Torquator Tasso

Turfteufel Torquator Tasso
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Auch wenn er im Großen Preis von Bayern nur knapp Zweiter wurde, so ist Torquator Tasso dennoch der beste Dreijährige Deutschlands. Und das kann er jedes Mal wieder aufs Neue bestätigen. Ein ehrliches Pferd, das nur beim Debüt Vierter wurde und ansonsten immer um den Sieg mitkämpft. Mal mit wechselseitigem Erfolg – doch niemals weit weg vom Sieger. Sein Speed ist atemberaubend. Ein Grund, warum er überhaupt im Derbyfeld verblieb, denn Torquator Tasso lief nur zweimal zuvor und in einem sieglosen Rennen überraschte er alle Teilnehmer – er schlug nur nicht viel. Das sollte sich bald ändern. Aber von vorn.

Das Pferd mit dem einen R zu viel (ein Schreibfehler) erblickte das Licht der Welt am 21.04. – ein Sohn der Tijuana. Eine Leihstute vom Gestüt Schlenderhan, die von Toylsome abstammt und über Tucana Acatenango-Blut führt. Tucana selbst ist die Halbschwester des kürzlich verstorbenen Tertullian. Als vierte Mutter steht Allegretta im Pedigree, die legendäre Stute, die sich verantwortlich zeichnet für Pferde wie Urban Sea und damit auch für Galileo oder Sea the Stars.

Ein Jungpferd mit Speed – das im Kopf aber noch ein bisschen unreif war, wie Siegjockey Bauyrzhan Murzabayev erzählte. Torquator Tasso war noch nicht so ganz klar, was von ihm gefordert wurde. Aber seinen Speed hatte er da schon. Aufgrund der Pandemie ging er nicht die Route vieler anderer, er lief nicht in der Union, nicht in den anderen Vorbereitungsrennen – er lief überhaupt nur zweimal. Und ging dann ins Derby nach Hamburg. Zu dem Zeitpunkt war sich die Rennsportgemeinde relativ einig: Was soll er da? Was hat er geschlagen? Nicht viel, das war richtig. Aber im Rennsport ist es ja nun mal so: Du kannst es erst beurteilen, wenn du den Vergleich hattest. Es gibt immer irgendwo ein Pferd, das besser ist als die anderen – man findet es allerdings dann erst heraus, wenn sie auch gegeneinander laufen.

Er ging also ins Derby – eines der am wenigsten geprüften Pferde im Feld – neben In Swoop. Ebenfalls von Adlerflug stammend, gewann der Schlenderhaner nach starker Kampfleistung gegen Torquator Tasso, der ebenfalls einige Zeit wie der Sieger aussah. Beide hatten den mächtigen Speed ihres Vaters geerbt und sorgten nun in den wichtigsten Rennen für Schlagzeilen. Torquator Tasso ging nach seiner Pause in Baden-Baden an den Start, wurde nach verbummeltem Rennen mit langsamer Pace und wenig Platz für ihn, nur Dritter, in Swoop am selben Tag im Grand Prix de Paris Zweiter. Und während Torquator Tasso sich in Berlin seinen ersten Gruppe 1 Sieg holte, legte in Swoop am nächsten Tag noch einen drauf und wurde hauchdünner Zweiter im Arc.

Das Doppel verpasste er nun im München knapp, der Rennverlauf war nicht ideal – es ändert aber nichts an der Tatsache, dass dieses Pferd einen unvergleichlichen Speed hat. Wer das Rennen gesehen hat, schaut eine ganze Weile auf Tabera, die vorne das Tempo macht, bis im Bogen auf einmal ein roter Blitz vorbei schießt – Torquator Tasso, der die ganze Zeit hinter dem Feld gelauert hat. Sein etwas eigenwilliger Galopp blitzt hin und wieder auf, ganz der Vater Adlerflug. Sunny Queen fängt ihn am Ende noch ab, vielleicht war er zu früh vorne. Dennoch kann man nach diesem Rennen nur sagen: Was für ein Pferd.

Nun ist erst einmal Winterpause für diesen tollen Hengst, der nächstes Jahr noch viel größere Dinge erreichen könnte. Der internationale Vergleich fehlt ihm derzeit noch. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja noch ein Duell gegen In Swoop?

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