Trabrennen in Schweden: Norrbottens Stora Pris

Norrbottens Stora Pris
Norrbottens Stora Pris. Trabrennbahn Boden, Foto: Galoppfoto

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von Urs Bruder

19. Juni 2021 (21:45 Uhr), 2.140 Meter, Boden

Nicht häufig ergibt sich in Europa die Gelegenheit um 21:45 ein Gruppe-I-Rennen zu verfolgen. Am Samstagabend tritt unter der Mitternachtssonne Schwedens ein erlesenes internationales Feld zusammen, dessen Sieger nur schwer zu entschlüsseln ist.

Der Norrbottens Stora Pris bildet den Höhepunkt der sogenannten Norrlands-Tour, einer Serie von Trabrennen, die im Mittsommer am späten Abend in Nordschweden ausgetragen werden. Waren im letzten Jahr gar keine Zuschauer zugelassen, dürfen in diesem Jahr immerhin 500 Besucher in Boden mit dabei sein. Die Zielgerade der nördlichsten Rennbahn des Landes gehört mit 200 Metern zu den längeren, was Pferden zugute kommen kann, die von hinten angreifen.


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Die Pferde:

Norrbottens Stora Pris in Boden
Norrbottens Stora Pris in Boden. Foto: Galoppfoto

1 – Antonio Tabac ist der Titelverteidiger des Norrbottens Stora Pris, allerdings war das Rennen im Vorjahr deutlich schwächer besetzt. Der Achtjährige kommt mit guter Form zurück nach Boden, war zuletzt in mehreren gehobenen schwedischen Rennen platziert. Da er kein allzu schneller Starter ist, dürfte ihn mit Startnummer 1 ein schwieriges Rennen an der Innenseite erwarten. Kommt er auf der Zielgeraden frei, wird er seinen gewaltigen Speed zur Geltung bringen.

2 – Very Kronos gewann Ende letzten Jahres vier Läufe der Golddivision in Folge und wurde im April Zweiter im Paralympiatravet, weshalb er vor drei Wochen zu den Favoriten des Elitloppet gehörte. Von der äußeren Startposition und mit einem schwierigen Rennen scheiterte er dort aber bereits im Vorlauf. In Boden hat der startschnelle Ready Cash-Sohn nun die „2“ zugelost bekommen, von wo aus er sich an die Spitze setzten dürfte und von da nur noch schwer zu vertreiben sein wird.

3 – Wild Love gewann vor drei Wochen mit dem Harper Hanovers Loop eines der wichtigsten Steherrennen Skandinaviens, verwies dort den favorisierten Who’s Who auf den Ehrenrang. Zwei Wochen später zeigte die siebenjährige Stute mit dem zweiten Platz im Jämtlands Stora Pris, dass sie auch die 2.140 Meter kann, war dort gegen den Sieger Vernissage Grif aber ohne Chance.

4 – Moni Viking ist ebenfalls ein herausragender Steher, gewann letztes Jahr den Harper Hanovers Loop und den Åby Stora Pris. Im Februar wurde er Dritter im Prix de Paris und belegte im Endlauf des Elitloppet sogar über die Sprintstrecke den fünften Platz. Qualitativ zählt der Norwegen also zu den stärksten Pferden, hat mit Björn Goop auch einen der weltbesten Fahrer im Sulky. Als langsamer Starter wird ihm der gute Startplatz wenig nutzen.

5 – Gareth Boko beeindruckte beim Prins Daniels Lopp mit einem Sieg aus der zweiten Reihe und schaffte es, trotz nur einwöchiger Pause, im Elitloppet auf den dritten Platz. Der Niederländer ist ebenfalls kein schneller Starter und hat seine Stärken eher auf der Sprintstrecke, darf in der derzeitigen Form aber keinesfalls unterschätzt werden.

6 – Who’s Who gewann in diesem Jahr zwar zum zweiten Mal den Copenhagen Cup, erhielt dennoch keine Einladung zum Elitloppet, wurde stattdessen im Harper Hanovers Loop von Wild Love bezwungen. Vielleicht kann der schwedische Derbysieger von 2018 über die Mitteldistanz für eine Überraschung sorgen, immerhin hatte er zu Beginn des Jahres den Rommeheatet und den Assar Engbloms Lopp, vor Very Kronos, gewonnen.

7 – Vernissage Grif begann seine Skandinavien-Tour im April, hatte bei seinen beiden Starts in Finnland aber einige Schwierigkeiten. Was der Italiener drauf hat, zeigte er dann letzte Woche in Östersund. Trotz zweiter Startreihe und schwierigem Rennverlauf gewann er den stark besetzten Jämtlands Stora Pris souverän und zählt in dieser Form zu den Topfavoriten des Norrbottens Stora Pris. Startplatz 7 ist jedoch alles andere als günstig für ihn.

8 – Upset Face ist mit fünf Jahren das jüngste Pferd im Feld. Allzu erfolgreich war er bisher noch nicht, lief auch im Jämtlands Stora Pris hinterher und wird am Samstag nur Außenseiter sein.

9 – Milliondollarrhyme kam im letztjährigen Norrbottens Stora Pris als Favorit nicht über Rang 4 hinaus, hatte aber ohnehin keine gute Saison. Dieses Jahr läuft es dagegen wieder besser, auch wenn er den Endlauf des Elitloppet knapp verpasste. Der siebenjährige Wallach ist als sehr schneller Starter bekannt, wird dies aus der zweiten Startreihe aber nicht ausnutzen können und deshalb zu höheren Quoten zu haben sein.

10 – Zaccaria Bar ist der zweite Teilnehmer aus Italien und wird ebenfalls von Gocciadoro Alessandro vorbereitet, der Trainer sitzt allerdings im Sulky von Vernissage Grif. Seinen ersten Auftritt außerhalb Italiens beendete Zaccaria Bar am 30. Mai im Elitsprintern auf dem fünften Platz, wurde dann im Copenhagen Cup Zweiter hinter Who’s Who. Auch er wird es aus der zweiten Reihe nicht einfach haben.

Fazit:

Zeigt sich Vernissage Grif in der Form vom letzten Samstag, wird er im nördlichsten Gruppe-I-Rennen der Welt nur schwer zu bezwingen sein. Durch seinen äußeren Startplatz könnte sein Rennen aber nicht frei von Störungen verlaufen, weshalb auch andere Pferde gute Chancen haben, allen voran Very Kronos, der von einer perfekten Startposition profitieren kann. 

Vernissage Grif – Very Kronos – Who’s Who

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