Spendensammler

Turfeteufel Spendensammler
Road to Cheltenham

Immer so vor Weihnachten herum erinnert uns irgendein Tierschutzverein noch mal daran, dass Pferderennen ECHT Tierquälerei ist. Warum das so ist, sollte wohl auch allen klar sein, an Weihnachten ist die Spendenbereitschaft höher und da muss man doch einfach mal auf die anderen zeigen und sagen: “Die da sind böse! Gebt uns Geld!” Der erste Artikel ist mir prompt auch die Tage untergekommen. Eigentlich kann man die Uhr danach stellen, es werden ein paar Kerzchen am Adventskranz angezündet? Dann muss auch noch jemand ums Eck kommen und Plattitüden aufwärmen, die er irgendwo von der Cousine seiner Großmutter zehnten Grades und deren Freundin in Buxtehude mal gehört hat. Bitte als Fakten verkaufen, sonst macht das ja keinen Spaß.

Da werden dann auch die urältesten Kamellen ausgegraben. Wie mal in der DDR jemand beim Rennen dabei war und das Pferd dann “einfach” erschossen wurde. Einfach wohl kaum, offensichtlich handelte es sich um einen irreparablen Schaden, das Pferd wurde so schnell wie möglich erlöst. Aber allein schon zeitlich gesehen – in der DDR … Das ist nun doch etwas her. Als wäre das eine Expertise für den aktuellen Rennsport in Deutschland. Dass ein Pferd an Ort und Stelle erlöst werden muss, wenn es sich verletzt, ist natürlich kein Phänomen der DDR, sondern ein Fakt, dem jeder, der mit Pferden arbeitet, ins Auge sehen muss. Zuletzt erwischte es ein Springpferd bei den deutschen Meisterschaften. Traurig – aber es kann leider passieren.

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Eigentlich müsste man für den Rennsport jedes Jahr um die Weihnachtszeit eine “Anti”-Kampagne auffahren, in der gezeigt wird, dass es eben nicht so ist. Denn die Tierschutzvereine wärmen jedes Jahr alte Kamellen auf, leider gibt es ja nun auch Bilder von verunglückten Pferden (wie alt die sind ist ihnen herzlich egal) und es wird jedes Jahr aufs Neue noch mal in die Vollen gegangen, damit das Spendengeld fließt. Es wird aber auch automatisch daran erinnert, dass Pferderennen böse ist und jeder kann es jedes Jahr wieder lesen und sich noch mal in Erinnerung rufen, wie schlimm Rennsport ist. Und so was bleibt einfach hängen.

Ein paar traurige Bilder, ein paar böse Worte, die nicht fundiert sein müssen, sondern eigentlich nur auf die Tränendrüse drücken sollen – garniert mit wichtigen Aufforderungen (“Gehen Sie auf keinen Fall zum Pferderennen, Sie unterstützen damit Tierquälerei!”) und schon ist der Artikel fertig, der die Leute anlockt. Er wird geteilt, kommentiert, jeder Hans und Franz hat noch eine Schauergeschichte zu erzählen, die sich stets in der Kindheit der mittlerweile über 50 jährigen abgespielt hat und dann hat man doch einen klaren Eindruck davon, dass Rennsport absolut böse ist. 

Eigentlich sollte man an Weihnachten mal zeigen, was aus den Rennpferden nach ihrer Karriere wird. Reitpferde, Deckhengste, Zuchtstuten mit Fohlen – all das würde solchen Leuten vermutlich den Wind aus den Segeln nehmen. Klar gibt es Unfälle im Rennsport – wie in jedem Reitsport. Aber ein Großteil der Pferde geht eben einfach einen neuen Lebensweg. Und sei es nur als Spielkamerad für die Jungpferde. 

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