Galopp+Insider Henk Grewe: „Bin sehr stolz auf unseren Aufstieg“

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Als Reiter gehörte er zur erweiterten Spitzengruppe, doch als Trainer nimmt es Henk Grewe mit den Arrivierten der Szene auf: Der 35-jährige Wahl-Kölner agiert auch 2018 mit bemerkenswerten Erfolg im In- und vor allem auch im Ausland. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass er nicht das ein oder andere Rennen in Frankreich oder Deutschland gewinnt.

Exklusiv im Galopp+Insider auf dem RaceBets-Blog berichtet Henk Grewe über seinen Weg an die Spitze.

Henk Grewe im Portrait am 09.07.2016 Renntag in Hamburg.

„Zum Rennsport bin ich gekommen durch meine Eltern, die Rennpferde hatten, und wenn man einmal mit dem Rennsport-Virus infiziert ist, dann kommt man nicht mehr davon los. Meine ersten Anfänge hatte ich bei Herrn Renken in Issum gemacht, wofür ich sehr dankbar bin. Danach habe ich bei Hans Walter Hiller mitgeritten, der auf der gleichen Anlage trainiert hat.

Für mich war das eine der schönsten Zeiten im Rennsport, in der ich auch am meisten über Pferde gelernt habe. Ich habe in allen Ställen, in denen ich tätig war, etwas mitgenommen, aber die Zeit bei Herrn Hiller hat mich am meisten geprägt.

Meine Amateurreiter-Lizenz habe ich im Jahr 1998 gemacht. 1999 hatte ich meinen ersten Ritt auf dem Pferd Bielefeld in Dortmund absolviert. Im gleichen Jahr gelang mir dann auch noch der erste Sieg auf Little Miracles in Magdeburg.

Und es ging sehr positiv weiter. 2002 sicherte ich mir das Amateurchampionat. 2003 habe ich meine Lehre bei Mario Hofer in Krefeld begonnen. 2004 nach Abschluss der Ausbildung bin ich dann an den Stall von Sascha Smrczek gewechselt. Dort habe ich bis 2010 als Jockey gearbeitet. Wir hatten eine wirklich schöne und erfolgreiche Zeit zusammen.

Prince Flori beim Aufgalopp am 21.06.2009 in Dortmund.

Diese Phase war gekrönt von den Erfolgen mit Prince Flori, einem außergewöhnlichen Rennpferd, an das ich sehr gerne zurückdenke. Ich bin Sascha sehr dankbar, für die Chancen, die er mir gegeben hat.

Von 2011 bis 2012 bin ich noch einmal für ein Jahr zurück an den Stall von Herrn Hofer gewechselt, wo ich dann auch Mitte 2012 meine Karriere wegen Gewichtsproblemen beendet habe. Der ständige Kampf mit dem Gewicht war natürlich alles andere als einfach und daher musste ich meine Zukunft anders planen.

Im Anschluss habe ich für zweieinhalb Jahre bei Sascha Smrczek als Assistent gearbeitet. Bei dieser Station habe ich auch Christoph Holschbach kennengelernt, mit dem ich mich dann im August 2014 in Köln selbständig gemacht habe. Es war wahrscheinlich der wichtigste und beste Schritt in meinem Leben neben der Hochzeit mit meiner Frau.

Anaximenes siegt unter Adrie de Vries am 16.10.2016 Renntag in Köln.

Gleich beim ersten Start hatten wir mit Anaximenes den ersten Sieger. Wir sind auch insgesamt sehr gut vom Start gekommen, so dass der Betrieb in kurzer Zeit sehr gewachsen ist. Durch den Einstieg von Lars-Wilhelm Baumgarten und der Familie Faust in die GmbH im Jahr 2016 kann ich jetzt noch beruhigter arbeiten. Ich bin meinen Partnern und Besitzern ausgesprochen dankbar für das große Vertrauen, das sie in meine Arbeit setzen.

Ich glaube, der Aufstieg unseres Stalles in kürzester Zeit ist schon enorm, und ich bin darauf auch sehr stolz und danke allen, die dazu beigetragen haben. Meine Frau und ich haben uns ein tolles Team aufgebaut, auf das wir uns vollkommen verlassen können. Mit Terry, Jenny, Renate, Cynthia, Peter und Robin, um nur einige zu nennen, haben wir auch viel Erfahrung im Stall. Und das bedingt Ruhe und Gelassenheit, was meiner Meinung nach auch ein großer Faktor für den Erfolg ist.

Wisperwind sollte auch nicht unerwähnt bleiben, er hat schon 13 Rennen für uns gewonnen, davon neun mit Robin Weber, unserem Nachwuchsreiter. Besonders der Sieg in Chantilly wird für alle unvergessen bleiben, besonders weil er der erste in der Dreierserie des Stalles war. Das war für einen deutschen Trainer ein absolutes Novum und dürfte meiner Meinung nach schwer nochmal erreicht werden. Und mit Malakeh mussten wir in den 1.000 Guineas nur eine starke Engländerin vor uns dulden.

Wisperwind siegt unter Robin Weber am 11.06.2017 Renntag in Köln.

Was jetzt noch fehlt, ist ein Gruppetreffer, aber ich denke, dass wir jetzt auch das Pferdematerial haben, um da ganz oben mitzumischen. Ich denke da besonders an Jimmu, der mich in München schon wahnsinnig beeindruckt hat, als er nach alles andere als glücklichem Rennverlauf so weit nach vorne gekommen ist. Wir setzen große Hoffnungen in ihn, steuern nun die Union und dann das Deutsche Derby an.

Bei den Zweijährigen ruhen die größten Hoffnungen auf Saam und Waldana. Sie soll, wenn alles klappt, im Badener Jugendpreis starten. Beim Frühjahrs-Meeting in Baden-Baden ist mein wichtiger Starter die Stute Scapina in der Silbernen Peitsche, das vielleicht chancenreichste Pferd sollte Breezy Belle sein. Nicht unerwähnt sollte aber auch Khan bleiben, der im Großen Preis der Badischen Wirtschaft starten wird.“

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