Der Dreifachsieger

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Wenn man über den Preis von Europa spricht, dann kommt man an einem nicht vorbei: Anilin. Der Dreifachsieger von 1965, 1966 und 1967. Vierjährig holte er sich das Rennen zum ersten Mal. Zuvor war Anilin allerdings sogar schon Triple Crown Gewinner – in seinem Heimatland, der Sowjetunion. Die läuft allerdings etwas anders als in anderen Ländern, ein Pferd muss hier den MI Kalinina Prize (zweijährig!) gewinnen, anschließend dreijährig den Bolszoj Vserossijskij Priz (russisches Derby) und danach den USSR Prize. Das gelang Anilin also bereits vor seinem ersten Sieg im Preis von Europa. 

Dieser war damals frisch aus der Taufe gehoben worden, 1963 lief man zum ersten Mal in Köln den Preis von Europa. Opponent und Fujiyama hießen die Sieger, bevor Anilin zum ersten Mal auf der Bildfläche erschien. Übrigens hat sich an diesem Gruppe 1 Rennen bis heute nichts geändert – es wird noch genauso gelaufen wie 1963. Über 2,400 Meter und am angestammten Ort. 1965 lehrte Anilin die deutschen Pferde zum ersten Mal das Fürchten und tatsächlich gibt es sogar noch Videoaufnahmen vom Dreifachsieger in Köln.

Anilin  bereiste auch die USA und Frankreich, lief in den Washington, DC International Stakes und im Arc (einmal Dritter, einmal Fünfter) und noch ein zweites Mal in Washington, wo er Zweiter wurde. Er gewann unglaubliche 738.835 DM. Der Element-Sohn traf auf Top Pferde seiner Zeit (Kelso, Sea Bird). In drei Jahren und elf Rennen in der Sowjetunion blieb er ungeschlagen. Diesem Globetrotter wurde durchaus Respekt gezollt. 

Anilins Erfolg ist jedoch der Forschung zu Verdanken. Die Sowjetunion benötigte dringend Geld, schon um nach der Olympiade 1952 seine Top-Athleten in die Welt hinausschicken zu können, um zu beweisen, wie überlegen die Sowjetunion war und kam auf den Trichter, dass sich dafür die Vollblüter eigneten. 1958 investierte man spontan in die Vollblutzucht und erforschte die Tiere genauestens, vor allem der Sauerstoffgehalt des Blutes wurde Dreh und Angelpunkt der Forschung und sie waren akribisch. Die Studien wurden über zwei Monate geführt und man stellte schnell fest – nur Pferde, bei denen nach dem Rennen mehr Sauerstoff als vorher im Blut war, gewannen sie. Daraus zogen die Sowjets die korrekten Schlüsse und trainierten ihre Pferde entsprechend anders. Dressuraufgaben sowie Galopps über mehrere Kilometer gehörten zum Tagesprogramm. Was immer sie taten – der Erfolg gab ihnen recht. Ob das heute noch legal wäre, darf bezweifelt werden.

Nun hatten die Sowjets natürlich auch einige Beutepferde und konnten durchaus aus gutem Fundament schöpfen, doch das Training und die Wissenschaft taten einen großen Teil, um den Pferden das Siegen beizubringen. Denn Anilin war damals nicht das einzige Pferd, das sich auf den Weg nach Köln machte und dort gewann. Auch außerhalb der Sowjetunion erregten die Pferde schnell Aufmerksamkeit. Sowohl Deutsche als auch Briten begannen, ein paar Tiere bei der Moskauer Jährlingsschau einzukaufen. 

Dazu war es natürlich eine Angelegenheit, die die ganze Sowjetunion betraf, wenn Anilin lief. Dann gab es “Befehle aus Moskau”, die besagten wo und wann das Pferd zu laufen habe. Einen Staatstrainer gab es ebenfalls, einen Leiter des Leiter des Vollblut-Kollektivs dazu – als Trainer von Anilin wird jedoch stets Nikolai Nasibov geführt, der auch gleichzeitig sein Jockey war. 

Wann er starb ist unbekannt, doch wenn man an den Großen Preis von Europa denkt, dann denkt man auch automatisch an Anilin. 

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