Keine gute Woche

Turfteufel
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Das war keine gute Woche. So für den Rennsport an sich. Für den Rest der Menschheit auch nicht. Klar, es ist natürlich Jammern auf hohem Niveau, wenn man sagt: Mimimi, es sind jetzt keine Pferderennen mehr. Die braucht man natürlich nicht. So verblendet sind wir ja auch gar nicht, wir wissen, das ist ein Sport und theoretisch braucht den niemand. So wie keiner Fußball braucht, oder Darts.

Aber: die Pferde müssen natürlich trotzdem betreut und bewegt und fit gehalten werden. Das ist das Wichtigste. Den Pferden kann man nicht erklären, dass jetzt Quarantäne herrscht, das verstehen die nicht und es ist auch nicht wirklich sinnvoll die jetzt einfach alle gar nicht mehr zu bespaßen. Das sind Sportler im Training und die sollen ja möglichst gesund und fit bleiben. Deswegen muss natürlich auch weiter trainiert werden.

Trotzdem verstehe ich nicht ganz, warum keine Geisterrennen stattfinden dürfen. Denn der Hintergrund der Sache ist ja, dass Galopprennen der Zucht dienen. Sie sind die Prüfungen, die darüber entscheiden, ob ein Pferd zur Zucht zugelassen wird oder nicht. Mit dem Background braucht es theoretisch nicht mal ein Publikum. Die Traber haben bereits ohne veranstaltet, die Galopper noch nicht. Auch wenn es ursprünglich mal angedacht war.

Das ist schwierig, weil den Pferden für das kommende Jahr auch die Rennen dann irgendwann fehlen. Aufbaurennen sind ja schließlich wichtig. Ich denke, wenn andere Sportveranstaltungen das dürfen, kann sich der Galopprennsport das im Bezug auf kommende Monate auch rausnehmen. Das Land steht nicht still. Ja, vielleicht müssen wir kein Cheltenham veranstalten (aber wir kriegen sowieso keine 60.000 auf die Bahn), doch Rennen an sich wären schon hilfreich.

Die Aufrechterhaltung des Rennbetriebs ist für den Sport schon wichtig. Damit keine Arbeitsplätze abgebaut werden. Wir stehen halt schon in der Gesamtsituation nicht gut da und dann tut das natürlich weh, wenn es nicht mal etwas zu gewinnen gibt. Pfeifen wir mal auf die Kulisse, wir müssen keinem Publikum nachtrauern, denn das kann auch Zuhause gucken und bleibt dabei sicher und geschützt – was absolute Priorität hat. 

Dann ist da natürlich die andere Seite. Man vereinnahmt natürlich auch, zum Schutz der Aktiven, Kapazitäten, die woanders gebraucht werden würden. Was da richtig ist? Ein guter Mittelweg wahrscheinlich, ich maße mir aber nicht an, das bestimmen zu können oder zu wollen. 

Was ist denn nun richtig? Geisterrennen? Oder rigoroses Absagen? Welche Probleme bringt Letzteres mit sich? Kann man nur mutmaßen, aber vermutlich wäre es die schlimmere Variante für den Sport an sich. Vielleicht irre ich mich auch und das stecken wir locker weg. Aber unser Sport steht auf einem wackligen Fundament und das, was man gerade aufgebaut hat, reißt man manchmal auch mit dem Hintern schnell wieder ein. Das möchte man natürlich vermeiden. Aber Schadensbegrenzung ist eben nicht allein in den Händen von uns Galopperfreunden.

Hoffen wir mal, dass die Situation sich bald ein wenig entspannt, alle gesund bleiben und wir in ein paar Wochen alle ein bisschen aufatmen können.

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