Unsere Pferde

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Die RaceBets Podcast Schnitzeljagd

Inhaltsverzeichnis:

Sibylle Vogt: „Innerhalb kürzester Zeit auf Pferd einstellen“ Weiterlese
Maxim Pecheur über den Umgang mit PferdenWeiterlese
Christian von der Recke und die Tricks im Umgang mit PferdenWeiterlese
Marco Klein: „Das Team ist das Wichtigste überhaupt“Weiterlese

Sibylle Vogt: „Innerhalb kürzester Zeit auf Pferd einstellen“

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„Jeder Jeck ist anders“, so lautet eine gerade im Kölner Raum gerne verwendete Redensart. Jeder Mensch ist anders könnte man auch sahen. Aber was für uns gilt, hat auch bei den Pferden seine Berechtigung. Denn auch die Vierbeiner benötigen individuelle Pflege.

RaceBets-Botschafterin Sibylle Vogt berichtet in Ihrem neuesten Blog-Beitrag, wie man als Jockey auf jedes Pferd eingeht. Und auch welche Tricks es dabei gibt.

„Normalerweise muss man sich als Jockey innerhalb kürzester Zeit auf ein Pferd einstellen. Denn man hat ja in aller Regel nur im Führring und beim Aufgalopp Zeit, ein Pferd richtig kennenzulernen. Bei mir klappt das ganz gut, zumindest meistens.

„Entscheidend ist die Erfahrung“

Winterfuchs mit Sibylle Vogt bei der Morgenarbeit
Winterfuchs mit Sibylle Vogt bei der Morgenarbeit

Spezielle Tricks habe ich eigentlich nicht, entscheidend ist in meinen Augen die Erfahrung. Das macht die ganze Sache einfacher. Ein Auszubildender, der noch nicht so viele Pferde geritten hat, hat es da sicher schwerer, da er sich noch nicht so auskennt. Aber im allgemeinen geht das wirklich relativ schnell. Allerdings muss man das irgendwie auch im Naturell haben.

Es gibt ja auch bei uns Menschen Leute, die relativ schnell mit anderen auszukommen und sich auf andere Personen einstellen können, bei Pferd und Mensch ist das ähnlich.

Wenn man ein Pferd aus dem Training schon kennt, ist es meiner Meinung nach fast etwas schwieriger, da man vielleicht Vorurteile hat und ein Pferd sich in der Arbeit vielfach anders präsentiert als im Rennen.

San Salvador: Im Training anders als im Rennen

Das beste Beispiel ist für mich San Salvador. Er pullt im Training sehr stark und weiß genau, was er machen will. Er teilt sich seine Kräfte ein.

19.08.2021, Deauville, Normandie, FRA – San Salvador. Foto – Galoppfoto

Beim ersten Mal im Rennen habe ich es mit ihm verbockt. Ich dachte, dass er sich pullen würde und habe ihm nicht die Chance gegeben, das zu tun und ihn festgehalten. Aber das wäre nicht nötig gewesen.

Übrigens schaue ich mir vorher die Rennen zuvor meiner Pferde an und erkundige mich vorher nach ihren Eigenheiten. Besser ist natürlich, wenn ich das Pferd schon einmal geritten habe, dann weiß ich genau, wie es am besten geht.“

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Maxim Pecheur über den Umgang mit Pferden

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Als Jockey hat man es bei den Veranstaltungen mit individuellen Charakteren zu tun. Damit meinen wir nicht die sicherlich nicht immer alle einfachen Trainer und Besitzer, sondern die Pferde. Wie unser Botschafter Maxim Pecheur sich auf sie einstellt, beschreibt er in diesem Artikel. Unterscheiden muss man zudem zwischen dieser Tätigkeit, die wir alle als Anhänger diese Sports mitbekommen und der, die morgens am Stall geleistet wird. Hier hat der Reiters seine eigene Meinung zum Thema Umgang mit dem Pferd.

Alles ganz ruhig

„Eine ruhige Ausstrahlung ist meines Erachtens wichtig beim Umgang mit Pferden. Wer gestresst, aufgeregt und hektisch auf so ein Tier zugeht, wird nichts erreichen. Man darf sich dann nicht wundern, wenn das Pferd dementsprechend reagiert. Pferde sind ungemein sensible Tiere.

Sie spüren Emotionen und Gefühle besser als wir Menschen, erkennen Körpersprache. Das darf man nicht unterschätzen. Sie kommunizieren anders als wir Menschen, auch nonverbal miteinander. Das finde ich sehr faszinierend. Mein Zugang zu den Pferden ist der, dass ich entspannt bin, diese Entspannung vermittle und durch meine Handlungen und meine Gesten dem Hengst, dem Wallach oder der Stute zeige, dass er bzw. sie mir vertrauen kann.

Eine Verbindung eingehen

Natürlich gibt es unterschiedliche Charaktere und man muss sie unterschiedlich nehmen. Im Training am Morgen versuche ich intensiv auf das Pferde einzugehen. Wir gehen eine Verbindung miteinander ein und am Ende macht es das, was ich ihm vorgebe. Das trainiert man also im wahrsten Sinne des Wortes. Im Rennen muss ich darauf vertrauen, dass der Trainer mir im Vorfeld die richtigen Informationen gegeben hat, die ich dann umsetze. Es gibt um Tipps, wie das Pferd auf bestimmte Aktionen reagiert, wie man es beruhigt und so weiter. Dennoch: Vor einem Rennen muss man halt mit viel Vertrauen an die Sache gehen und immer versuchen, die Pferde zu beruhigen. Wenn ich die Eigenarten des Tieres kenne, kann ich mit diesen arbeiten und es zu der gewünschten Leistung animieren.

Vorwärts-Abwärtsreiten

Im Training habe ich eine andere Voraussetzung. Dort bevorzuge ich, obwohl der eine oder andere in diesem Sport mich dafür belächelt, dass so genannte Vorwärts-Abwärtsreiten. In unserem Sport bezeichnet man das häufig etwas despektierlich als Dressurreiterei. Aber das ist etwas ganz anderes. Es ist das körperlich gesunde Reiten eines Pferdes und nichts anderes. Es geht um die Haltung. Ich weiß, dass ich durchaus hier und da mal Spott dafür erhalte.

Anselm siegt unter Maxim Pecheur
Anselm siegt unter Maxim Pecheur am 23.08.2020 in Hannover

In meinen Augen sind die Pferde aber einfach ruhiger und gelassener. Wir reden wirklich vom Training und nicht von den Rennen was diese Art der Reitweise betrifft. Ich meine: Ein Pferd, das rittig ist, ist leistungsbereiter. Außerdem wirkt sich alles positiv auf die Gesundheit der Pferde aus, das ist ungemein wichtig. Der Rücken wird kontinuierlich gedehnt. Stute, Hengst oder Wallach sind zufriedener und glücklicher in meinen Augen. Dadurch hat man es auch als Reiter einfacher, das Pferd auf seine Seite zu bekommen. Reiterlich mache ich es dem Pferd im Sattel also so angenehm wie möglich. Davon profitiert es meiner Meinung nach in vielerlei Hinsicht.

Bei einem schwierigen Pferd

Wenn ein ganz schwieriger Geselle unter meinem Sattel ist, muss ich versuchen damit umzugehen. Das gelingt mir auch meist, die Erfahrung bringt es mit sich, dass man instinktiv richtig handelt als Reiter. Man muss dabei aber aufpassen, dass man das Vertrauen des Tieres nicht beschädigt. Das ist alles kompakt zu betrachten und nicht mit einfachen Worten zu beschreiben.

Management-Seminare mit Pferden

Ein Freund hat mir vor kurzem erzählt, dass mittlerweile auch Manager in speziellen Seminaren mit Pferden zusammenarbeiten. Sie werden an einen Stall gebracht und müssen auf eine für sie ungewöhnliche Art und Weise kommunizieren, so dass die Tiere sie verstehen. Dabei geht es um nonverbale Kommunikation, um Gesten, um den Eindruck, den man macht. So etwas nennt man laut meiner Recherche Führungskräfte Training mit Pferden, wobei es sicherlich auch andere Begriffe und Beschreibungen gibt. Das Thema finde ich spannend und es zeigt, mit welch sensiblen Tieren wir es hier zu tun haben. Ich erlebe das jeden Tag im Training und es fasziniert mich. Es ist ein Grund, weshalb ich in diesem Job bin. Ein Außenstehender bekommt bei einem solchen Seminar eine ganz neue Perspektive aufgezeigt.“

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Christian von der Recke und die Tricks im Umgang mit Pferden

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Niemand weiß, wie viele Pferde durch die Hände unseres Botschafters Christian von der Recke in all den Jahren gegangen sind. Wie man sich immer wieder bewusst machen muss, sind Pferde nicht alle gleich. Es gibt unterschiedliche Charaktere. Wie man auf diese eingeht und wie mit den besonders schwierigen Kantonisten umgegangen wird, beschreibt der Trainer in diesem Artikel. Vielleicht gibt er ja den einen oder anderen Trick preis, quasi das Geheimnis des Erfolges.

Man lernt den Umgang

„Die erste Frage, die mir in den Kopf schießt bei dieser Aufgabe ist die, ob zufällig das Pferd gemeint ist, welches die deutsche Medaille beim Modernen Fünfkampf währende der Olympischen Spiele verhindert hat und für Schlagzeilen sorgte. Das war sicherlich schwierig. Aber die Frage wurde meines Erachtens ja schon vorher ausgedacht. Natürlich lernt man mit der Zeit, wie man mit Pferden am besten umgeht. Man bekommt sie in den Stall, bindet sie in die Routine ein und wird nach und nach erkennen, was die Eigenarten sind. Und auf diese geht man dann ein.

Christian v. d. Recke
Christian v. d. Recke im Portrait.

Was ist ein schwieriges Pferd?

Ansonsten frage ich mich: Was ist ein schwieriges Pferd? Eines, das nicht links herum geht oder nicht rechts herum? Eines, das nicht in die Maschine will? Es kann auch um das Verladen gehen. So etwas kommt immer vor. Und dann muss man Entscheidungen treffen. Man könnte zum Beispiel springen. Das bringt die Tiere auf andere Gedanken. Sowas wurde früher wesentlich häufiger gemacht als in der heutigen Zeit, wobei wir es immer noch machen. Es ist doch einfach: Habe ich eine Verhaltensweise im Griff, kommt das Problem schwieriges Pferd gar nicht auf.

Das Beispiel Imi

Wenn ein Pferd bei mir keine Probleme hat, die es an einem anderen Stall hatte, dann bin ich gut. Bekomme ich ein Pferd in den Stall, welches Probleme an der Maschine hat und ich schaffe es, dass es diese betritt, dann habe ich etwas richtig gemacht. Wobei ich natürlich nie weiß, wie die Kollegen vorgegangen sind. Es gibt ja keine Anweisung und es steht auch nichts im Pass des Pferdes, was alles versucht worden ist.

08.08.2021, Imi mit Bauyrzhan Murzabayev. Galopprennbahn Hoppegarten. Foto Galoppfoto

Manchmal reicht es einfach aus, wenn man den Trainer wechselt. Ein gutes Beispiel ist hier der im Derby gelaufene Imi. Dass Markus Klug etwas von ihm gehalten hat, zeigt sich daran, dass er ihn für das Derby genannt hatte. Dann lief einiges nicht so nach Plan, der Hengst erwies sich wohl am Start als etwas schwierig und er kam zu Peter Schiergen. Ich weiß nicht, was der anders gemacht hat, aber danach gewann Imi mehrere Rennen und lief bekanntlich auch im Derby als Dritter gut. Solche Fälle gibt es immer wieder.

Männer für alle Fälle

Irgendwelche speziellen Tricks mag es vielleicht geben, aber das ist nichts, was ich hier verkünden kann. Letztlich muss man doch auch immer ein wenig individuell vorgehen. Das erkennt man natürlich mit der Zeit. Letztlich ist alles immer ein wenig das Geheimnis eines Trainers. Früher hatten viele der größeren Ställe immer einen Reiter, der sich um die schwierigeren Gesellen gekümmert hat. Und die hatte man dann im Griff. Am Wöhler-Stall in Bremen war das Uwe Stoltefuß, bei Sven von Mitzlaff war es Klaus Grube und bei Heinz Jentzsch hieß der Mann für alle Fälle Jakob Franzen. Das waren Leute, die gute Reiter waren und ein Händchen für schwierige Pferde hatten. Also waren die irgendwann nicht mehr schwierig, denn man hatte alles unter Kontrolle.

Veränderungen helfen manchmal

Eine Veränderung kann ein Verkauf sein oder ein Wechsel des Trainers. Im Grunde hat man im neuen Umfeld drei Optionen, zumindest bei einem Hengst. Man kann ihn kastrieren und hoffen, dass eine Veränderung eintritt. Man kann wie erwähnt springen. Oder man schafft es über das Training und sonstige Tricks, das Problem zu beheben. Manchmal ist es sogar so, dass man extra ein Pferd kauft, weil es etwas schwieriger ist. Es ist dann nämlich häufig günstiger zu bekommen. Und dann arbeitet man mit ihm und versucht Probleme zu beseitigen oder einen anderen Weg zu gehen. Es können immer die Kleinigkeiten sein. Manchmal sieht man etwas, was andere nicht gesehen haben. Es gibt so viele Möglichkeiten. Mit Kapuze, ohne Kapuze, mit Monty Roberts Decke, ohne Monty Roberts Decke.… Das ist ja auch das Schöne und das Spannende an unserem Sport. Vielleicht gibt es kleine Tricks, mit denen man mehr erreichen kann als andere erreicht haben.“

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Marco Klein: „Das Team ist das Wichtigste überhaupt“

Marco Klein
Marco Klein

Der Charakter, die Eigenarten und Eigenschaften könnten auch bei Pferden kaum unterschiedlicher sein. Als Trainer von Galopprennpferden gilt es, diese Unterschiede herauszufiltern und entsprechend zu reagieren.

RaceBets-Botschafter Marco Klein berichtet in seinem neuesten Blog-Beitrag auch darüber, wie schnell er weiß, mit welchem Typ Pferd man es zu tun hat. Hier seine Einschätzung.

„Grundsätzlich ist jedes Pferd anders, das dürfte klar sein. Generell halte ich es für wichtig, dass ein Trainer jeden Tag am Stall Kontakt mit dem Pferd hat, das heißt, dass er es in der Arbeit gesehen und auch das Boxen-Verhalten beobachtet hat.

Quarter Horses
Quarter Horses, Foto: TT

Schau mir in die Augen…

Meine Erfahrung oder mein Gefühl sagt, dass man einem Pferd schnell ansieht, was für ein Typ es ist. Schon bei der Auktion kann man mitunter erkennen, wenn man in die Augen scheint, ob es den Schalk im Nacken hat.

Das ist eine große Erfahrungssache. Mit der Zeit lässt sich das schnell einordnen. Aber ein reines Schubladen-Denken darf es nicht geben. Man weiß ja oft auch nicht genau, was ein Pferd schon vorher erlebt ist, bevor es zu einem in den Rennstall gekommen ist.

Ein Pferd kann sich im Übrigen positiv oder negativ entwickeln, alles ist möglich. Mit Veränderungen sollte man stets rechnen, durch die Zeit oder durch die Rennen. Pferde haben ja auch einen eigenen Ehrgeiz.

Nicht nach Schema F trainieren

Marco Klein im Portrait. Foto: Galoppfoto
Marco Klein im Portrait. Foto: Galoppfoto

Als kleiner Trainer fällt es einem leichter, auf die Pferde einzugehen. Meine Meinung ist, dass man die Pferde nicht nach Schema F trainieren oder alle gleich behandeln kann. Hier sind die Unterschiede im Verhalten zu berücksichtigen. Kein Pferd gleicht dem anderen. Auch wir Trainer lernen bei jedem hinzu.

Die Vollblüter besitzen ihre Eigenarten, das kann auch jeder Trainer bestätigen, der schon in Rente gegangen ist. Ich habe häufiger schon rechte Geschwister trainiert, und selbst da gab es einige Unterschiede.

Eine erste Einschätzung bekommt man relativ früh, und mit der Zeit lernt man dann auch die Eigenheiten genau kennen.“

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