Ein Jahresrückblick

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Ist es dafür noch zu früh? Ach, nein, so viele Tage hat das Jahr nicht mehr und … na, ich schreibe besser nicht: Was soll noch passieren? In 2020 ist so ziemlich ALLES passiert, was nicht passieren sollte und man sollte das wohl besser nicht herausfordern. Es war kein schönes Jahr, das eigentlich völlig normal angefangen hatte. Auf Sand. Wenn auch schon mit einem unangenehmen Unterton, als die Politik in Neuss den Riegel vorschob und Galopprennen für unpassend für diese Stadt erklärte (aber was hat die Stadt denn sonst? …. Frage für einen Freund … okay, für mich! Ich wohne da, ich darf das). 

Und schöner wurde es auch nicht, als im Februar die ersten Nachrichten aus China durchsickerten, war man noch so: Jaja, in China. China liegt aber auch nur 10 Flugstunden von Deutschland weg, ich selbst bin erst im letzten Jahr besagte zehn Stunden nach Peking geflogen. Es ist nicht aus der Welt. Alles ist so global wie das Vollblut selbst, um das es immer geht. Das lernten die Deutschen dann pünktlich zum Start der Grasbahnsaison. Während man noch in Cheltenham Hüte und Schampus zeigte, lag in Deutschland schon alles still.

Erst im Mai konnten die ersten Renntage abgehalten werden, dank des Sonderstatus’ des Rennsports, der eben nicht nur Sport ist. Da Not erfinderisch macht, bekamen die Rennsportfans ein komplettes Programm für jeden Rennntag. Immer führte ein Moderator durch das Geschehen, die Streams waren kostenfrei zu schauen und alle waren happy, dass endlich wieder die Galopper laufen. Wenn auch nur im Wohnzimmer, zur Bahn durfte ja niemand. 

Das führte zu gespenstischen Bildern, ich kann mich gut dran erinnern auf einer leeren Rennbahn zu stehen und mit ein paar einsamen Leuten Fearless King beklatscht zu haben, während Sarah Steinberg in völliger Stille ihren Hengst vom Geläuf holte. Aber mit dem Sommer kamen auch die Zuschauer wieder. Nicht in Massen, in Maßen. Jeder war froh “seine” Rennbahn zurück zu haben. Die Gesichter waren weniger angespannt, die Leute fröhlicher. In Baden-Baden konnte man schon fast das Gefühl haben, dass so etwas wie Normalität zurückgekehrt war. Auch wenn es immer noch vernichtend leer war, so war die Stimmung aber besser.

Dieses wunderbare Hoch im Sommer endete abrupt, als Baden Racing sich verabschiedete, die Fallzahlen wieder in die Höhe schossen und der Rennsport zurück hinter verschlossene Türen wanderte. Gegen Ende des Jahres stellt sich ja immer eine gewisse Galoppmüdigkeit ein, die war allerdings dieses Jahr besonders zu spüren. Die Klassiker alle gelaufen, die Shooting Stars im Winterurlaub, kein gutes Ende für kein gutes Jahr. 

Und was bleibt aus 2020? Die Pferde. Die Geschichten. Denn vor allem die sorgten für Furore. Wir haben einen überragenden Derbyjahrgang. Wir hatten Klassestuten und riesige Duelle. Das haben wir in manch einem besseren Jahr des Rennsports nicht gehabt. Einen großen Anteil haben die Adlerflug-Nachkommen, die in diesem Jahr für hochkarätige Treffer und Plätze sorgten. Das Duell Torquator Tasso und In Swoop im Derby hat die Latte für das nächste Derby richtig hoch gelegt. Aber auch Zamrud gegen Virginia Joy hat uns das Jahr versüßt. Das hätten wir gerne alle nächstes Jahr wieder. Nur bitte ohne Pandemie.

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