rennen gewinnen, um mir den Titel zu holen. Es gelang tatsächlich, das letzte Rennen des Tages beendete ich zudem mit einem zweiten Platz. Ich konnte damit an Andreas Wöhler vorbeiziehen und mir den Championatstitel holen. Ähnlich spannend war es einmal beim Kampf um den Titel des besten deutschen Hindernistrainers gegen Uwe Stoltefuß. Auch da mussten die vier letzten Jagd- oder Hürdenrennen in Deutschland gewonnen werden, um am Ende aufs Treppchen steigen zu dürfen. Auch dieses Duell endete mit einer Feier.

Duelle können auch knapp verloren gehen

Das man aus einem spannenden Duell nicht immer als Sieger herausgehen kann, musste ich aber auch einmal im Kampf um das Championat der Hindernistrainer im Jahr 2005 erfahren. Ganze 150 Euro fehlten mir zum Sieg. Damals wurde der Titel noch nach gewonnenen Geldpreisen errechnet. Josef Vana hatte diesen minimalen Vorsprung.

Was bei einem Duell am Ende wirklich zählt: Es ist nicht nur spannend, ein Duell zu gewinnen. Tatsächlich ist das Halten eines Sieges/ Championats schwerer. Immerhin muss bei einem verlorenen Rennen nicht nur ein Treffer folgen, um aufzuholen, sondern ein zweiter, um wieder an der Spitze zu stehen. Ich habe bereits 17 Championate in der Hindernissparte gewonnen. Das ist verbunden mit dieser Denkweise, und dass man bereits eine gute Planung benötigt und eine Strategie vehement verfolgt. Sicherlich gibt es immer mal wieder Trainer, die in einem Jahr stärker sind oder besser gesagt mehr Siege erreichen. Aber die Qualität zeigt sich letztendlich, indem man über Jahre hinweg an der Spitze ist.“

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Marco Klein: „Bei Kitaneso war es oft sehr spannend“

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Nerven wie Drahtseile muss man auch als Trainer von Galopprennpferden besitzen. Gerade wenn ein Pferd aus dem eigenen Quartier in einem packenden Endkampf ist und bis zur Ziellinie offen ist, wer tatsächlich das bessere Ende hat. Marco Klein, RaceBets-Ambassador aus Mannheim, kann davon ein Lied singen.

Exklusiv im Blog berichtet er über die spannendsten Duelle, an die er sich erinnern kann. „Bei meinem eigenen Stall gab es natürlich immer wieder Pferde, die sich mehrfach getroffen haben. Das war auf den kleineren Bahnen im Südwesten, aber auch auf den Sandbahnen der Fall.

Kitanesco vs. Beacon Hill

Kitaneso siegt unter Tommaso Scardino
Kitaneso siegt unter Tommaso Scardino am 24.10.2020 in Mannheim

Häufig war es extrem spannend. Gerade wenn unser Kitaneso antrat. Oft traf er auf Christian Peterschmitts Pferd Beacon Hill. Da ging es meistens hoch her. Man konnte lange nicht vorhersagen, wer gewinnen würde.

Kenny war ein ständiger Konkurrent

Ähnlich sah es auf der Sandbahn aus, wenn Kitaneso sich mit Kenny aus dem Stall von Marian Falk Weißmeier auseinandersetzte. Das war schon Adrenalin pur. Auf manchen Bahnen begegnen sich ja häufig die Pferde mehrfach, wie auch in Mannheim, und speziell im Handicap geht es eng zu.

9.01.2020- Kenny mit Lukas Delozier gewinnt. Galopprennbahn Dortmund-Wambel. Foto : Galoppfoto
Kenny mit Lukas Delozier am 19.01.2021 in Dortmund-Wambel. Foto : Galoppfoto

Geschwister-Duelle

Etwas länger zurück liegen tolle Duelle in Sprintrennen zwischen Abbashiva und Abbadjinn aus dem Gestüt Brümmerhof. Das waren Geschwister, zwischen denen nicht viel lag. Speziell auf 1.200 Metern sind sie auch gegeneinander angetreten. Das war sehr faszinierend, und daran erinnere ich mich sehr gerne.“

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