Insider-Talk mit Gerald Geisler: „Wir haben auch dieses Jahr neue Besitzer hinzugewonnen“

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Gerald Geisler im Portrait am 31.08.2010 Renntag in Baden-Baden.
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Galopptrainer Gerald Geisler spricht mit uns über sein Jahr 2018, seine Zukunftspläne und über seine Hoffnungen in Pferde und Nachwuchsjockey.

Gerald Geisler in München.

Sie haben 2018 bislang 14 Rennen gewonnen. Wie fällt Ihre Saisonbilanz aus?

Gerald Geisler: Mit insgesamt 22 Siegen bin ich nicht unglücklich. Wir hatten mit Wonderful Görl einen schwer kompensierbaren Ausfall. Zudem könnte der eine oder andere Treffer noch hinzukommen, insofern bin ich also durchaus zufrieden.

Mit Canouville waren Sie gerade in Frankreich erfolgreich, einem Pferd, das Sie aus einem Verkaufsrennen erworben haben. Welche Reserven trauen Sie der Stute zu?

Geisler: Die Stute hat sich bei uns sehr gut eingelebt und prompt den ersten Start für ihre neuen Besitzer gewonnen. Das war zweifellos ein toller Einstand. Wenn alles passt, werden wir sie dieses Jahr ein weiteres Mal herausbringen – in einem Listenrennen für Stuten am 23. Dezember in Deauville. Insgesamt erwarten wir uns also noch eine Steigerung von ihr, sie scheint noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen zu sein.

Canouville mit Cristian Demuro im HIPPISME Prix de Maisons Sur Seine in Saint Cloud

Ein Publikumsliebling ist seit Jahren Leoderprofi. Wie sind die Pläne mit ihm, auch für nach der Laufbahn?

Geisler: Ja, Leoderprofi ist nicht zuletzt wegen seines Namens ein Publikumsliebling,er war allerdings auch immer ein treues Pferd, das brav nach vorne lief. Er ist seit dem Sommer nicht mehr gelaufen und wird aller Voraussicht nach auch an keinem Rennen mehr teilnehmen, höchstens er selbst will es
unbedingt. Derzeit suchen wir nach einem guten, wirklich guten Platz für ihn, bis dahin bleibt er bei uns im Stall.

Leoderprofi siegt unter Marco Casamento am 30.04.2017 Renntag in Mannheim.

Wie sieht Ihre Stallstruktur aus, und wie sind die Perspektiven für 2019?

Geisler: Sehr erfreulich ist, dass wir zu unserem Kern an langjährig treuen Besitzern, die, wie ich immer betone, die Säulen des Stalles bilden, auch dieses Jahr wieder neue Besitzer hinzugewinnen konnten. Ich verfüge außerdem über sehr gutes und zuverlässiges Team an Stammpersonal, das ich mir über die Jahre aufbauen konnte; ohne dieses würde überhaupt nichts gehen. Bei den Pferden haben wir aktuell rund zehn Jährlinge und einige aus meiner Sicht interessante Zweijährige, zudem sind Besitzer am Stall, die sich stets an Reclamer-Pferden interessiert zeigen.

Auf welche Pferde setzen Sie die größten Hoffnungen?

Geisler: Wir hoffen, dass Wonderful Görl wieder komplett gesund wird; sie ist dann sicherlich ein tolles Pferd für die kommende Saison. Bei den 2019er Dreijährigen schätze ich Aerion, Zakynthos und Kopaonik als überdurchschnittliche Pferde ein. Einige weitere Hoffnungsträger sind außerdem dabei, es ist derzeit aber noch zu früh, um Konkretes über sie zu sagen.

Wonderful Görl am 29.10.2017 Renntag in Hannover.

Sie fördern verstärkt den Nachwuchs. Beispielsweise gewann Anja Allgöwer auf einem Ihrer Pferde ihr erstes Rennen. Welche Rolle spielt für Sie die Unterstützung der „Jungen“?

Geisler: Die Unterstützung der „Jungen“ macht mir Spaß und wird nicht zuletzt durch den Erfolg, den wir gemeinsam haben, bestätigt. Mit Maxim Pecheur und meiner Frau Eva-Maria hatte ich bereits zwei Lehrlingschampions unter meinen Fittichen. Auch Alois Gräter, der dann leider zu schwer wurde, gewann als Nachwuchsreiter, und schließlich konnte Anja Allgöwer kürzlich ihr erstes Rennen für sich entscheiden. Leider erhält sie derzeit noch zu wenig Unterstützung von anderen Ställen. Das kommende Rennjahr wird verdammt wichtig für sie. Generell jammern viele über mangelnden Nachwuchs, aber es trauen sich leider die wenigsten Trainer/Besitzer, in die Jugend zu investieren. Es ist noch kein Weltmeister vom Himmel gefallen, die ersten Ritte benötigen die jungen Leute um Erfahrung zu sammeln. Erst nach einer Weile kann man als Trainer und Besitzer dann die Früchte ernten.

Liberica siegt unter Anja Allgöwer am 27.10.2018 Renntag in Mannheim.

Ein großer Standortvorteil von Iffezheim ist die Nähe zu Frankreich. Welches sind Ihre bevorzugten Bahnen?

Geisler: Klarerweise diejenigen, die in nächster Umgebung liegen, also Wissembourg und Strasbourg. Leider ist der Boden in Strasbourg häufig nicht ganz optimal. Sehr gerne fahre ich nach Divonne les Bains, eine Provinzbahn, aber tip top.

Wie sind aus Ihrer Sicht die Trainingsbedingungen in Iffezheim?

Geisler: Ich habe schon bei anderen Gelegenheiten erwähnt, dass heuer ein außergewöhnlich trockenes Jahr war. Diese Bedingungen haben dem Team rund um unseren Greenkeeper die Arbeit natürlich alles andere als erleichtert. Dennoch gaben sich alle große Mühe, die Sandbahn und ebenso die Grasarbeitsbahn wurden beinahe täglich bewässert. Es wurde also wirklich alles versucht, um stets im Sinne der Pferde zu arbeiten.

Die Pferde und Jockeys im Rennen am 19.10.2018 Renntag in Baden-Baden.

Was ist für Sie entscheidend, um die Zukunft der Rennbahn zu sichern?

Geisler: Der lange thematisierte Neubau einer Sandbahn würde sicherlich neue Impulse setzen.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Geisler: Als Galoppertrainer und Familienvater mit zwei Kindern, eines davon noch im Kleinkindalter, bleibt nicht viel Zeit für andere Beschäftigungen. Man muss den Sport schon aus Freude machen und darf die viele darin investierte Zeit nicht bereuen.

Eva-Maria Geisler und Gerald Geisler mit Tochter im Portrait in Köln.

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