Rennpferde muss man ja vorsichtig behandeln

Turfteufel: Rennpferde muss man ja vorsichtig behandeln
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Adventskalendar

Alle Jahre wieder streiten sich ja die Pferdemuttis auf Facebook oder im heimischen Stall darum, ob man Pferde eindecken darf oder nicht. Wer kommt da immer schlecht weg? Sportpferde. Respektive Rennpferde natürlich, die haben es per se ja schon viel schwieriger als die anderen Kinder. Die bekommen nämlich im Winter ein Deckchen. Dass die ja auch weiterhin wie gewohnt trainiert werden (und niemand Bock hat zehn Kilo Haare trockenzufönen, nachdem er mit seinem Lot fertig ist) geht denen ganz und gar ab.

Zudem ist es halt auch nicht so schön, wenn man einen typischen Winterstarter für die Sandbahn hat, dem die halbe Sandbahn nachher aus dem Pelz zu bürsten. Das ist fürs Pferd unangenehm und natürlich auch für den Pfleger.

Das Pferd soll ja weiterhin bestmöglichst trainiert werden. 

Dann schreit die Garde natürlich wieder: “Die können ja dann nachher nie wieder Winterfell kriegen!” – Was? In welchem Paralleluniversum bitte? Wer immer das behauptet, bekommt von mir einen Striegel und die Anweisung: Putz meinen Ex-Galopper. Er ist ein flauschiger Wischmob, gegen den Samson aus der Sesamstraße nackt wirkt. Fluffig wie ein Sahneschnittchen. Nein – die brauchen nicht zwingend eine Decke nach ihrer Karriere. Auch manch ein Pferd im Rennstall bekommt gar keine.

Zum Beispiel, die, die noch gar nicht laufen. Die aufs Gestüt gehen. Wenn sie keine brauchen, dann ist das halt so. Und manche brauchen sie, weil sie dann schnell im Rücken verspannt sind. Aber das ist ja bei jeder Pferderasse so. Manche brauchen es, manche nicht. Pferde sind ja auch Individuen. 

Dann erschrecken die Leute ganz schlimm: Die werden ja geduscht! Nun ja … das hat auch den Grund, dass so ein Pferd durch Sand läuft, sich den überall hin spritzt und das sehr unangenehm im Fell wird. Vor allem, wenn da noch mal eine Decke drauf soll. Deswegen werden Beine geduscht (bei argen Verschmutzungen aber auch mal was mehr).

Pferde finden Hitze eher schlimmer als Kälte. Pferd in praller Sonne ohne Unterstand? Och egal. Pferd dem die Füßchen geduscht werden, nach einem Canter auf die Sandbahn? TIERQUÄLER! Gehen die eigentlich auch nicht duschen, wenn sie voller Sand sind und legen sich dann so ins Bett? Rennpferde kennen übrigens auch das Prinzip “Handtuch”. Oder: Deckenwechsel. Niemand stellt ein klatschnasses Pferd in den Durchzug und wartet ab, was heute passiert. 

Aber trotzdem werden die Rufe laut: “Ihr macht die Decke ja nur drauf, weil es für euch bequem ist.” Nun ja, da ist was dran. Es ist aber auch für das Pferd bequemer, wenn es nicht unter seinem Puschel schwitzt und juckt. Wenn der Arbeitsreiter keine drölf Stunden braucht, um es zu entkrusten, weil es ohne Decke in der größten Matschpfütze war. Wir reden hier immer noch von einem sportlichen Training. Nicht von: komm ich heut nicht, komm ich morgen.

Und wenn man sich und dem Pferd da ein bisschen Zeit sparen kann, ist daran nichts verwerflich. Und die ominöse Thermoregulation macht das Rennpferd auch nach seiner aktiven Zeit ganz von selbst. 

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