Insider-Talk mit Adrian Lange: „Das Klima in Dubai ist richtig, die Bezahlung stimmt“

Adrian Lange
Adrian Lange
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Wenn die Pferderennen in Deutschland im Winter rar werden, machen sich etliche Aktive auf den Weg in ferne Gefilde. Ein besonders attraktives Ziel ist dabei Dubai, das reiche Wüsten-Emirat am Persischen Golf. Bereits vor einigen Wochen begann die Rennsaison dort, doch speziell ab dem neuen Jahr fallen viele Blicke der Turffans den Rennen dort zu. Genauer gesagt der ultra-modernen Rennbahn Meydan, die innerhalb von nicht einmal drei Jahren gebaut wurde und am 27.März 2010 eröffnet wurde.

Rennbahn Meydan
Rennbahn Meydan, Foto: TT

Star Trek lässt grüßen

Zuvor gab es die Rennbahn Nad Al Sheba an gleicher Stätte, aber auf den Wunsch des Herrschers Scheich Mohammad wurde diese Anlage dem Erdboden gleichgemacht und durch eine in Form eines Falken errichtetes Mega-Hippodrom ersetzt, das es so nirgendwo sonst auf dem Galopper-Globus gibt. Zur Anlage gehören ein Pferdemuseum, ein Fünf-Sterne-Hotel und ein Neun-Loch-Golfplatz. Der Innenraum wurde sogar schon als Kulisse für den Film Star Trek genutzt.

Rund 1,7 Kilometer lang ist die Tribüne in Meydan, die ein Fassungsvermögen für rund 60.000 Zuschauer bietet. Dass sie eigentlich nur einmal im Jahr vollbesetzt ist, spielt nur am Rande eine Rolle in einer Mega-City, in der man stets die Nummer eins in allen Bereichen sein möchte. Getreu der Vision von Scheich Mohammed, dass das Beste gerade gut genug ist.

Pferderennen in Meydan
Pferderennen in Meydan, Foto: TT

Mega-Preisgeld auf Mega-Rennbahn

Aber natürlich stehen die Pferde im Fokus. Hier startet am 2. Januar 2020 wieder einmal der Dubai World Cup Carnival. An neu  aufeinanderfolgenden Donnerstagen bis zum 27. februar, zuzüglich dem sogenannten Super Saturday mit Spitzenrennen en masse am 7.März, gibt es Preisgelder der Extraklasse zu verdienen. Getoppt war das nur noch vom Dubai World Cup Tag am 28. März, der mit einem Gesamt-Tages-Preisgeld von 35 Millionen Euro alles andere in den Schatten stellt.

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Das Who is Who der Stars

Starke 237 Pferde wurden für den Carnival in der Wüste genannt, sie kommen aus 16 Längen und 76 verschiedenen Trainingsquartieren. Ob Australien, Bahrain, Dänemark, Frankreich, Irland, Südafrika, Südkorea, Schweden, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, England und die USA – all diese Länder könnten diesmal mit Startern vertreten sein. 61 Vollblutrennen und vier Gruppe-Konkurrenzen für Arabische Volllblüter werden dann ausgetragen, insgesamt winken 12,74 Millionen Dollar.

Meydan
Meydan 2019, Foto: TT

Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll mit den potenziellen Stars. Die australischen Klassesprinter Sunlight und Nature Strip, der englische Coronation Cup-Gewinner Defoe, Zweiter im Longines Großer Preis von Baden 2018, der in Saudi-Besitz stehende Cariblanco (er war Triple Crown-Sieger in Chile), der Top-Norweger Square de Luynes, der im Breeders‘  Cup platzierte Blue Chipper, ein Superstar in Südkorea, die hochkarätige französischen Stute Edisa und der amerikanische Grade I-Sieger und zweimalige Dubai World Cup-Vierte Pavel könnten in die Wüste reisen, aber das ist nur eine kleine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Auch Deutschland könnte vertreten sein – mit dem von Dr. Andreas Bolte für den Schweizer Michael Peter Reichstein trainierten Fuego Del Amor. In jedem Falle, Gründe genug auf dem RaceBets-Livestream stets bei den Großereignissen dabei zu sein.

Adrian Lange
Adrian Lange

Mittendrin statt nur dabei ist Adrian Lange (56), für den vor vielen Jahren Dubai zu einer zweiten Heimat wurde. Menschen wie der Deutsche sind es, die zum Gelingen eines Renntages und des Trainings wesentlich beitragen. Denn Lange ist nicht nur Stallangestellter, der jeden Winter am Persischen Golf verbringt, sondern gleichzeitig (wie in Deutschland) auch auf den verschiedenen Bahnen der Vereinigten Arabischen Emirate als Starthelfer im Einsatz.

Wer die Rennen regelmäßig verfolgt, der weiß, welch harte Arbeit das Verstauen der Pferde in den Startboxen manchmal sein kann. Körperliche Blessuren darf man da keinesfalls scheuen, denn Angst ist fehl am Platze. Teamwork mit den Kollegen ist angesagt, und Adrian Lange, der überall mit seiner sympathischen Art hochgeschätzt wird und in Deutschland für viele Trainer-Größen, wie Mario Hofer oder Markus Klug, schon arbeitete. Aber auch seine Einschätzung in der Morgenarbeit ist gefragt, bei den unterschiedlichsten Coaches innerhalb der letzten Jahre, denn hier wird der Grundstein für die Erfolge im Rennen gelegt.

Exklusiv im Insider-Talk auf dem RaceBets-Blog berichtet Adrian Lange über seine Arbeit in der Wüste und die Gründe für seinen Winter-Aufenthalt in Dubai.

Sie arbeiten über Winter wieder in Dubai. Was sind genau Ihre Aufgaben dort und wie lange bleiben Sie in dem Emirat?

Adrian Lange: Wir sind ein Stall, in dem Jährlinge auf ihre Rennkarriere vorbereitet werden. Wir beginnen mit dem Auftrensen, Satteln und den Reiter akzeptieren. Dann werden die Pferde bis Mitte März bewegt und dann nach Europa geflogen, um nach England, Irland und Frankreich verteilt zu werden. Dann fliegen wir auch nach Hause.

Adrian Lange
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Wieviele Jahre verdienen Sie Ihr Geld schon in Dubai? Und was gefällt Ihnen dort besonders?

Lange: Seit 2004 fliege ich nach Dubai. Das Klima ist genau richtig, und die Bezahlung stimmt. In Deutschland gibt es da bisweilen Schwierigkeiten.

Was sind die Unterschiede vom Rennsport in der Wüste und bei uns?

Lange: Die Saison ist kürzer, aber ansonsten sind die Unterschiede nicht sehr groß. Die Stars sind die, die gewinnen.

Adrian Lange
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Wie sehen die Zukunft des Dubai World Cup Carnivals?

Lange: Diese Frage stellt sich mir nicht, so lange die Menschen, die sich darum kümmern, in der Lage sind, Besitzer, Trainer und Pferde nach Dubai zu bringen.

Welches waren Ihre bisher schönsten Erlebnisse in Dubai?

Lange: Die World Cup-Abend sind schon das Nonplusultra der Rennsport-Welt.

Waren Sie auch schon in anderen Ländern aktiv?

Lange: Ja, neben Deutschland und den Emiraten habe ich bereits in Norwegen und Schweden, das waren meine internationalen Statitionen.

Wie sind Sie zum Rennsport gekommen`?

Lange: Ich habe in Hoppegarten meine ersten Reitstunden bekommen. Bei der dort ansässischen Frau Gerth gab es die ersten Kontakte zu den Rennpferden in meiner damaligen Heimat. So hat alles angefangen.

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Weshalb sind Sie kein Jockey geworden?

Lange: Ich bin nach der Ausbildung zu groß und zu schwer geworden, um das nötige Gewicht in den Sattel zu bringen.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Lange: Dazu gehört Lesen, Schwimmen und in die Saune gehen. Und ich verfolge sehr stark die internationale Rennsportszene, vor allem die Hindernisrennen haben es mir angetan.

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