Das Rennen auf dem Meeresgrund


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Seit 1902 werden auf dem Watt die spektakulären Pferderennen ausgetragen. Die folgenden Renntage seitdem sind lückenlos datiert worden und stets ein Publikumsmagnet für das Seebad Duhnen. Auch aus dem Ausland kommen die Schaulustigen und die Wattrennen werden stets in der ausländischen Presse erwähnt – die Rennen gelten als so außergewöhnlich, dass man an Duhnen nicht vorbeikommt. Und was es nicht dort alles gab. Die bewegte Historie der Duhner Wattrennen ist schon eine Sache für sich. 

1906 gab es bereits das erste Damenreiten (Trabreiten), wo die Ladys zwischen Lesehalle und Strandhotel bestreiten mussten. 1914 betrug der Totoumsatz schon 17.000 Mark, anschließend wurden die Rennen aufgrund des ersten Weltkriegs und den Kriegsfolgen ausgesetzt, bis sie 1925 im großen Stil wiederaufgenommen werden. Es gibt Feuerwerk und Kapellen – ein wahres Volksfest. 1928 versucht man sich an einem Hürdenrennen, was allerdings wegen eines Unfalls wieder aus dem Programm genommen wird. Man wird es später noch einmal versuchen. 

Sobald das Wetter schlecht ist, liest sich die Duhner Chronik dann auch gar nicht mehr so nett. Hohe Verluste, kaum Zuschauer – die Wattrennen sind nur etwas für gutes Wetter und Sonnenschein. Keiner will bei Regen und Wind im Watt stehen und Pferde anfeuern. 1939 ist gutes Wetter und sogar die Tobis-Wochenschau kommt vorbei und filmt die aufgebotenen Vollblüter und ihre Reiter. Der Krieg fordert erneut Tribut und bis 1949 sieht man keine Pferde mehr auf dem Meeresgrund traben oder galoppieren. Zehn Jahre Pause, doch der erste Renntag 1949 ist ein voller Erfolg. Knapp 20.000 Zuschauer, bestes Wetter und allerhand Attraktionen gibt es zur Wiedereröffnung. Ein großes Volksfest mit Tanz und Gesang, Musik und Freude.

1952 wird das Jubiläum gefeiert – 50 Jahre Rennen in Duhnen, die größte Veranstaltung in der Umgebung und das sogar mit einem zweitägigen Meeting. Ponyrennen werden ins Repertoire aufgenommen. Der ursprüngliche Gedanke der Rennveranstaltungen (Pferdematerial der Region präsentieren) ist nach dem zweiten Weltkrieg natürlich irrelevant. Aber es hilft, damit das Pferd nicht in Vergessenheit gerät. 1953 kommt die Wochenschau erneut, der nächste Versuch, ein Hindernisrennen auf dem Watt abzuhalten, glückt. Die BBC schickt Teams und nimmt Sequenzen des “Mud Derbys”, wie sie es nennen, auf.

1959 dann das Desaster, die Zuschauer sparen sich die Wege zur Kasse und gucken das Rennen “illegal” vom Watt aus, was mit hohen Verlusten für die Veranstalter einhergeht. Auch die dort gastierenden Kurgäste sind erbost über den Krach, den die Rennbahnbesucher veranstalten, sodass die Rennen anschließend abgeschafft wurden. Es lohnte sich angeblich nicht mehr und zudem wollte man die Kurgäste nicht verprellen, die das Seebad mit gutem Geld Jahr für Jahr versorgten. 

Danach herrschen weitere 16 Jahre Stille im Watt. 1975 werden die Wattrennen wieder belebt und erneut zur Attraktion. Ab diesem Zeitpunkt scheint es die Zuschauer auch nicht mehr zu stören, wenn das Wetter denn schlecht wird. Jeder weiß, dass er die Rennbahn auf dem Meeresgrund nicht sauber verlassen wird – auch nicht als Zuschauer. So verzeichnet der Renntag am 09. Juli 2000 immer noch 30.000 Zuschauer, die dem Wetter trotzten, obwohl strömender Regen auf sie niederging. 

Diesen Sonntag findet das nächste Rennen auf dem Meeresgrund statt – sowohl Trab als auch Galopprennen finden sich, wie immer im Programm. Einer für die ganz besonderen Rennen ist ebenfalls mit dabei: Wutzelmann aus dem Stall von Volker Schleusner. Aber auch Pavel Vovcenko und Roland Dzubasz satteln ihre Pferde für einen Ausflug ins Watt. 

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