Japan Cup – für Mathefreunde


Adventskalendar

Eines der kompliziertesten, aber auch schönsten Rennen des Jahres wirft seine Schatten diese Woche voraus. Der Japan Cup. Das Rennen, wo man nur auf Einladung hinkommt und wo das Preisgeld sich nach dem richtet, was man vorher gewonnen hat. Ich erkläre euch das mal. Auch wenn ich mir heute vorkomme, als würde ich im Mathebuch wohnen.

Der Japan Cup zahlt sogenannte Boni. Zu den Boni gehören zusätzliche Geldbeträge, die in den Topf des Japan-Cup-Siegers fließen, insbesondere bei Pferden, die außerhalb Japans trainiert werden. Wenn ein im Ausland trainiertes Pferd in einem der folgenden Rennen triumphiert und im Japan Cup über dem dritten Platz landet, wird ein Bonus von 80, 32 oder 20 Millionen (in JPN ¥) zum Preisgeld hinzugefügt, je nach Platzierung. Dazu muss aber eines der folgenden Rennen gewonnen worden sein: Canadian International Stakes, Cox Plate, Epsom Derby, Irisches Derby, Prix du Jockey Club, Großer Preis von Paris, Grand Prix de Saint-Cloud, Dubai Sheema Classic, Dubai World Cup, International Stakes, Champion Stakes und der Breeders‘ Cup Classic.

Eine Einladung erhält ein Pferd dann, wenn es eines der folgenden Rennen gewonnen hat – ein Bonusgeld gibt es ab dem dritten Platz im Japan Cup für diese vorherigen Sieger ebenfalls. Breeders‘ Cup Turf, Großer Preis von Baden, Arlington Million und Irish Champion Stakes. Torquator Tasso hatte seine Einladung also bereits mit seinem Sieg im Grossen Preis von Baden gesichert. Dieselben Boni werden auch bei diesen vier Rennen gezahlt, sollte das Pferd besser als Dritter im Japan Cup laufen.

Aber es gibt noch mehr. Wenn ein Pferd aus dem Ausland in den folgenden Rennen des Jahres besser als Zweiter abschneidet, erhält es eine vorzeitige Einladung zum Japan Cup. Das oben genannte Bonusgeld wird fällig, wenn das Pferd das jeweilige Rennen gewinnt und beim Japan Cup besser als Dritter abschneidet: King George VI und Queen Elizabeth Stakes und der Prix de l’Arc de Triomphe

Das heißt, wäre Torquator Tasso angetreten, hätte er zwei Boni obendrauf bekommen, die sich je nach Platzierung gesteigert hätten. Im Best Case (also zu einem Sieg) hätte er noch zwei Prämien abstauben können. Die ursprüngliche Siegsumme sind umgerecht ungefähr 2,5 Mio Dollar. Für den Sieg in Baden und den Sieg im Arc kämen jeweils noch mal ungefähr 700.000 Dollar drauf – was dann 1,4 Mio zusätzlich macht. Es ist also kein Wunder, dass der Japan Cup für uns Ausländer verdammt attraktiv sein kann. Klar, als deutsches Pferd muss man schon sehr international auftreten, um viele dieser Boni zu sammeln. 

Es gibt dann übrigens noch einmal eine Inlands-Boni Rechnung, damit die japanischen Pferde nicht benachteiligt werden und ebenfalls Boni gewinnen können – man sieht sie selten außerhalb ihres Landes, auch wenn sich immer jemand in den Arc verirrt oder nach Dubai. Dabei spielen sowohl das Arima Kinen, als auch das Tenno Sho eine Rolle. 

Dieses Jahr geht es zwar mit ausländischer Beteiligung wieder an den Start, doch Torquator Tasso wird die Reise nicht antreten. Dafür kommen Japan, Broome und Grand Glory, um die nationalen Cracks zu fordern. Der Japan Cup 2020 war das größte Aufeinandertreffen von Champions in der Geschichte des Rennens, mit drei Japan Triple Crown-Siegern, von denen zwei unbesiegt waren. Die Japanese Fillies Triple Crown-Siegerin von 2018, Almond Eye, war die Favoritin, der ungeschlagene 2020 Japanese Triple Crown-Sieger Contrail war zweiter Favorit, und die ungeschlagene 2020 Japanese Fillies Triple Crown-Siegerin Daring Tact war die dritte Favoritin. 

Almond Eye gewann das Rennen zum zweiten Mal, Contrail wurde Zweiter und Daring Tact Dritter. Contrail und Daring Tact mussten damit ihre ersten Niederlagen einstecken. 

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