Trabrennen in Schweden: SprinterMästaren

Trabrennen in Halmstad
Trabrennen in Halmstad, Foto: Galoppfoto

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von Urs Bruder

08. Juli 2021 (21:53 Uhr), 1.609 Meter, Halmstad

Wer am Donnerstagabend um 21:53 noch nichts vorhat, darf sich auf ein interessantes Trabrennen unter der Mitternachtssonne Schwedens freuen. In Halmstad kommen die stärksten vierjährigen Traber des Landes zusammen, um über die Meile ihren besten Nachwuchssprinter zu ermitteln.

Die SprinterMästaren (Sprintmeisterschaft) beginnt bereits um 19:20 Uhr mit dem ersten von drei Vorläufen. Die drei Bestplatzierten der Vorläufe und die vier Bestgesetzten bestreiten dann um kurz vor Zehn das Finale. Seit nun genau fünfzig Jahren wird das wichtigste schwedische Sprintrennen für vierjährige Traber am ersten Donnerstag im Juli in Halmstad ausgetragen. Einige Sieger setzten sich im folgenden Jahr auch im Elitloppet durch, darunter der aktuelle Elitoppet-Gewinner Don Fanucci Zet.


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Die Favoriten:

SprinterMästaren
SprinterMästaren, Foto: Galoppfoto

Önas Prince wird der zu schlagende Hengst im SprinterMästaren sein. Er ist seit sechs Starts ungeschlagen, gewann mit dem Kungapokalen und der Ina Scots Ära gerade zwei der bedeutendsten Vierjährigen-Prüfungen Skandinaviens. Trotz Außenspur lief er in der Ina Scots Ära eine herausragende Zeit von 1:11,1 (2.140 m). Auch auf der Sprintstrecke hat er schon mehrfach gewonnen und dürfte sich mit seiner hohen Startgeschwindigkeit im ersten Vorlauf von der „4“ aus an die Spitze setzen. Trainer Per Nordström, dessen Stall sich in ausgezeichneter Form befindet, erklärte mehrfach, Önas Prince sei das beste Pferd, das er je trainiert habe. 

Rome Pays Off unterlag Önas Prince im Kungapokalen hauchdünn, lieferte sich mit ihm einen erbitterten Kampf bis zur Ziellinie, bei dem er kurz schon wie der Sieger aussah. In den beiden darauf folgenden Rennen konnte er diese starke Leistung nicht bestätigen, sollte über die Meile aber wieder besser aussehen, schließlich ist dies die Distanz, über die er als Amerikaner seine meisten Rennen absolviert hat. Der Muscle Hill-Sohn war erst zu Beginn dieses Jahres aus den USA nach Schweden gekommen, wo er es in das mit einer Million US-Dollar dotierte Finale der Hambletonian Stakes geschafft hatte.

Mister Hercules gehört als Gewinner der letztjährigen Dreijährigen Breeders‘ Crown natürlich zu den ganz großen Hoffnungen seines Jahrgangs, doch hat er die Erwartungen in diesem Jahr nicht immer erfüllen können. Zwar gewann er im April den ersten Qualifikationslauf der Vierjährigen Breeders‘ Crown vor Rome Pays Off, scheiterte dann aber völlig überraschend im Vorlauf des Kungapokalen und zog auch in der Ina Scots Ära den Kürzeren gegen Önas Prince, hatte dort aber auch einen ausgesprochen schlechten Rennverlauf. Am 16. Juni verfiel er im Prix Readly Express schon am Start in Galopp und hat nun im dritten Vorlauf mit der „7“ keine optimale Ausgangsposition. Trotzdem sollte er als Vorlaufsieger das Finale erreichen, auch wenn es sein Debüt auf der Sprintstrecke ist.

Epimetheus wird wie Mister Hercules von Daniel Redén trainiert, der in den letzten drei Jahren zweimal den Sieger in der SprinterMästaren stellte. Als schneller Starter könnte er Önas Prince im ersten Vorlauf auf den Zahn fühlen, man wird nach bisher gezeigten Leistungen aber mit dem Erreichen des Finals vollauf zufrieden sein.

Mr Brilliant hat in seiner jungen Karriere schon fünf Rennen gewonnen. Anfang des Monats lief er in Färjestad knapp vor Epimetheus über die Linie, hatte dort aber auch die bessere Startposition. Im ersten Vorlauf kommt es nun zu einer spannenden Revanche um den Einzug ins Finale.

SprinterMästaren, Halmstad
SprinterMästaren, Halmstad, Foto: Galoppfoto

Toto Barosso sollte in diesem Lauf ebenfalls im Kampf um die drei Qualifikationsplätze mitmischen, braucht sich auf seiner Heimatbahn auch nicht zu verstecken. Der von Peter Untersteiner trainierte Ready Cash-Sohn wurde letztes Jahr im Deutschen Traber-Derby Dritter. Hinter Rome Pays Off  und dem Derbysieger Wild West Diamant verpasste er Ende April den Endlauf des Kungapokalen knapp, beeindruckte aber vor ein paar Tagen mit einem Sieg in Halmstad.

Hell Patrol kam wie Rome Pays Off zu Beginn des Jahres von Marcus Melander aus den USA nach Schweden und wird sich mit diesem nun im zweiten Vorlauf messen. Tatsächlich trafen beide bereits am Elitloppet-Wochenende in Solvalla aufeinander, wo Hell Patrol am Wettmarkt stärker eingeschätzt wurde, dann aber im Schlussbogen ansprang.  

Vegan Face könnte den zweiten Vorlauf zu einem interessanten Rennen werden lassen, sollte er endlich zur Form des Vorjahres zurückfinden. Der schnelle Starter hatte im E3-Finale über die Sprintstrecke den Sieg nur knapp verpasst, lief in diesem Jahr bislang aber nur hinterher.

Hennessy Am gewann letztes Jahr das E3-Finale gegen Vega Face, zeigte seither aber auch nicht mehr viel, wurde aber immerhin Vierter im Kungapokalen. Hat es von der Außenposition nicht einfach.

Maesteraemon, ein weiterer US-Import, kann es im spannenden zweiten Vorlauf ebenfalls in die Top 3 packen. Wurde im Kungapokalen Fünfter, war dann im Ina Scots Ära aber ohne Chance.

Hell Bent For Am ging nach einer Siegesserie und einer Zeit von 1:11,9 (2.140 m) im Håkan Wallner Memorial als Mitfavorit in die großen Dreijährigen-Rennen des Vorjahres, konnte sich dort jedoch nicht durchsetzen und gab auch beim jüngsten Start den Sieg auf der Ziellinie aus der Hand. Unterschätzen darf man den Muscle Hill-Nachkomme aber keinesfalls.

Fazit:

Läuft alles normal, wird Önas Prince der Sieg nur schwer zu nehmen sein. An einem guten Tag kann ihm Mister Hercules sicherlich Paroli bieten. Man sollte aber nicht vergessen, dass junge Pferde immer für eine Überraschung gut sind, im Positiven, wie im Negativen, zumal sie zwei Rennen an einem Abend bestreiten müssen.

Önas Prince – Mister Hercules – Rome Pays Off

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