Trabrennen in Schweden: Åby Stora Pris

Trabrennen in Schweden: Åby Stora Pris

Die RaceBets Podcast Schnitzeljagd

von Urs Bruder

14. August 2021 (18:43 Uhr), 3.140 Meter, Åby

Starke internationale Konkurrenz misst sich am Samstag über die Steherdistanz im Åby Stora Pris. Im Fokus steht dabei auch Italiens neues Wunderkind Bengurion Jet.

Der Åby Stora Pris gilt neben dem Elitloppet als das wichtigste internationale Trabrennen in Schweden. Distanz und Art des Rennens haben sich seit der ersten Austragung im Jahre 1936 mehrfach geändert, seit 2017 wird es in nur einem Lauf über 3.140 Meter entschieden. Ab 2024 soll es durch den Åby World Grand Prix ersetzt werden, der dann das höchstdotierte Trabrennen der Welt sein wird. Die Rennbahn in Åby verfügt über einen „Open Stretch“. Auf der Zielgeraden kann die zweispurige Innenbahn benutzt werden, wodurch sich andere taktische Möglichkeiten ergeben, als auf den übrigen Rennstrecken Skandinaviens.

Die Pferde:

1 – Ble Du Gers wurde zu Beginn der Saison aus Frankreich nach Skandinavien entsandt, wo er im Juni mit dem Gewinn des Oslo Grand Prix überraschte. Trotz Startplatz 1 gehört der Zehnjährige im Åby Stora Pris aber wieder zu den Außenseitern.

2 – Pacific Face wird mit Sicherheit zu noch höheren Quoten zu haben sein als Ble Du Gers. Zwar kommt er als frischer Sieger des Axevalla Maratons (4.140 m) nach Åby, trifft es in dieser Gesellschaft aber zu schwer an.

3 – Mindyourvalue W.F. wird es ebenfalls nicht einfach haben, schon beim letztjährigen Åby Stora Pris war er als 86:1-Außenseiter ohne Chance. Zumindest die Form des achtjährigen Wallachs stimmt. Am 1. Juli hatte er sich beim Trabreiten in der Åby Monté Trophy gegen Pacific Face durchgesetzt und war zuletzt auch in Boden erfolgreich. 

4 – Zarenne Fas kam im letzten Jahr aus Italien nach Schweden, wo er die Erwartungen bislang noch nicht ganz erfüllen konnte. Auch er hat gute Form, gewann Anfang Juli in Halmstad über 3.140 Meter gegen die Harper Hanovers Loop-Siegerin Wild Love und Ende des Monats The Red Mile in Åby über die Sprintdistanz. Der sechsjährige Varenne-Sohn, der  2019 den Großen Preis von Deutschland gewonnen hatte, ist schnell am Start und könnte sich an die Spitze setzen.

5 – Bengurion Jet ist erst vier Jahre alt, zählt in dieser hochklassigen Steherprüfung aber zu den Topfavoriten und wird sogar schon als nächster Elitloppet-Sieger gehandelt. Äußerst beeindruckend war sein erster Auftritt in Schweden. Am 27. Juli deklassierte er in Jägersro seine gleichaltrigen Gegner über 1.640 Meter in einer sagenhaften Zeit von 1:08,8. Zuvor hatte er in Italien viermal auf Gruppe-Level gewonnen. Schwer zu sagen, wie er sich in Åby verkaufen wird, ist er doch noch nie weiter als 2.250 Meter gelaufen und bekommt es nun erstmals mit älteren Gegnern zu tun. Die Erwartungen an den Maharajah-Sohn sind jedenfalls immens.

Trabrennen in Åby
Trabrennen in Åby, Foto: Galoppfoto

6 – Who’s Who scheiterte Ende Mai im anderen großen schwedischen Steherrennen, dem Harper Hanovers Loop, nur an Wild Love, bestätigte anschließend seine außerordentliche Form mit Siegen im Norrbottens Stora Pris und Hugo Åbergs Memorial. Der Svenskt Travderby-Sieger von 2018 hat in diesem Jahr vier von sechs Starts gewonnen und scheint momentan in Schweden das Maß aller Dinge zu sein. Den letztjährigen Åby Stora Pris beendete er auf dem zweiten Platz.

7 – Carat Williams reist mit der Erfahrung von einundfünfzig Gruppe-Rennen an, konnte sich in seiner französischen Heimat aber nie wirklich durchsetzen. Der Neunjährige hat sich mittlerweile auf die Steherdistanz spezialisiert, sein letzter Sieg gelang ihm allerdings 2017. Vor zwei Jahren nahm er schon einmal am Åby Stora Pris teil, wurde hinter mehreren heutigen Gegnern Sechster.

8 – Short In Cash fühlt sich ebenfalls auf weiten Strecken am wohlsten und hat jüngst wieder zu Form gefunden, wurde Dritter im Axevallalöpning, blieb dabei vor Pferden wie Antonio Trot oder Handsome Brad. Im Sulky sitzt sein Trainer Björn Goop, dessen Vorjahressieger Moni Viking verletzungsbedingt nicht teilnehmen kann.

9 – Valokaja Hindö ist gerade aus dem Stall von Jean-Michel Bazire in seine skandinavische Heimat zurückgekehrt, wird nun sein erstes Rennen für Per Henriksen bestreiten. Im Mai hatte er es hinter Ce Bello Romain auf den zweiten Platz im Critérium de Basse-Normandie geschafft, doch wird der Däne in Åby überfordert sein.

10 – Milligan’s School setzte am 27. Juli beim Axevallalöpning ein ganz starkes Zeichen, gewann das sehr gut besetzte Rennen über 2.640 Meter mit grandiosen acht Längen Vorsprung. Einen Monat zuvor hatte er sich in Rättvik in 1:10,6 (2.140 m) durchgesetzt und gehört in dieser Form beim Åby Stora Pris zu den Sieganwärtern. Die zweite Startreihe ist für den achtjährigen Yankee-Glice-Sohn, der bis 2016 in den USA aktiv war, natürlich nicht günstig, doch sollte dies auf der langen Distanz keinen allzu großen Einfluss haben. 

11 – Very Kronos gewann Ende letzten Jahres sieben Rennen und war im Mai bestes schwedisches Pferd beim Paralympiatravet in Åby, weshalb er als einer der Favoriten in den Elitloppet ging. Von der Außenspur scheiterte er dort aber bereits im Vorlauf, wurde danach als Favorit im Norrbottens Stora Pris von Who’s Who geschlagen und sprang zuletzt im Hugo Åbergs Memorial an. Auch wenn er nun wieder kein Glück mit der Auslosung hatte, unterschätzen darf man ihn auf keinen Fall.

12 – Ce Bello Romain fährt im Alter von neun Jahren in der Form seines Lebens. Nach drei Siegen zum Saisonauftakt bezwang er im Juni in Finnland die Paralympiatravet-Siegerin Délia Du Pommereux und musste sich beim letzten Start in Belgien nur Face Time Bourbon beugen. Trotz der schlechten Startposition ist der Franzose ein interessanter Wallach, auf den  man womöglich eine ordentliche Quote erhält.   

Fazit:

Who’s Who gewann in diesem Jahr mehrfach auf höchstem Niveau, hat Steherqualitäten und wird deshalb das zu schlagende Pferd im Åby Stora Pris sein. Starke Konkurrenz kommt aus der zweiten Startreihe, von wo aus ihm die formstarken Milligan’s School und Ce Bello Romain das Leben schwer machen können. Auch Very Kronos hat die Qualität das Rennen zu gewinnen. Shootingstar Bengurion Jet kann allen einen Strich durch die Rechnung machen, doch sorgen sein Alter und die unbekannte Distanz für Bedenken.

Who’s WhoBengurion JetVery Kronos

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