Rennsportler haben kein Zeitgefühl

Turfteufel Rennsportler haben kein zeitgefuhl
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Kennt ihr das auch? Da lest ihr plötzlich, von Deckhengst XYZ sind die ersten Dreijährigen auf der Bahn und ihr denkt: Hä? Aber den habe ich doch letztes Jahr erst laufen sehen? Ja, Rennsportliebhaber haben keinerlei Zeitgefühl, wenn es über eine Bahnzeit (2 Minuten noch etwas ) hinausgeht. So wundert es auch nicht, dass Arbeitsreiter nicht sagen könnten, wie lang sie für eine gemistete Box gebraucht haben, wie lang sie jetzt Schritt geritten sind (ohne Uhr) und wann eigentlich dieses oder jenes Pferd das letzte Mal gestartet ist. Meist bekommt man nur vage Angaben. 

Irgendwie kommen wir nicht so gut damit klar, dass die Welt sich für Pferde schneller dreht, weil die Lebensspanne eines Pferdes viel kürzer ist als unsere eigene.

So manch einer meint noch, er habe Tiger Hill “letztens” erst gesehen. Dabei ist der auch erst “letztens” gestorben. Übrigens ist das auch schon ACHT Jahre her. Fühlst du dich schon alt? Nein? Ha. Das geht noch besser. Overdose ist ja auch erst “letztens” in Baden-Baden gelaufen. Vor zwölf Jahren. Der ist übrigens auch schon fünf Jahre tot. Die Zeit rast und wir, die diesen Sport erleben, können kaum glauben, dass die Welt sich weiterdreht, wenn eine Danedream den Arc gewinnt. Mir ist, als ob’s gestern gewesen wäre. Nicht nur mir. Was ist dazwischen passiert? Zwischen Waldgeist und Danedream? Müssen wir jetzt doch mal kurz überlegen. War doch auch alles gestern.

Natürlich sind die besonders eindrucksvollen Pferde gesondert im Gedächtnis. Nach persönlichen Vorlieben – jeder sieht da ja andere Favoriten. Manchmal bin ich auch ganz erstaunt, wenn ich Nachkommen von dieser oder jener Stute sehe. “Wie, schon Vierjährig?” Hä? Wo ist die Zeit hin. “Letztens” saß ich doch noch drauf. Das “Letzens” ist dann mindestens zehn Jahre her, nur man rechnet gar nicht mehr nach, weil das so total nah und logisch ist, dass niemand es mehr hinterfragt. 

Je nachdem wie alt derjenige ist, den man befragt, kann das “letztens” auch echt lang her sein. Da wurde dann der Aral Pokal (1998 übrigens umgetauft und ebenfalls nicht mehr aktuell) noch “letztens” in Gelsenkirchen Horst gelaufen und soooo lang wäre der Betrieb doch gar nicht eingestellt (siebzehn Jahre übrigens).

Ist halt kompliziert. Wenn man Rennsport mag, dann sind bestimmte Pferde und Rennen unveränderbar ins Gehirn eingebrannt und sie sind so präsent, als wäre eben alles “gestern” passiert. 

Solange keiner fragt, wer eigentlich letztes Jahr den  Großen Deutschlandpreis der Dreijährigen gewonnen hat, sollten wir aber noch alle Latten am Zaun haben …

Übrigens – das ist der Name des Derbys. So um 1940 herum … nur, falls ihr euch fragt, was dieses ominöse Rennen ist.

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